Düstere Zeiten zwischen den Jahren

Ich mag es, dem ein oder anderen mag das komisch vorkommen, ja schon ganz gerne bunt. Gerade auf Fotos finde ich kräftige Farben immer ziemlich gut, leider macht mir viel zu oft das Wetter dabei einen Strich durch die Rechnung. Unsere letzten Urlaube waren meistens leider ein wenig trübe.

Brücke über einen Fluß.

Aber man muss ja mit dem arbeiten was man hat. In diesem Fall sind das ein paar Bilder, die auf dem ein oder anderen Spaziergang zwischen den Jahren und in der alten Heimat entstanden sind. Das Wetter, ganz im Gegensatz zu meiner Stimmung übrigens: Grau aber trocken. Dichte Wolken am Himmel. Die Gelegenheit für mich, man eines der Schwarz-Weiß-Presets auszuprobieren, die ich in der letzten Zeit gesammelt habe. Danach noch ein bisschen feinjustiert und fertig ist das triste Ergebnis. Ich mag es. Auch wenn ich mich ein kleines bisschen auf den Frühling und den Sommer und mehr Farbe freue.

Eine Straße zieht sich durch die Landschaft.Ein düsterer Waldweg.Detailaufnahme eines umgefallenen Baums.Detailaufnahme eines Markierungsschildes für einen Wanderweg.Eine Brücke über den Fluss Nahe.Blick von oben auf den Fluss Nahe. Im Hintergrund ein Haus.Ein Felshang hinter einigen Bäumen.

Von einem Weihnachtsfest 🎄 und einem Jahreswechsel

Weil ich erst gestern einen recht ausführlichen Jahresrückblick veröffentlichte, habe ich kein schlechtes Gewissen hier schon wieder auf zwei Wochen zurückblicken zu müssen. Außerdem war Weihnachten und ich hatte Urlaub – also auch unfassbar viel abseits des ganzen Blog-Krams zu tun. Die letzte Woche vor Weihnachten – auch wenn sie gefühlt schon ewig her ist – habe ich als wirklich stressig in erinnerung. Projekte müssen fertig werden und ich wurstele und mache alles soweit möglich. Dabei bin ich leider deutlich unentspannter als ich das gerne wäre. Ich bin ziemlich froh, am Freitag irgendwann Computer Computer sein zu lassen. Statt dessen bauen wir noch einen Schreibtisch auf und räumen das Büro ein wenig um. So langsam wird es richtig heimelig in unserer Entwickler-Höhle.

Und dann ist auch schon Weihnachtswochenende. Ich fahre mit einem sehr frühen Zug reibungslos zu meinen Eltern und schaffe es dann, tatsächlich auch richtig ein bisschen auszuspannen. Frau Schwester ist auch da, es gibt ziemlich viel zu essen, den ein oder anderen Spaziergang. Alles was ich mag. Wir besuchen meinen Cousin in seinem neuen Haus, was ihm und seiner Familie ziemlich viel Platz bietet und mich ein bisschen neidisch zurücklässt. Mal gucken. Ganz nebenbei arbeite ich immer wieder mal ein bisschen an den Beiträgen und Bildern für die schon mehrfach erwähnte Lofoten-Urlaubs-Geschichte. Es gibt langsam Stück. Nach den Feiertagen reise ich fast ein bisschen ungerne wieder ab. Das waren schöne Tage im alten Zuhause! Bis auf ein paar düstere, nicht sehr weihnachtliche, Schwarz-Weiß-Aufnahmen habe ich leider keine gescheiten Bilder gemacht.

Eine Straße zieht sich durch die Landschaft.
Natürlich machte ich auch zwischen den Jahren das ein oder andere Bild. Hier der Blick auf die B41, die sich bei Idar-Oberstein durch die Ausläufer des Hunsrücks schlängelt.

Die Zeit zwischen den Jahren verbringe ich zu Hause und bin vor allem fleißig. Fräulein Anna muss leider arbeiten und so gibt es für mich viel Zeit, um all die vielen Kleinigkeiten zu erledigen. Und so räume ich auf, miste aus, werfe weg. Um meine Papierablage habe ich mich schon viele Monate nicht mehr gekümmert. Natürlich schaffe ich wieder nicht alles, was ich mir so vorgenommen habe. Damit war aber zu rechnen. Ich bin zufrieden. Silvester verbringen Fräulein Anna und ich alleine mit einem Film und dem Zwei-Personen-Mini-Raclette. Obwohl ich eigentlich vom Vorabend noch satt genug bin. Da waren wir zum Käse- und Schokofondue bei Teymur. Meinem Bauchumfang hat das sicherlich nicht all zu gut getan. Aber dagegen lässt sich ja im neuen Jahr was unternehmen.

