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Mit dem Hamburg-Köln-Express (HKX) nach Hamburg – Eine Erlebnisreise

„Öfter mal was Neues!“ dachten sich Fräulein Anna und ich, als wir letztens überlegten, wie wir dann an einem Samstagmorgen nach Hamburg kommen sollten. Menschen empfahlen uns, doch mal einen neuen Bahn-Konkurrenten auszuprobieren. „Hamburg-Köln-Express“, oder kurz HKX heißt der. Die seien günstig und würde auch nicht überall unterwegs halten.

HKX Köln-Hamburg

Tatsächlich kostete mich das HKX-Ticket Bonn-Hamburg nur etwa die Hälfte des Preises, den ich mit meiner 25er Bahncard bei der Deutschen Bahn gezahlt hätte.

Ein wenig freute ich mich auch darauf, dass das Unternehmen alte Waggons der Deutschen Bahn einsetzt. Voll retro! Und sogar die Schlafwagons der Reichsbahn, Baujahr 1928, mit denen ich seinerzeit von Santiago aus in den Süden Chiles fuhr, waren noch echt top in Ordnung. Da kann ein Wagon aus den siebziger Jahren gar nicht so schlimm sein.

Dann kam unser Reisetag und Fräulein Anna und ich standen zeitig am richtigen Gleis am Hauptbahnhof zu Köln. Sehr pünktlich hieß es dann auch: „An Gleis zwei fährt ein…“ und ich dachte zuerst an einen Fehler im Stellwerk. Irgend jemand muss mit den Weichen Mist gebaut haben!
Tatsächlich wurden wir aber nicht Opfer einer Halluzination oder eines schlechten Scherzes. Tatsächlich hatte man bei HKX wohl nicht genug Züge griffbereit und so hatte man sich kurz von der Mittelrheinbahn einen ihrer Züge geliehen.

Mittelrheinbahn? Richtig! Das sind die gelb-weißen Züge, mit denen man entweder morgens von Bonn aus nach Mehlen zur Arbeit fährt oder am späten Abend möglichst betrunken wieder aus Köln heimkehrt. Eigentlich sind die Züge auch ganz ok. Wenn man denn zwei oder drei Haltestellen im Nahverkehr mit ihnen fährt und sie ordentlich und sauber sind.

Das war bei uns aber leider nicht der Fall. Wir sollten die kommenden vier Stunden in dem Zug sitzen, dessen Sitzabstand nicht ausreicht, um zwei 1,85 große Menschen ohne Abdrücke an den Knien wieder aussteigen zu lassen.
Bezüglich der Sauberkeit wäre es schon mal nicht schlecht gewesen, wenn man wenigstens man jemanden mit einem Besen und Wischmop durch den Zug gejagt hätte. McDonalds-Müll und eingetrocknete Bierpfützen unter den Sitzen und auf den Gängen zeugten davon, welche Klientel hier irgendwann am frühen Morgen wohl nach Hause gekarrt wurde. Irgendwann in der Zeit vor zwölf Uhr wäre es sicherlich möglich gewesen, den Zug zumindest einigermaßen auf Vordermann zu bringen.

Entsprechend dieser Vorzeichen machte die Fahrt dann auch richtig Spaß. Rund 200 Leute fuhren laut dem Zugbegleiter mit uns in dem einteiligen Zug. Besonders beliebt scheint der Hamburg-Köln-Express bei Fussballfans und Junggesellenabschieden zu sein. Um uns herum fand sich kaum jemand, der nicht ein Bier in der Hand hatte. Eigentlich gar nicht schlimm, hätte daraus nicht eine fünfzehnminütige Schlange vor der einzigen Toilette resultiert. Muss man nicht haben. Genau so wenig wie eine nicht so richtig funktionierende Klimaanlage, wenn die Abhilfe dazu daraus besteht ein Fenster zu öffnen.
Überhaupt bin ich mir nicht so richtig sicher, ob man einen Nahverkehrszug wirklich mit IC-Geschwindigkeit durch die Landschaft prügeln sollte. Dieses in ungleichmäßigen Abständen auftretende, stark schlagende Geräusch aus dem Verbindungsteil der beiden Zug-Segmente lies mich ein wenig daran zweifeln und hinterließ ein mulmiges Gefühl.

