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Ein Tag in den Bergen

Hiking in Argentinien

Vor einiger Zeit war ich ja bekanntlich in Argentinien. Dieser Tage stolperte ich über ein Bild aus dieser Zeit, das ich noch nicht bearbeitet hatte und zu dem ich tatsächlich eine kleine Geschichte erzählen könnte. Nachdem ich nun ein wenig an den Lightroom-Knöpfen gedreht habe, hier die Geschichte.

Es begab sich, dass Fräulein Anna und ich uns in einem Hostel in Mendoza, am Rande der Anden, befanden. So richtig wussten wir nicht, was wir die kommenden Tage anstellen wollten und so fragten wir an der Rezeption nach ein paar Vorschlägen. Schnell hatte die junge Frau dort auch ein Flugblatt rausgesucht und konnte uns verschiedene Angebote präsentieren. Unter diesen Angeboten befand sich auch „Ein Hike in den Bergen“, was uns direkt sympathisch vorkam. Schließlich wollten wir, wo wir schon mal da waren, auch ein bisschen Gebirge sehen. Eine volle Flasche Wasser und feste Schuhe sollte man mitbringen, auf keinen Fall Flip-Flops tragen. Alles klar! Auf dem Bildchen daneben waren einige fröhliche Backpacker abgebildet, die bei großartigem Wetter locker flockig mit einem kleinen Rucksack durch wunderbare, aussichtsreiche Landschaft spazierten. Gebucht!

Zwei Tage später war es dann soweit. Nachdem die Tour am Tag vorher wegen schlechten Wetters abgesagt worden war, sollte es nun soweit sein. Pünktlichst standen wir im Hostel bereit, hatten uns fleißig Brote geschmiert und freuten uns auf einen schönen Tag. Unser Guide war dann auch rechtzeitig da und kam als kleinerer, recht durchtrainiert wirkender Mensch auf uns zu. Schnell waren wir in einen Kleinbus verfrachtet, holten an anderen Hostels auch noch Menschen ab und fuhren dann in Richtung Berge los. Ich schlief nach relativ kurzer Zeit ein.

Als ich wieder wach wurde, befanden wir uns auf einer Schotterpiste. Mein Blick aus dem Fenster offenbarte nichts Gutes, da war nämlich nur ein Abhang zu sehen. Und dichter Nebel und leichter Regen. Super! Endlos lange schob sich der Kleinbus mit uns die Serpentinen hoch, bis wir irgendwann auf einer Art Parkplatz ankamen. Im dichten Nebel konnte ich notdürftig einige Gebäude ausmachen, für mich sah das sehr nach einem verlassenen Bergwerk aus. Es handelte sich aber eher um eine Art Ski-Herberge, wenn auch der einfacheren Art. Und natürlich gerade geschlossen, denn es war ja „Sommer“. Jedenfalls sollte es von hier aus zu Fuß weitergehen.

Man kann vielleicht voraussehen, wie es weiterging: Die erste knappe Stunde kraxelten wir eine Ski-Piste hinauf, links und rechts von uns standen die einsamen Masten der Seilbahn. Ich habe noch selten etwas anstrengenderes unternommen. Irgendwann kam es mir so vor, als würden die Masten uns hönisch angrinsen. Unser Führer sprang fröhlich wie eine Bergziege vor uns den Berg hinauf, während ein Großteil der Gruppe doch ordentlich hinterher schnaufte. Einer unserer nicht so schnaufenden Mitwanderer erzählte dabei, dass er diese Tour als Vorbereitung auf seinen Aufstieg zum Gipfel des Aconcagua macht. Das ist der höchste Berg des verdammten gesamten amerikanischen Doppelkontinents! Unser Führer, ein echt netter Typ übrigens, ich habe leider seinen Namen vergessen, merkte auch schnell, dass hier wohl einige falschen Leute in seiner Gruppe gelandet waren und lies es dann auch ein wenig gemächlicher angehen und unterhielt uns mit netten Geschichten aus seiner Bergsteigerzeit. Ich habe seit dem großen Respekt vor Menschen, die unter diesen Konditionen noch mehr als einen halben Satz herausbringen. Denn natürlich ging es weiterhin ohne einen erkennbaren Weg bergauf. Weiterhin regnete es mal mehr oder weniger und weiterhin war durch den Nebel die Sichtweite bei vielleicht 100 Metern. Auch wenn wir inzwischen die Skipiste hinter uns gelassen hatten, war es doch immer noch steil und steinig. Die Ausweglosigkeit der Situation trieb mich voran, denn an ein Umkehren mitten im Nirgendwo war nicht zu denken. Irgendwann machte es auch nichts mehr aus, dass ich völlig durchnässt war.

