Spritze zwei

· Alltäglich Belangloses

Es ist genau sechs Wochen her, dass ich meine erste Corona-Schutzimpfung bekommen habe. Heute dann: Teil zwei der Veranstaltung, gleiches Prozedere. Am späten Nachmittag setze ich mich wieder auf’s Rad und bin wieder überrascht, wie schnell man doch überall damit sein kann. Beim Impfzentrum im World Congress Center ist im Eingangsbereich alles wieder gut organisiert. Ein Mann findet mich direkt auf der Liste, misst mir mit den Worten „Jetzt bekommen Sie einen Kopfschuss!“ die Temperatur und ein zweiter guckt kurz darauf auf meine Unterlagen, ignoriert die extra noch am Nachmittag im Copyshop ausgedruckte zweite Ausführung und schickt mich in den Warteraum. Alle sind sehr nett und zuvorkommend. Eine junge Frau weist mir einen Sitzplatz zu und nach wenigen Minuten schon sitze ich mit zwei Ärztinnen in einer Kabine. Wieder unterhalte ich mich kurz und nett, wir freuen uns über das sonnige Wetter, es piekst kurz in meinen linken Arm und dann sitze ich auch schon mit dem obligatorischen Pflaster auf dem Arm im Warteraum.

Auf meine Nachfrage erzählt man mir, dass ich wegen des QR-Codes für die Corona-Impfnachweis-App in eine Apotheke müsse. Das geht ab heute. Scheinbar wurden nicht ausreichend geliefert, so dass die schon nach einer Woche wieder aus waren. Aber das ist für mich sowieso erst in zwei Wochen interessant. Erst einmal geht es nun nach Hause. Für den Rückweg entscheide ich mich für die Strecke auf der Rheinpromenade. Das Wetter ist angenehm, ich habe sowieso schon ein paar okaye Tage hinter mir und heute Abend geht es mir besonders gut. Ein weiterer Schritt in Richtung „Normalität“.

Körperschaftssteuer

· Alltäglich Belangloses · Pfadfinder

Post vom Finanzamt: Ich möchte doch bitte eine Körperschaftssteuererklärung abgeben. Ein genauerer Blick verrät: Nicht ich, sondern die Idar-Obersteiner Pfadfinder sollen. Vertreten durch mich, ihren Vorsitzenden. Das wundert mich, denn das mussten wir bisher noch nie. Ein Anruf klärt: Die Überprüfung der Gemeinnützigkeit, die alle drei Jahre stattfindet und sonst mit dem Einsenden der entsprechenden Protokolle der Mitgliederversammlung und einer Kassenaufstellung erledigt war, ist nun eine Steuererklärung. Nun denn.

Also kurz ein wenig auf diese allseits voranschreitende Digitalisierung schimpfen und dann verabrede ich mich mit Jörg zum gemeinsamen leidvollen bildschirmgeteilten Ausfüllen des sicherlich hochkomplizierten Elster-Formulars. Es konnte ja keiner ahnen, dass das Durchgehen des Formulars am Ende dann tatsächlich nicht sonderlich anstrengend werden würde. Mit Hilfe eines erklärenden PDFs, was mir die Frau vom Finanzamt empfohlen hatte, klicken wir uns locker in einer knappen Stunde durch. Die meisten Sachen müssen wir als gemeinnütziger Verein der Jugendhilfe überhaupt nicht ausfüllen. Und so sitzen wir schon bald beide kleine Bretzeln mampfend vor unseren Bildschirmen und reden über alles mögliche, nur nicht die Köperschaftssteuer. Das ist schön.

Daniel Suarez: Daemon

· Bücher

Nach dem Tod von Matthew Sobol geschehen merkwürdige Dinge: Menschen werden umgebracht, Firmen gehen Bankrott. Im Rahmen der Ermittlungen trifft Detective Sebeck unter anderem auf den Computerspezialisten Ross und die NSA-Analytikerin Philipps, bevor er selbst in die Schusslinie gerät. Sobols Tod erweckt einen digitalen Daemon, der einiges in Gang setzt. Die Hinterlassenschaft des Multimillionärs, Genies und Spieleentwicklers ist eine Spur der Verwüstung. Spätestens als selbstfahrende Fahrzeuge und Motorräder mit eingebauten Zwillingsschwertern Teil der Geschichte werden geht es zwar zum einen richtig rund, wird es aber auch wirklich unrealistisch. Aber was soll’s.

Ich habe über das lange Wochenende mal wieder ein Buch gelesen und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. In der Vergangenheit fehlte mir irgendwie immer der Einstieg und dann die Motivation weiterzulesen. Geholfen haben mir dieses Mal zwei Dinge: Die spannende Geschichte, geschrieben von Daniel Suarez und eine dimmbare Stirnlampe. Mit deren Hilfe konnte ich auch bis spät in die Nacht lesen, ohne meine Mitschläfer zu stören. Vor allem Herr Max ist ein bisschen empfindlich, was Licht Nachts angeht.

Daemon ist der erste von zwei Bänden die aufeinander aufbauen. Darknet liegt bereits auf dem Nachttisch.