Die Mittelrheinbahn als HKX in Hamburg

Um schließlich nicht alles schlecht zu reden, sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Zugbegleiter sehr nette Menschen waren und auch mit den zahlreichen Fahrgästen, die dummerweise mit einem nicht gültigen DB-Ticket eingestiegen waren, sehr freundlich umgingen.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls für lange Zeit das letzte Mal mit einem HKX-Zug gefahren. Diese Zeilen entstehen gerade in einem IC der Deutschen Bahn, wo wir sehr bequem alleine in einem Abteil der zweiten Klasse sitzen und mehr als ausreichend Platz haben. Auch wenn ich in Zukunft vermutlich noch oft über die Bahn schimpfen werde, so schlimm kann es eigentlich gar nicht werden.

Das Problem mit den ausfallenden Zügen des Hamburg-Köln-Express scheint schon eine ganze Weile zu bestehen. Auf mein Geheule bei Twitter hin antwortete mir ein Mensch von Handelsblatt, der mich auf einen entsprechenden Artikel von vor ein paar Wochen hinwies. Die dort geschilderten Zustände trafen auch bei uns voll zu. Schade, dass da anscheinend nichts passiert. Man könnte eigentlich sehr viel wirklich besser machen als die Bundesbahn.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem HKX?

Tür defekt – Die Stresssituation an der Bahntür.

Tür defekt

Als ich heute morgen durch die Bahn laufe, fällt mir auf, dass ein Ende relativ leer ist und ich sogar einen Sitzplatz bekomme. Von meiner Haltestelle bis zum Bahnhof fährt man nicht lange, höchstens vier oder fünf Stationen. Zeit genug, um eine lustige Beobachtung zu machen.

Die Tür in diesem Teil der Bahn ist defekt. Das erkennt man an den großen „Tür defekt!“-Schildern in den Scheiben und daran, dass sie sich beim Halt nicht öffnen. Es ist amüsant anzusehen, wie Menschen auf den Knopf drücken – das Schild auf Kopfhöhe ignorierend. Ein, zwei, dreimal wird der Knopf mit zunehmender Kraft gedrückt. Die Menschen werden hektisch, von hinten wird geschoben. Irgendwann sieht und liest jemand das Schild, es bricht nahezu Panik aus. Man kann geradezu sehen, wie das Adrenalin durch die Adern der Menschen strömt, als sie zur nächsten Tür sprinten – auch wenn dort die Fahrgäste noch am aussteigen sind.

Überhaupt scheint das ein- und aussteigen aus Bus und Bahn eine unglaubliche Stressituation für meine Mitmenschen zu sein. Bereits viele Minuten vor der Ankunft wird aufgestanden, die Jacke angezogen, das Gepäck zusammengesucht und spätestens wenn der Schaffner den nächsten Zielort ankündigt, Richtung Ausstieg gestürmt. Das „In wenigen Minuten erreichen wir…“ wird dabei dezent ignoriert. Lieber steht man dort ewig in der dicken Winterjacke schwitzend im Weg herum, als dass man das knappe Zeitfenster verpasst in dem sich die Türen öffnen. Züge halten im Normalfall ja auch gar nicht richtig an, sondern verlangsamen im Bahnhof nur für wenige Sekunden ihre Fahrt. So jedenfalls scheint es mir. Vielleicht erklärt das auch, warum viele Menschen sich an den aussteigenden Fahrgästen vorbei drängeln müssen um in den Zug zu kommen.

Kein Wunder, dass der ÖPNV so stressig ist.

Hamburger Singewettstreit 2009

Ich mag Hamburg. Ich weiß gar nicht so genau warum, aber ich fahre sehr gerne dorthin und verbinde schon einige schöne Erlebnisse mit der Stadt. Wenn sich das mit einer bündischen Veranstaltung verknüpfen lässt: Um so besser. Deshalb setze ich mich auch am Freitag nach Feierabend in einen Eurocity und gurkte gegen Norden. Dank eines Mega-Super-Duper-Porno-Sparpreises der Bahn reiste ich dieses Mal günstiger in der ersten Klasse, als in der zweiten. Das war auch OK, aber wenn man sich zwischen all den Business-Kaspern da nicht so wohl fühlt, dann sitzt man da schon ein wenig doof. Brauche ich nicht wieder, nicht meine Klientel.

