Bauschutt

· Haus

Manchmal muss es ja schnell gehen. Zum Beispiel, als ich vor einigen Monaten am späten Nachmittag des einen Tages zusagen soll, ob am kommenden Morgen jemand die zu entfernenden Fliesen bearbeiten dürfe. Handwerker sind schwer zu kriegen und wenn da jemand spontan ein Zeitfenster hat, dann muss man das nutzen. Also sage ich natürlich zu und dann gehen die Herren auch fleißig ans Werk. Übrig bleiben dabei dann aber rund 50 Quadratmeter mit dem Schlaghammer entfernte Fliesen aus den Räumen im Untergeschoss nebst einer Menge Dreck vom Abfräsen des Bodens. Dazu dann nochmal eine Menge Kram aus der Küche, denn dort hat man seinerzeit die Wand auch direkt mit gemacht. So spontan habe ich nicht so recht Ahnung was ich nun mit dem Kram tun soll und deshalb denke ich mir: „Um die Entsorgung kümmere ich mich später“. Dann verbringe ich noch einmal einen halben Tag damit, den Dreck in rote Bauschutt-Säcke aus dem Baumarkt zu verpacken. Diese sind auf keinen Fall so reißfest wie man sie anpreist und ich denke wirklich viel drüber nach wie man die mehrmals benutzen soll. Denn das kann man, sagt der Hersteller. Pffff.

Da ich ein ordentlicher Mensch bin, stehen die knapp vierzig Säcke dann anschließend in Reih und Glied in der Garage und erst einmal sind andere Dinge wichtiger. Wir spulen vor, nicht ganz sechs Monate. Inzwischen sind nicht nur wir in das Haus eingezogen, sondern in der Garage auch vier Mülltonnen, drei große Fahrräder, ein Anhänger dazu und Herrn Maxens Fuhrpark. Außerdem einiges an Gartenwerkzeugen, weil das Gartenhaus noch ein Ex-Hühnerstall ist. Aber das ist ein anderes Thema. Knappe 2 Kubikmeter sind es, messe und rechne ich mir aus. Dass ich das auf keinen Fall selbst wegbringen kann, ist mir schnell klar. Eine Anzeige bei ebay-Kleinanzeigen beschert mir zwar allerlei spaßige Nachrichten, aber die aufgerufenen Preise lassen eher vermuten, dass mein schöner Bauschutt in irgend einem Wald landet. Zu billig darf es halt auch nicht sein.

Und dann habe ich an einem Morgen einen netten Mann von der Containerfirma am Telefon, die hier in jedem Ort an jeder Baustelle vertreten ist und die auch der entkernende Nachbar wärmstens empfohlen hat. Genau einen Tag später steht am Vormittag dann ein wirklich winzig aussehender Zweikommafünfkubik-Container in der Einfahrt. Am frühen Abend hieve ich also dann knapp vierzig Säcke paarweise in die Schubkarre, fahre sie die paar Meter die Einfahrt hinunter und kippe sie, möglichst vorsichtig wegen des Staubes, in den Container. Wahrscheinlich werde ich am Ende länger an diesem Blogeintrag geschrieben haben, als mich das Umladen an Zeit gekostet hat.

Ein orangener Container voller Bauschutt und ein Kind was uninteressiert vorbeiläuft.

Zuallererst bin ich nun wirklich froh, dass nun ein drittel der Garage nicht mehr mit Säcken voller Dreck belegt ist. Die übrigen Renovierungsmüllreste und vor allem die Hinterlassenschaften der Vorbesitzer sind nun irgendwie überblickbar und mit Hilfe von Restmüll, Wertstofftonne und einer Tour zum Wertstoffhof vermutlich auch erledigt. Im Nachhinein betrachtet wäre es natürlich super schlau gewesen, den Container schon im Frühjahr direkt bestellen. Aber es konnte ja keiner ahnen, dass das dermaßen unkompliziert ist!

Tom Clancy: Letzte Entscheidung

· Bücher

Dieses Mal ist der Junior-Jack-Ryan alleine unterwegs, eigentlich sogar in einem garnicht so geheimen Auftrag. Er soll zusammen mit einem Kollegen eine Buchprüfung in Singapur durchführen. Und dann ist natürlich alles doch nicht so wie es soll. Der Auftraggebende Ex-Senator schickt die beiden nicht nur zum Buchprüfen, sondern Juniors Kollege ist nicht so unbedarft wie es zuerst scheint und soll einen USB-Stick in das geschlossene Netz der Firma einbringen, damit Hacker-Dinge geschehen. Die nordkoraenische Regierung ist auf dem Atomraketen-Trip und hat nichts gutes im Sinn.

Schlägerei, Schießerei, Hackerei und eine wilde Flucht in einem Hurricane. Ich fühlte mich gut unterhalten.