Endlos zog sich der Aufstieg hin. Nach mehreren Stunden, nicht übertrieben, standen wir dann schließlich vor einem einfachen Kreuz: Der Gipfel war erreicht. Und wie das so ist, wenn man etwas anstrengendes getan hat: Ich fühlte mich unheimlich zufrieden. Dummerweise regnete es immer noch und nach wie vor sahen wir auch nicht so sonderlich viel. Und trotzdem war ich irgendwie zufrieden und schlagartig besser gelaunt. Ein paar schnelle Bilder und Brote später ging es dann auch schon wieder an den Abstieg. Nun weiß der erfahrene Wandersmann, dass ein Abstieg auch recht anstrengend ist. Aber wenigsten war ich nicht mehr so außer Puste und so konnte ich mich dann doch noch ein wenig mit unseren Mitwanderern unterhalten. Dabei erfuhren wir dann zum Beispiel, dass der Kollege mit dem blauen Auge sich sein Feilchen bei einem Überfall am Busbahnhof Retiro eingefangen hatte. Auch etwas unangenehm, denn besagter Busbahnhof war auch unser häufiger Start in unsere argentinischen Abenteuer. Ein anderer Herr erzählte davon, wie er seinen hoch bezahlten Job an den Nagel hängte und nun nur noch zeitweise und für teures Geld als Berater arbeitet, um mindestens das halbe Jahr auf Reisen sein zu können.

Gegen Ende der Tour, als wir schon fast nur noch im geraden Gelände unterwegs waren, liefen wir schließlich an einem Bächlein entlang. Dort schaffte ich es dann auch das erste Mal, meine große Kamera aus dem Rucksack zu holen und das ganz oben zu sehende Bild zu machen. Ein Bild, das vielleicht besser als jedes andere die Stimmung an diesem Tag einfängt.

Kurz darauf waren wir auch wieder am Bus. Schnell hatten wir die nassen Klamotten gegen trockene getauscht und dann fuhren wir zurück nach Mendoza, wo wir von strahlendem Sonnenschein begrüßt wurden.

24 Stunden im Siebengebirge – Einmal Wolkenburg und zurück

Der Wald aus der Sicht meines Wanderschuhs

Am Wochenende dann die Umsetzung eines Vorhabens, dass schon lange auf dem Plan stand: Einfach mal eine Nacht raus – ab in die Landschaft. Am Samstag also kurzerhand die Rucksäcke mit Essen, dem Trangia und ein paar anderen Kleinigkeiten beladen, jeweils eine Kohtenbahn dazu, die Wanderschuhe an die Füße und ab ging es. Mit Bahn und Bus ein Stück das Siebengebirge hoch und dann zu Fuß weiter.

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Alpenpanorama

Auf meiner flickr-Seite veröffentliche ich ja dann und wann auch gerne mal ein paar Bilder, meistens (leider) völlig unkommentiert. Zu einigen könnte man ja auch mal ein paar Worte verlieren. Zu diesem hier zum Beispiel:

Alpenpanorama

Entstanden ist das Bild im September, als ich mich mit einer Gruppe von wanderbegeisterten Herren im Zillertal aufhielt. Nach einer mittelanstrengenden Tour zur Berliner Hütte stand ich dann da und hatte diese tolle Aussicht. Überhaupt hatte ich in den vier Tagen in den Bergen mehr Aussicht, als das ich alles hätte fotografieren können.
Die Aussicht dann aber in den Fotoapparat zu bekommen, stellte sich manchmal als schwer heraus da man gar nicht genug Weitwinkel dabei haben kann. So sind in diesem Tagen einige Panoramas entstanden, unter anderem das oben abgebildete.

Was dahinter steckt, sieht man dem Foto auf den ersten Blick gar nicht an. Aus sechzehn Bildern hat mir Photoshop mit seiner großartigen „Photomerge“-Funktion ein Bild mit der Größe von etwa 7500*6700 Pixeln berechnet. Ganz schön riesig: Auf einem 24″-Display lässt sich das Gesamtbild nur anschauen wenn man es auf 16% verkleinert, die PSD-Datei ist fast 700MB groß.

Spazieren gehen

Halt!

Da stellte ich doch letztens fest: Ich habe zu wenig Bewegung. Da ich mir einen Job als Schreibtischtäter rausgesucht hab, sitze ich nun tagtäglich hauptsächlich an eben einem solchen herum. In der letzten Zeit ist mir aufgefallen, dass ich Abends immer recht unruhig bin. Was tun? Meine Karriere als „Running Man“ im letzten Jahr war nun ja irgendwie nicht so der Renner. Wortwitz olé! Dennoch sollte ein wenig Bewegung her. Gut, dass ich den Rhein ja immer noch direkt um die Ecke hab. So habe ich mich in den letzten Wochen unregelmäßig, aber dennoch recht oft, abends noch eine Runde an das Rheinufer begeben und bin dort ein wenig spaziert. Da bin ich auch nicht der einzige, es gibt also immer etwas zu sehen.

Gesicht

Aus diesem Grund trage ich dann auch hin und wieder meine Kamera mit mir herum. So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Nicht nur, dass ich so zwischen fünf und zehn Kilometern rumspaziere und ich wirklich merke wie gut mir das tut, auch das ein oder andere schöne Bild habe ich dabei schon gemacht. Eine Auswahl dieser kann man sich natürlich auch wieder bei flickr anschauen.

Interessant ist, dass man hin und wieder auch einfach mal angesprochen wird während man an der Kamera rumdingelt und mit den Einstellungen spielt. Viele scheinen sich für Fotografie zu interessieren. Die ein oder andere Empfehlung habe ich auch schon bekommen, es gibt noch einiges zu entdecken. Es soll mal keiner denken, dass fünf Kilometer Rheinufer einfach nur langweilig sind.