Siebzehn, achtzehn

Zweitausendsiebzehn

Es ist Jahresrückblickszeit! Immer am Ende des Jahres nehme ich mir ein kleines bisschen Zeit, um die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Dieses Mal starten wir direkt mal damit, dass ich gar nicht so sehr wie sonst über meine Gesundheit klagen muss. Das mache ich normalerweise nämlich gerne im ersten Absatz des Jahresrückblicks. Hin und wieder habe ich ein bisschen mit der Schulter zu tun, manchmal ein bisschen mit dem Magen – aber insgesamt geht es mir dieses Jahr gesundheitlich deutlich besser, als in den vergangenen Jahren. Das liegt auch ein bisschen daran, dass ich regelmäßig zum Reha-Sport gegangen bin. Wozu ich zwar nicht immer motiviert bin, aber dann doch tatsächlich ein bisschen Spaß habe. Gejammert habe ich natürlich trotzdem. 🤷🏼‍♂️ Nicht meckern kann ich allerdings über meine Versucht etwas Bauchumfang zu verlieren. Das klappt überraschend gut, auch wenn ich noch nicht die Erfolge erziele, die ich mir vorgestellt hatte.

Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch
Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch auf der Bühne beim „Beach Motel van Cleef“.

Mein musikalisches Jahr

Musikalisch war einiges los in diesem Jahr. Direkt im Frühjahr das vermutliche Highlight des Jahres: Das Beach Motel van Cleef-Festival in St. Peter-Ording. Ich berichtete ausführlich. Die Veranstaltung gefiel Fräulein Anna und mir so gut, dass wir direkt auch für das kommende Jahr wieder gebucht habe. Anschließend ging es dann auch noch auf eine ganze Menge Konzerte. Unter anderem Conor Oberst oder Patrick Richard. Die ein oder andere neue Band habe ich so wieder kennengelernt. Und alte Helden sind zurückgekehrt.
Ich bin sehr zufrieden mit dem musikalischen Jahr. Vor allem auch mit Fraäulein Anna mir selbst, dass wir uns nach langen Arbeitstagen nochmal aufraffen konnten um zu den Veranstaltungen im fernen Köln zu gurken. So komme ich auf zehn Konzerte und zwei Festivals im vergangenen Jahr, womit man die „Ein Jahr, zwölf Konzerte“-Challenge als durchaus Erfolgreich abgeschlossen bezeichnen kann.

Spotify hat mir, wie schon gewohnt, wieder einen kleinen Jahresrückblick zusammengestellt. Hier, bitte:

Dokumentiert unterwegs

Aber auch ansonsten war ich ziemlich viel unterwegs. In Wien, in Split dann ein früher Sommerurlaub in Frankreich und auf dem Bundeslager, später im Jahr auch noch in Holland und Brüssel.

Blick aus dem Atomium.
Eine der Aufnahmen, die mir aus diesem Jahr besonders gut gefallen: Der Blick aus dem Atomium.
Split Promenade
Die Hafenpromenade in Split begrüßte uns im Frühjahr unter grauem Himmel. Danach wurde es dann aber schnell besser.

All die Geschichten zwischendrin sind auch ordentlich dokumentiert. In diesem Jahr war ich nämlich ziemlich fleißig, was diese Bloggerei angeht. Fast jede Woche erschien mindestens ein Artikel, oft sogar zwei. Mit diesem hier werden es in diesem Jahr achtundachtzig Stück gewesen sein. Der Ironblogger-Bot musste mich nur sehr selten Freitags vor der drohenden Geldstrafe warnen. Diese ganze Bloggerei macht mir immer noch sehr viel Spaß. Vor allem jetzt rückblickend, wenn ich das Jahr so Revue passieren lassen kann. Wenn es um das Schreiben der Inhalte geht, muss ich mich manchmal auch ein bisschen zwingen.

Ein 360-Grad-Planet-Bild vom Atomium.
Fräulein Anna und ich waren dieses Jahr ganz schön unterwegs. Hier sieht man uns mit dem Atomium im Hintergrund.

Das große Projekt „Den Reisebericht von den Lofoten online stellen“ habe ich leider wieder nicht zu Ende gebracht. Keine Ahnung was der Quatsch soll. Inzwischen bin ich aber schon deutlich weiter was Bildbearbeitung und Texte angeht, so dass ich immer noch Hoffnung habe das Thema im kommenden Jahr abschließen zu können.

Wie in jedem Jahr hatte ich mir auch ein bisschen vorgenommen, wieder mehr Dinge ins scheinbar soziale Internet zu stellen. Während es in meinem Twitter-Account weiterhin eher ruhig war, hat der Vorsatz bezüglich der Bilder sogar ein bisschen gefruchtet: Ich habe zweiundachtzig Bilder im vergangenen Jahr bei Instagram gepostet. Das sind fünfundzwanzig mehr als im Jahr zuvor. Das wurde belohnt, mag gab mir etwa doppelt so oft ein Herzchen wie im Vorjahr. Aber es ist noch Platz nach oben offen. Ansonsten sind im vergangenen Jahr rund einhundert Gigabyte Bilder alleine mit der Spiegelreflex entstanden und viele davon konnte man hier auch sehen.