Elbtunnel

In Hamburg angekommen startete ich zuerst mal meine persönliche Odyssee durch die halbe Stadt, um meine Rucksäcke zu meinem Schlafplatz zu bringen. Nicht das ich schon genug zu tun gehabt hätte, ich hatte mir auch noch vorgenommen am Samstag bei einem Umzug zu helfen. So stand mir eine leere Wohnung als Übernachtungsplatz zur Verfügung.
Irgendwann war ich dann auch in Altona im Füllhorn angekommen und konnte mich in die wilde Feierei stürzen. Die Kneipe war gut voll, der Gesang auch gut und das Bier recht günstig. Was will man mehr.
Mein persönliches Highlight ist ja immer so ein wenig das nächtliche Singen im Elbtunnel. Ich hatte davon auch schon im vergangenen Jahr berichtet, wenn ich mich recht erinnere. So zog es uns nach 2 Uhr einmal Quer durch St. Pauli hinunter an die Elbe, wo wir dann noch einige lustige Stunden verbrachten.

Gegen 6 Uhr hatte ich es dann aber doch noch in den Schlafsack geschafft. Gut, dass ich nicht schon drei Stunden später wieder aufstehen musste. Eine genauere Ausführung, wie der Umzug einer Wohnung aus dem dritten Stock in einen Kleinbus und dann wieder in einen fünften Stock von statten geht, wenn man das zu viert macht, erspare ich mir an dieser Stelle.

Hamburger Singewettstreit 2009

Fast pünktlich zum Singewettstreit schaffte ich es dann auch zum Audimax. Wie auch sonst immer bin ich von dem, was andere so an Tönen aus ihrem Mund bekommen, schon ziemlich begeistert gewesen.
Auffällig ist, dass der Hamburger Singewettstreit immer fester in die Hand des BdP rutscht. Schon letztes Jahr war mir der hohe Anteil an blau-gelben aufgefallen, die sich dort herumtrieben. Dieses Jahr waren dann zum Beispiel alle drei Teilnehmer aus der Kategorie „Stämme“ aus meinem Bund. Vielleicht ist der doch noch nicht so heruntergekommen, wie es mir hin und wieder erscheint.

An der Horner Rennbahn, wo wir im vergangenen Jahr nur genächtigt hatten, fand dieses Mal die offizielle Nachfeier statt. Man hatte mit vielen Menschen gerechnet – und die kamen auch. Gut voll war es auf jeden Fall und die zu Übernachtungsmöglichkeiten umfunktionierten Pferdeboxen waren ziemlich ausgebucht. Ich hätte für meinen Teil gerne noch mehr erlebt an diesem Abend doch irgendwie zogen die Stunden fast wie ein Film vor meinem Auge vorbei – Schlafmangel in Kombination mit einem Umzug hatten mich dann doch etwas geschlaucht. Dank schrecklich viel Kaffee hielt ich es mich aber trotzdem noch die halbe Nacht auf den Beinen, wenn auch ein wenig neben der Spur. Ziemlich nervig fand ich es irgendwann, dass man wo immer man sich auch befand, immer im Weg stand. Eine größere Halle, wie etwa in Ottenstein, wäre hier besser gekommen. Hatte man aber wohl grade nicht da. Und schön war es ja trotzdem. So wie das ganze Wochenende überhaupt. Und anstrengend. Aber hauptsächlich schön.

Thank you for travelling with Deutsche Bahn

Aus der Reihe „Ärgerniss Zugfahrt“: Meine heutige Tour von Bonn war wieder ein echtes Erlebnis. Der Rhein-Express nach Koblenz hatte sich direkt um 25 Minuten verspätet. Der etwas später fahrende IC nach Koblenz, mit dem ich meinen dortigen Anschluß noch bekommen hätte, wurde leider nicht für „Normalreisende“ freigegeben. So verschob sich meine Ankunft in der alten Heimat schon vor Fahrtantritt um eine Stunde.

In Koblenz hatte ich so dann wenigstens Zeit, mir einen der leckerem Bahnhofs-Cappuccinos zu genehmigen.

Das mein nächster Zug dann auch schon wieder mit mehr als 10 Minuten Verspätung startete, darf man als schlechtes Zeichen werten. Die Bahnbedienstete in der Regionalbahn nach Mainz war zwar sehr bemüht, konnte aber dank unterwegs zusätzlich aufgebauter Verspätung und trotz mehrerer Telefonate nicht erreichen, dass der Regionalexpress meiner Wahl in Ingelheim auf mich wartet. Wenigstens ist das Rheintal bei Sonnenuntergang recht idyllisch anzuschauen. Und ich hatte die Gelegenheit mich ausführlicher mit meinem neuen Spielzeug auseinander zu setzen.