Mark Dawson: Der Cleaner

· Bücher

John Milton ist ein ein bisschen in die Jahre gekommener „Cleaner“ des MI-6, der allerlei Dinge für den britischen Geheimdienst tut, die vielleicht auch nicht so ganz legal sind. Leute umbringen zum Beispiel. Als das bei seinem letzten Auftrag nicht mehr ganz so gut klappt und Milton immer mehr mit Gewissensbissen zu tun hat, sagt er sich vom Geheimdienst los. Nur das der nicht so ganz loslassen möchte.

Milton lernt dabei durch Zufall eine Frau kennen und macht es sich um Auftrag, nicht nur ihr sondern auch ihrem Gang-gefährdeten Sohn zu helfen. Und schon brennen die ersten Crack-Häuser in Londons Problemviertel.

„Der Cleaner“ war schon ganz spannend und auch gut zu lesen. So richtig gepackt hat mich die Geschichte aber dann doch nicht. Mal schauen, ob ich mich noch an den Rest der Reihe mache.

Der vierte Pieks

· Alltäglich Belangloses

Sehr spontan: Corona-Impfspritze Nummer Vier am Samstag um die Mittagszeit. Das ging schnell, ich merke von Spritzen ja immer nur einen winzigen Pieks. Ich bekomme ein Pflaster mit kleinen Tigern darauf. Sonntagnachmittag dann ein bisschen Kopfschmerzen und allgemeine Schlappheit, am Montag Morgen ist schon wieder alles gut. Ich sitze fit am Computer und arbeite. Auch der Rest der Bande hat alles gut vertragen. Ich bin ein bisschen gespannt, wie lange der Kelch noch an uns vorübergeht.

The Protégé

· Filme & Serien

Mehr als diese Inhaltsangabe aus der Wikipedia ist eigentlich nicht zu schreiben.

Anna wurde als Kind von dem Killer Moody gerettet und ausgebildet, als Erwachsene ist sie nun die geschickteste Auftragsmörderin der Welt. Als Moody ermordet wird, will sie seinen Tod rächen. Immer wieder in die Quere kommt ihr dabei der mysteriöse Michael Rembrandt, ebenfalls ein Profikiller, der jedoch auch privates Interesse an ihr zeigt.

Wikipedia

The Protégé hat mich müdigkeitsbeding an zwei Abenden gut unterhalten. Der alternde Samuel L. und Maggie Q sind ein gutes Killerteam, die Handlung ist zumindest zum Wäschefalten ausreichend fesselnd.

The Gray Men

· Filme & Serien

Der Film konnte nicht all zu lange an mir vorbei gehen, denn er ist ein sehr guter Wäschefalt-Film: „The Gray Men“ sind eine geheime Gruppe von Agenten, die von der CIA gesteuert werden und immer dann zum Einsatz kommen, wenn es nicht so offiziell sein soll. Das hat natürlich mit Schießerei, Klopperei und Verfolgungsjagten zu tun und das gucke ich mir ja bekanntlich gerne an, während ich neben einer Ladung Handtücher auch noch allerlei Klamotten in den Größen 96-104 zu falten habe. Die Handlung, ganz kurz: Es gibt dunkle Mächte in der CIA und die gilt es natürlich auzudecken, nebenbei muss auch noch die Nichte des Agenten-Mentors gerettet werden. Die Handlung basiert auf einem Buch von Mark Greaney, der auch zum Beispiel der Co-Autor von „Die Macht des Präsidenten“ ist.

Neben Ryan Gosling als „Agent 6“ spielt auch noch Chris Evans als bisschen psychotischer Söldner-Typ mit. Den ehemaligen Captain America in anderen Rollen zu sehen ist noch ein bisschen ungewöhnlich. Vor allem, wenn er wie in diesem Film oder auch in Knives Out dann auch noch eine nicht ganz so sympathische Rolle einnimmt. Apropos „Knives Out“: Die großartige Ana de Armas ist auch als Agentin mit von der Partie. Herzchen-Emoji.

Das Internet sagt, dass ein zweiter Teil bereits angekündigt ist. Ich bin gespannt.

Cover des Videos "THE GRAY MAN | Official Trailer | Netflix"

Tom Clancy: Die Macht des Präsidenten

· Bücher

Als ich letztens Red Rabbit las, war ich ein bisschen angefixt. Die Romane von Tom Clancy lese ich nach wie vor sehr gern. Und auch wie Mark Greaney nun anstatt des verstorbenen Tom Clancy die Reihe rund um Jack Ryan, seinen Sohn und all die anderen bekannten Charaktere, fortführt gefällt mir. Zeit also, wieder aufzuholen. Ich habe irgendwann eher wahllos einige der neueren Bücher gelesen und weil dieses hier scho auf dem Kindle war, einfach noch einmal damit angefangen.