Ausnahmezustand

· Filme & Serien

Wäschefaltzeit ist Filmguckzeit. Dieser Tage schlägt Netflix mir den Film „Ausnahmezustand“ vor. Der hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ist von neunzehnhundertachtungneunzig. Aber die Geschichte ist dennoch nicht ganz unaktuell: Islamische Terroristen verüben Selbstmordanschläge und halten damit New York in Atem. Es ist ein bisschen gruselig, einen Film mit dieser Handlung zu sehen und bei fast jeder Großansicht der Stadt sind die beiden markanten Zwillingstürme des World Trade Centers zu sehen.

FBI-Agent Hubbard (Denzel Washington) ermittelt im Fall der Anschläge. Irgendwie mischt die CIA mit und auch das Militär in Form von Bruce Willis als Armeegeneral ist mit dabei. Am Ende kommt es zu dem namensgebenden Ausnahmezustand und die Armee beginnt Menschen aufgrund ihrer Herkunft zu verhaften. Auch das finde ich ziemlich gruselig und falsch. Und ganz am Ende klärt sich dann alles ein klein wenig anders auf, als man das vielleicht erwarten könnte.

Ausnahmezustand ist kein schlechter Film und 90er-Jahre-Thriller mag ich schon meistens – ich weiß garnicht woran das liegt. Die Machart ist irgendwie anders.

Cover des Videos "Ausnahmezustand"

Star Trek: Discovery, Staffel drei

· Filme & Serien

Über die erste Staffel Star Trek: Discovery schrieb ich vor zweieinhalb Jahren:

Und schon sind wir mitten drin in der Handlung, die zwar für mich die ein oder andere Länge hatte, gerade aber auf dem Endspurt wirklich fesselnd war.

Staffel zwei war dann irgendwas mit einem roten Engel und Zeitreisen und eventuell habe ich das alles nicht mehr so richtig in Erinnerung. Als ich dann letzte Woche aber etwas matschig nach dem Zahnarzt-Besuch im Bett liege, ist das ein guter Zeitpunkt um sich die aktuelle Staffel der Serie anzuschauen. So richtig viel habe ich mir eigentlich nicht erwartet und dann bin ich auf einmal irgendwie mittendrin. Etwa die Hälfte der Staffel schaue ich dann auch direkt an diesem Tag, versacke am Wochenende noch einmal ein bisschen und so verbleibt mir gestern Abend nur noch eine Folge.

In der dritten Staffel von Star Trek: Discovery ist die Besatzung samt Raumschiff in der Zukunft gelandet. Die Förderation gibt es zwar noch, aber so weit her ist es mit ihr nicht mehr. Grund dafür ist unter anderem auch ein Ereignis mit dem Namen „Der Brand“, das unfassbar viele Schiffe gleichzeitig einfach explodieren lies. Mit viel Elan, der ein oder anderen flexiblen Auslegung von Befehlen und einer großen Portion Idealismus ausgestattet macht sich die Discovery daran, herauszufinden was seinerzeit passierte und die Förderation wieder aufzupäppeln.

An der ein oder anderen Stelle war es auch dieses Mal wieder ein bisschen lang, finde ich. Gestern Abend bin ich aber richtig enttäuscht, als ich bemerkte, dass ich gerade die letzte Folge schaue. Das ist ein gutes Zeichen.

„Eins-sieben ist zerstört“

· Alltäglich Belangloses

Zu Zahnärzten habe ich eigentlich nicht so richtig ein Verhältnis. Es gibt zwar den ein oder anderen Beitrag schon zu dem Thema, aber meistens geht es dabei nur um meine jährlichen Routinebesuche und Zahnreinigungen. Heute steht dann tatsächlich ein Novum auf dem Plan: Mir soll ein Zahn gezogen werden! Oder zumindest die Reste davon, denn der zu entfernende Kandidat oben ganz rechts ist ein alter Bekannter: Bereits zweitausendsieben wurde er das erste Mal behandelt, wurde dann im Jahr darauf ausgebessert, um schließlich vor gut acht Jahren mit einer Krone überzogen zu werden. Eben diese wurde vor einigen Jahren mit Hilfe von Gummibärchen entfernt und noch einmal neu eingesetzt. Schließlich ist sie dann, wieder während ich Gummibärchen kaue, vor etwa zwei Wochen mitsamt ihrem Stift herausgebrochen und fortan steckte nur noch der tote Zahnstumpf in meinem Kiefer. Eins-sieben ist zerstört.

Das sagt die Zahnärztin dann heute Morgen auch bei der Bestandsaufnahme, bevor sie mir eine Spritze in den Kiefer steckt. Gemeinsam warten wir darauf, dass meine Zunge schwer wird und die Extraktion beginnen kann. Ich halte brav den Mund auf und die Augen geschlossen, während zuerst der Rest des Zahns soweit freigelegt wird, dass man ihn packen kann. Gezogen ist dann schnell, ein bisschen Wundversorgung folgt. „Bitte beißen sie nun mindestens zwanzig Minuten auf diesen Tupfer!“ sagt die nette Zahnärztin. Das mache ich brav, ständiger Begleiter ist die Angst, dass ich mir gerade meine betäubte Zunge durchbeiße und es nicht merke.