In Ingelheim verließ mich dann das Pech ein wenig. Mag die DB AG auch nicht auf mich warten, auf eine Horde Fussballfans tut sie es. Der Regionalexpress nach Saarbrücken hatte ausreichend Verspätung, so daß ich diesen tatsächlich noch bekam. Mit anderthalb Stunden Verspätung traf ich dann schließlich in Idar-Oberstein an. Viereinhalb Stunden war ich unterwegs.

Mein Fazit dieser Tour: Mal schauen was die einschlägigen Mitfahrzentralen im Internet so für mich zu bieten haben. Eventuell komme ich so sogar noch ein wenig billiger weg. Außerdem werde ich auch mal nachhören, was die Bahn von einem kleinem Entgegenkommen hält. Hoffnungen muß ich mir da aber wohl keine machen…

Freitäglicher Bahnspaß

Sehr spontan bin ich gestern Abend noch in die alte Heimat aufgebrochen. Dazu hatte ich mir die letztmögliche Verbindung zum Freitagabend ausgesucht, ein wenig Nervenkitzel muss ja dann doch sein.

Um 0.04 Uhr in Idar-Oberstein einzutreffen entsprach zwar nicht ganz meiner Lieblingsvorstellung, zumal ich schon mit Kopfschmerzen gestartet war. Aber es sollte noch dicker kommen: Nachdem das Umsteigen in Koblenz noch problemlos von statten ging, baute die Regionalbahn auf dem Weg nach Ingelheim dann nach und nach eine nicht kleine Verspätung auf. So erreichte ich da nicht mehr den angedachten Regionalexpress, zum Glück fuhr aber kurze Zeit darauf noch eine Regionalbahn.
Die Wartezeit überbrückte ich damit, mir ein dummes Gespräch von deinem mitreisenden Hiphopper halten zu lassen und zwei Exilnigerianern beim Streiten zuzuhören. Ich hoffe die beiden wurden sich einig, wer nun wem zuhören muss. Hatte ich schon meine Kopfschmerzen erwähnt? Es fehlte nicht viel und die beiden Spezialisten hätten mal mir zuhören müssen.

Beim Einstieg in die Regionalbahn erwartete mich dann die nächste Hiobsbotschaft: Mit Schienenersatzverkehr ab Kirn hatte natürlich niemand gerechnet. So wurde dann am Ende aus 0.04 Uhr irgendwie kurz nach 1 Uhr… Und nicht mal „Idar-Oberstein, hier Idar-Oberstein“ durfte ich mir anhören. Das fand ich dann doch wirklich schade.

Sammelsurium

Und dann waren da noch ein paar Dinge:

  • Mein Wochenende zu Hause war langweilig – aber auf eine sehr positive Art und Weise. Es hat mal wieder richtig gut getan, nichts zu tun.
  • Seit Montag morgen bin ich nun offiziell Diplomant. Der von mir erwartete höchstbürokratische Aufwand war nahezu verschwindend gering. Nur eine Formularseite war auszufüllen und sehr schnell unterschrieben beim Prüfungsamt einzureichen. Bis zum 23. Dezember muss nun die schriftliche Fassung der Arbeit dort eingereicht sein.
  • An meiner FH hat sich nicht so recht was getan. Eines der Wohnheime wurde mit einem großen Gemälde „verschönert“. Ich verpasse also schlichtweg nichts.
  • Auf meiner Fahrt von Idar-Oberstein nach Bonn bin ich tatsächlich kontrolliert worden. Gut, dass ich mich doch wieder für ein Ticket entschieden hatte.
  • Natürlich habe ich mir am Wochenende auch recht ausführlich Radio Idar-Oberstein angehört und finde es auch grundsätzlich nicht schlecht. Zur allgemeinen Hintergrundberieselung ist es auf jeden Fall zu gebrauchen. Allerdings hat mich die ein und selbe Bruce-Willis-Stimmenansage schon beim etwa dritten Mal genervt.

Vermutlich: To be continued…

Hamburger Singewettstreit 2008

Singerunde im Elbtunnel

Nachdem ich mir ja schon vor langem Zugtickets gekauft hatte, dabei von einem Automaten verarscht wurde und schließlich auch meine Eintrittskarte angekommen war, ging es nun am Wochenende nach Hamburg zum Singewettstreit. Ein sehr ereignisreiches Wochenende lag da vor mir. Wie immer, wenn es mehr zu erzählen gibt, geschieht das nun auch hier anhand einiger harter Fakten. Diese werden eventuell nach einer ausgiebigen Nachtruhe erweitert.