„Die Macht des Präsidenten“ ist ein merkwürdiger Titel, der Inhalt war dann aber schon sehr clancy. Und der Inhalt ist überraschend aktuell, denn während ich das Buch lese, geht es auch in den Nachrichten um den Landkorridor zwischen Russland und seiner Exklave Kalniningrad. Russland ist also wieder einmal der Feind Nummer eins und die Handlung ist die gewohnte und gemochte Mischung aus Diplomatie, Kriegshandlung und Geheimdienstarbeit.

Interessanterweise macht es mir, trotz der allgemeinen Weltlage, nichts aus den Roman zu lesen. Tatsächlich ist es ganz erholsam, wirklich genau zu wissen, dass man sich gerade mit Fiktion beschäftigt. Außerdem: Langsam aber sicher freunde ich mich, das sei nebenbei erwähnt, tatsächlich auch mit dem Charakter des Jack Ryan Jr. an. Das ist mir ja eine ganze Weile schwer gefallen. Das ist auf jeden Fall gut, denn der Herr Papa tritt ja schon ein wenig kürzer.

Die Sache mit den Schlüsseln

· Haus

Mehrere Zimmerschlüssel liegen auf dem Boden.

Wir haben noch nicht hier gewohnt, als Herr Max das erste Mal sehr unglücklich war, weil er sich nicht in einem Raum einsperren konnte. Und da wusste ich: Die Schlüssel müssen weg. Also kurzerhand alle Schlüssel eingesammelt, in eine kleine Kiste gesteckt und irgendwo im Keller vergessen. Ordentlichkeits-Martin wäre aber nicht Ordentlichkeits-Martin, wenn mich das nicht irgendwie stören würde. Also landet beim nächsten Baumarkt-Besuch eine Packung sehr günstiger Schlüsselanhänger im Wagen.

Was ich nicht bedacht habe: Natürlich bedeutet „Schlüssel beschriften“ auch „rausfinden wohin er gehört“ und so turne ich an einem Nachmittag durch die Bude und probiere Schlüssel aus. Es stellt sich heraus: Einige Schlüssel passen in mehrere Türen, was erkennbar ist an der kleinen Nummer am Griff. Bei einigen Türen passen die Schlüssel zu meiner Überraschung nur aus einer Richtung, was ich relativ merkwürdig finde und sicherlich nicht gewollt ist. Und schließlich fehlen dann irgendwie auch ein paar Schlüssel.

Am Ende sind nun alle vorhandenen Schlüssel erst einmal beschriftet und hängen auf drei Nägeln im Keller. Deutlich besser, falls man doch mal einen braucht. Da wir sowieso nach und nach den ein oder anderen Türgriff samt Schild ersetzen müssen, mache ich mir eher dann die nächsten Gedanken rund um die Schlüssel-Situation.

Tom Clancy: Red Rabbit

· Bücher

„Red Rabbit“ ist glaube ich das dritte Buch im Jack-Ryan-Kanon. Der “Rabbit“ ist ein russischer Überläufer, ein Mitarbeiter des KGB, der allerlei Geheimnisse kennt. Ein klassischer 80er-Jahre-Clancy-Plott. 

Das Buch selbst ist zumindest in gut der ersten Hälfte leider sehr langatmig. Es dauert ewig, bis alle Charaktere ausführlich eingeführt und vorgestellt und an der richtigen Position sind. Das letzte Drittel des Buches ist dann ein spannender Spionage-Roman, den ich fast nicht aus der Hand legen wollte. Ganz so wie früher.

Tom Clancy: Im Sturm

· Bücher

Gute zehn Jahre, nachdem ich das Buch schon einmal gelesen habe und darüber einen Eintrag schrieb, hielt ich es wieder in der Hand. Damals schrieb ich:

Der dritte Weltkrieg. Eine Erfahrung, die ich lieber nicht machen möchte. Clancy skizziert das Szenario einer sowjetischen Invasion in Westeuropa und schildert gewohnt detailliert die Kampfhandlungen und politischen Verhältnisse in der Nato und dem Warschauer Pakt.

Und auch dieses Mal war das Buch wieder spannend zu lesen. Gerade mit meinen Gedanken zum aktuellen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine im Hinterkopf. Ich bleibe da bei meinem Fazit von zweitausendzwölf:

Spannend, aber auch zum Nachdenken anregend, obwohl Clancy die menschlichen Verluste fast buchhalterisch nüchtern aufzählt.

Allerdings gilt es hinzuzufügen, dass mir die „Buchhalterei“ dieses Mal noch viel mehr aufgefallen ist, als beim letzten Mal. Kapitel für Kapitel würde man auch sehr gut in einer Excel-Tabelle zusammen fassen können. Trotzdem ist das Buch so geschrieben, dass es mir schwer fiel es Abends aus den Händen zu legen.