Den Rest des Tages liege ich ein bisschen matschig in der Ecke. Die Schmerzen sind aushaltbar, ich trinke vorsichtig und kann auch am frühen Nachmittag wieder etwas essen. So einen Quatsch brauche ich nicht öfter. Zum Glück sind meine restlichen Zähne wirklich gut in Schuss.

Unlocked

· Filme & Serien

„Das ist schon so ein Martin-Film.“ sagt Dominik. Und damit hat er nicht unrecht. Eine recht spannende Spionage-Geschichte, eine Verschwörung, Schießerei. Ich mag den Geheimdienstkram. Und ich mag Noomi Rapace gerne. Sie spielt die CIA-Agentin Alice Racine, die einen vermeintlichen Terroristen verhören soll. Natürlich ist alles nicht so wie es scheint und der Spaß geht los. Orlando Bloom spielt auch eine Weile mit. Von ihm habe ich seit dem etwa zweiten Film der „Fluch der Karibik“-Filme nichts mehr mitbekommen. Und auch scheinbar nichts verpasst, ich fand ihn eher nervig. Der Film wird dadurch aber nicht schlechter.

Cover des Videos "Unlocked (2017 Movie) Official US Trailer – Orlando Bloom, Noomi Rapace"

Jack Reacher: Kein Weg zurück

· Filme & Serien

Das ging schnell: Gestern noch Teil eins geschaut, heute schon die Fortsetzung. Herr Max ist heute zeitig im Bett und ich einigermaßen unmotiviert etwas vernünftiges zu tun. So haben ich mal wieder Zeit für einen ganzen Film — und das, obwohl ich nicht einmal Wäsche zum Falten zur Hand habe. Fräulein Anna sitzt zwar auf dem gleichen Sofa wie ich, guckt aber nicht mit. Irgendwann aber erkennt sie den Film und erinnert sich daran, ihn gesehen zu haben. Mir geht es genau so. Teil zwei ist mir noch besser in Erinnerung als der erste Film.

Macht aber nichts. Ich fühle mich wieder gut unterhalten, während Tom Cruise sich prügelt und um sich schießt. Mit dabei: Cobie Smulders als Armeepolizistin, um deren Ermittlungen herum ein Komplott entsteht. Das war ja nun alles irgendwie auch so zu erwarten.

Cover des Videos "JACK REACHER: KEIN WEG ZURÜCK | TRAILER 1 | DE"

Jack Reacher

· Filme & Serien

Tom Cruise finde ich ja ein bisschen komisch, Filme mit ihm schaue ich aber schon ziemlich gerne. Da ich heute ein bisschen Zeit habe und zwei Maschinen Wäsche ungefaltet im Korb liegen, fällt meine Wahl auf „Jack Reacher“. Irgendwie war letztens schon einmal das Gespräch auf den Charakter gekommen. Und Netflix weiß vermutlich nicht, dass ich den Film vor Ewigkeiten schon einmal geschaut haben muss. Schon im Oktober 2017 habe ich nämlich Teil zwei geschaut, wie ich damals in einem Blogeintrag festhielt. Danach las ich dann noch achtzehn der zweiundzwanzig erschienen Bücher aus der gleichnamigen Reihe.

Jedenfalls: Jack Reacher ist nun keine schwere Kost. Aber der sowohl gewaltbereite als auch Gerechtigkeit suchende Charakter sagt mir zu. Die Bücher habe ich als spannend in Erinnerung und der Film war es auch. Er basiert auf dem neunten Buch aus der Reihe. Wie nah der Film an der Vorlage ist, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Die Geschichte rund um den ehemaligen Militärscharfschützen, der vermutlich zu unrecht des Mordes an fünf Menschen angeklagt wird, wird jedenfalls sehr spannend erzählt. Reacher und eine Anwältin ermitteln, natürlich gibt es eine größere Verschwörung. Dazu ein bisschen Gekloppe, eine Verfolgungsjagd mit dem Auto und Schießereien. Da beschwere ich mich nicht — und die Wäsche ist nun auch ordentlich und bereit in den Schrank zu wandern. Mal schauen, ob ich die Tage noch die Zeit für Teil zwei finde.

Cover des Videos "Jack Reacher - Offizieller Trailer (HD)"

Mile 22

· Filme & Serien

Ob „Actionfilme beim Wäsche falten gucken“ schon als Hobby durchgeht?

Mile 22 auf Amazon Prime war jedenfalls ok. Geballer, Prügelei, Explosionen und eine Agentengeschichte. Sowas mag ich ja schon ganz gerne. Eine recht überraschende Wendung gibt es dann auch noch – mehr will ich garnicht.

Angeblich soll der Film der Auftakt einer Trilogie sein. Da andere Leute den Film scheinbar nicht mehrheitlich eher mäßig fanden, bin ich mal gespannt ob es eine oder zwei Fortsetzungen geben wird. Ich würde sie mir anschauen.

Cover des Videos "Mile 22 - Trailer (deutsch/german; FSK 12)"