  • Dass mein Mitfahrer mit dem selben Zug fahren würde wie ich, wusste ich schon am vergangenen Montag. Er selbst hat sich erst Donnerstagabend dazu entschlossen.
  • Ich durfte tatsächlich im Zug sitzen bleiben. Der Schaffnerin war mein Kartenproblem schon mehrmals untergekommen.
  • Ohne Korkenzieher, nur einer Spax und keiner Zange bekommt man eine Weinflasche leider nicht auf.
  • Trampende Mitstreiter schreiben Kurznachrichten, dass sie an der „Bahn“ ankommen. Wenn die Horde am Bahnhof wartet, kommt der Mitstreiter an der Rennbahn an. Man trifft sich dann auf der Reeperbahn.
  • Eine Kiezkneipe voller bündischer Gesellen kann es ganz schön krachen lassen. „Auf der Reeperbahn nachts um halb 1“-singen macht dann gleich noch eine Runde mehr Spaß.
  • Die genialste Örtlichkeit für eine Singerunde ist der alte Elbtunnel. Siehe dazu auch das Bild oben. Der gute Mann ganz rechts im Bild hat wirklich so geschlafen – und geschnarcht.
  • Wenn man erst im Morgengrauen am Übernachtungsplatz auf der Horner Rennbahn ankommt, muss man auch mal in einer Pferdebox (zum Glück ohne Pferde) schlafen.
  • Auch Jungenschaftler haben Mobiltelefone. Diese klingeln gern in aller Frühe und in den wirresten Tönen.
  • Man kann auch direkt nach dem Frühstück Bier trinken – wenn dieses erst um 12 beendet ist.
  • Eine Kiste Astra hat nur noch 27 Flaschen.
  • Zwei bekannte Brüder haben die unglaubliche Gabe es einzurichten, dass immer einer fehlt.
  • Es gibt Leute, die können manche Leute kann man nicht leiden… weil man sie hasst.
  • Die gefühlte Länge eines Singewettstreits übertrifft dessen wirkliche Länge oft um ein vielfaches.
  • Kampf-Emanzen sind doof. Über Abtreibung muss man nicht singen.
  • Nicht immer sind die anderen die Dummen die gerade falsch abbiegen und sich verlaufen.
  • Backfisch vom Fischmarkt zum Frühstück ist lecker. Räucherfisch zum Mittagessen auch. Zivile Mitreisende im Zug sehen das eventuell anders.

Vom Automaten verarscht

Letztens habe ich mir Zugtickets gekauft. Dabei hat der Automat mir allerdings einen echten Streich gespielt und mir andere Tickets ausgespuckt, als ich eigentlich erwartet hab und mir vorher im Internet rausgesucht hatte. Wie und warum genau mir das nicht vorher aufgefallen ist, weiß ich auch nicht so recht. Jedenfalls habe ich vorhin die Frau am Bahnschalter mit meinem Problem echt zum Lachen gebracht. Die mir nun vorliegende Bahnverbindung hat sie in ihrem Computer nicht nachvollziehen können.

Werden wir mal ein wenig genauer: Am 4. April werde ich um kurz vor 18 Uhr hier in Bonn in einen IC einsteigen. In Köln steige ich dann in einen ICE um und fahre in etwa einer Stunde, 20 Minuten nach Dortmund. Dort muss ich umsteigen. Nun darf man mal raten, in welchen Zug.
Natürlich wieder in den, mit dem ich von Bonn schon nach Köln gefahren bin! Dieser wird mich dann schließlich auch weiter nach Hamburg bringen, denn das dort endet er.
Wie der Automat und ich das geschafft haben, weiß ich leider auch nicht. Auch die Direktverbindung ist im Bahn und Spar-Tarif verfügbar, daran kann es nicht gelegen haben.

Am Schalter konnte man mir nicht so recht weiterhelfen, der dicke Mann die Chefin mit den kurzen Haaren war leider nicht sonderlich kooperativ. Man hat richtig gemerkt, dass meiner Schalterfrau das peinlich war.

Der einzige Tipp, den sie mir mitgeben konnte: „Fragen sie doch den Schaffner, ob sie sitzenbleiben dürfen.“

Erkenntnisse einer Zugfahrt

Heute nachmittag bin ich meine aktuelle Lieblingsstrecke gefahren: Idar-Oberstein – Bonn. Jedenfalls fahre ich die ja bekanntlich in der letzten Zeit öfter. Etwa drei Stunden ist man da unterwegs, hat die Stöpsel in den Ohren und keine Lust, „Moby Dick“ weiterzulesen. Grund genug, sich die Mitreisenden etwas näher anzusehen und auch sonst ein paar Gedanken zu machen und produktiv zu sein.

Auch mein nächster Mac wird ein mobiles Gerät sein. Auch wenn es vielleicht nur ein Zweitcomputer wird, aber mobil will ich auf jeden Fall weiterhin sein. Zwischen Bingen und Koblenz habe ich jedenfalls mal ein paar Mails beantwortet, die das mehr als dringend nötig hatten.
Mobil online sein ist nicht so wichtig. Abschicken kann man die dann immer noch zu Hause. Im Moment liebäugele ich ja massiv mit einem schwarzen MacBook.
Da drauf kann man bestimmt auch toll seine Diplomarbeit schreiben – für die habe ich mir unterwegs auch schon mal eine Gliederung ausgedacht. Mal schauen was mein Chef dazu sagt.

Mein 2GB iPod nano der ersten Generation reicht immer noch völlig aus. Obwohl ich seit Donnerstag mehr als sechs Stunden im Zug gesessen habe, wäre ich auch mit 100MB Musik dicke ausgekommen. Oder einem CD-Player und einer Rolling Stones-CD.

Ohne den iPod würde ich aber im Moment wohl eher inhaftiert sein. Nur zehn Minuten hatte ich ihn heute nicht auf – das hat gereicht um genug Aggressionen auf $lautesDummesKind aufzubauen, um es durch das geschlossene Zugfenster zu entsorgen zu wollen. Und die Mutter gleich hinterher, da hätten mir aber drei bis vier Mitreisende helfen müssen. Gefunden hätte ich die sicher, auch die anderen Leute um mich herum wirkten nicht gerade glücklich.

Aus den Ohren genommen hatte ich die iPod-Stöpsel übrigens, weil ich mithören wollte was $versiffterTyp für einen Palaver mit dem Schaffner macht. Mit dem Zugticket für die Hinreise kann man drei Tage später übrigens nicht wieder zurückfahren. Verrückte Welt!

Ich reise nicht gern mit mehr als einem Rucksack und meiner Umhängetasche. Alles andere macht einen schrecklich unflexibel. Das habe ich heute wieder gemerkt. Wie soll ich denn bitte eine Zigarette drehen, wenn da so ein Rucksack vor meinem Bauch baumelt? Andere Reisende überfordern sich aber noch mehr. Einige sind sogar mit einem winzigen Rollkoffer überfordert. Man sollte einigen Menschen einfach verbieten, das Haus zu verlassen. Siehe oben.

Ansonsten ist es immer wieder schön, die Rheinstrecke zu fahren. Da kann man auch mal aus dem Fenster schauen und nicht denken. Das war fast der beste Teil der Tour.

Pfadfinder unterwegs

Gestern Abend im Zug kam ich neben einer Gruppe Pfadfinder zum Sitzen. Wie ich inzwischen herausgefunden habe, sind die Vier vom Stamm St. Willigis aus dem DPB Mosaik und irgendwie sahen sie so aus, als wollten sie auf Fahrt gehen.
Angesprochen hab ich sie mal nicht, musste aber zwangsläufig ihrem Gespräch zuhören und hab mich daran ziemlich gefreut und wurde auch schnell ein wenig neidisch.

Irgendwie sind die Gespräche und Anekdoten in unseren Kreisen doch immer die selben und als ich nach der Uhrzeit gefragt wurde und wann der Zug denn in Neubrücke ankommen würde, konnte ich natürlich prima Auskunft geben. Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt um nachzufragen was sie vorhaben: Auf den Erbeskopf soll es zu Fuß gehen. Als ich dann beim Aussteigen in Idar-Oberstein viel Spaß und Gut Pfad gewünscht hab, wurde ich dann schon ein wenig verdutzt angeschaut.

Ansonsten bin ich recht froh, dass ich dieses Jahr in den Osterferien mal nicht unterwegs war. Das Brexbachtal, in dem ich mich letztes Jahr aufgehalten habe, ist ja nicht sonderlich weit von Bonn entfernt. Das Wetter dürfte also so ziemlich das selbe gewesen sein. Jedes Mal wenn ich unter Woche auf dem Balkon stand und eine geraucht hab, war ich froh nur fünf Minuten dem Wetter trotzen zu müssen und nicht die ganze Woche im freien verbringen zu müssen. Eine Menge Spaß auf einem unserer Landesverbands-Kurse ist mir aber trotzdem bestimmt entgangen.