Arbeitsplatz wechsel dich

Am Ende des Jahres dann noch ein etwas größerer Umbruch. Ich sage dem Chefkoch adé und fahre ab Oktober nach Köln, um mich dort im Agenturbusiness zu verdingen. Ich finde mich recht flott ein und gebe gleich Gas. Vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu viel. Hier verspricht auch das kommende Jahr spannend zu werden, ich bin schon ein bisschen aufgeregt, was es alles zu lernen gibt. Ich merke auf jeden Fall, wie ich durch die Luftveränderung wieder motivierter bin, Dinge auszuprobieren. Im letzten Viertel des Jahres habe ich es geschafft wieder sehr viel mehr Internetkram zu basteln und mich fortzubilden. Das ist gut und ich hoffe mir das ins neue Jahr mitnehmen zu können.

Meer
Eines der Bilder, die mir in diesem Jahr besonders gut gelungen sind. Eine Langzeitbelichtung am Strand von Zoutelande.

Und wo ich gerade dabei war, habe ich dann direkt noch ein bisschen weiter ausgemistet. Ziemlich viele Dinge fanden in diesem Jahr den Weg zu ebay-Kleinanzeigen, ins Nettwerk, ins Altpapier, auf den Sperrmüll. Das befreit ein bisschen und schafft Ordnung. Und gerade davon bin ich ja ein großer Fan.

Auch sonst habe ich wieder sehr viel mehr gelesen. Durch die längere Pendlerei hatte ich ja auch ausreichend Zeit dazu. Zumindest diesen Aspekt der Bahnfahrerei finde ich unheimlich gut, denn mit der Nase im Buch, bezwiehungsweise vor dem Kindle-Display, schaffe ich es immer noch am allerbesten mal ein bisschen abzuschalten. Nicht so gut hat es geklappt, über die gelesenen Bücher auch zu bloggen. Da habe ich doch was, das ich mir vornehmen kann.

Zweitausendachtzehn

Jetzt kommt der Teil mit den Vorsätzen. Spätestens, seit ich mal an einem ersten Januar ziemlich spontan endgültig aufhörte zu rauchen, braucht mir kein Miesepeter mehr mit „Das schaffst du ja sowieso nicht!“ zu kommen. Spackos. Ich nehme mir für das kommende Jahr, was ereignisreich zu werden verspricht, einfach nur vor ein bisschen mehr zu machen. Mehr von allem. Mehr Fotos, mehr weniger Bauchumfang, mehr Blogartikel, mehr Code, mehr unterwegs, mehr gut schlafen, mehr aufräumen und ausmisten. Das klingt nach Spaß. Los geht’s!

💫 Fancy Blog-Titel mit einer Cubic-Bezier-Animation

Gestern Abend stolperte ich mal wieder über cubic-bezier.com. Die Seite ermöglicht es einem, mit Hilfe eines kleinen Kurvendiagrams eigene Animationsabläufe für eine Cubic-Bezier-Funktion zu erstellen. Und weil ich gerade Zeit und Lust hatte etwas rumzuprobieren, habe ich den Titel des Blogs oben links mal direkt ein bisschen „besonders“ animiert. Ich mag das kleine Detail sehr gern, ansonsten verwende ich im Theme nur die Standard-Animationen linear und ease-in-out.

Ganz witzig finde ich die Erkenntnis, dass man mit negativen Werten sozusagen „Anlauf“ nehmen kann. Während das hier im Titel nur an der Animation sieht, die kurz kleiner wird, erkennt man das auch an der Farbe im unten eingebauten Pen ganz gut. Bevor die Schrift dunkler wird, leuchtet sie kurz heller auf. Noch ein kleines Detail: Im Pen animiere ich einen einfachen Text, der leider während der Animation ein bisschen verschwimmt. Hier im Blog animiere ich ein SVG, das bleibt schön scharf.

Der Aufwand im Code ist unfassbar gering: Eine transition im Element, ein transform im hover. Seht her:

See the Pen Cubic-Bezier by Martin Schneider (@schneyra) on CodePen.

Von einer kurzen Woche und einem Kinowochenende 🎬

Montag. Damit fängt nicht nur im Allgemeinen eine Woche an, sondern das ist auch ein guter Tag um eine Internetseite live zu schalten. Mein erstes Projekt in der neuen Firma geht online und tatsächlich alles glatt. Man ist zufrieden, ich bin es auch weitestgehend. Die Liste der Nacharbeiten ist gar nicht so lange wie ich am Anfang befürchtet hatte. Und weil es so viel Spaß macht und ich gerade so schön dabei bin, fange ich gleich an bei der nächsten Nummer mitzumischen. Bloß nicht zur Ruhe kommen.

Der Rest der Woche geht schnell um. Diesen Donnerstag schaffe ich es auch wieder zum Sport und obwohl ich noch bis zur Umkleidekabine wirklich keine Lust habe, macht es am Ende doch richtig Spaß und tut gut. Tags zuvor treffe ich mich am Abend mit Fräulein Anna und Frau Schwester. Wir schauen uns Brillen für mich an und Essen im „Laden ein“ zu Abend. In diesem Popup-Restaurant laden gerade zwei Schwaben ein und so gibt es ziemlich leckere Spätzle für mich. Ein guter Abend.

Leckere Tacos im Pacifico.

Am Freitag steht dann gar keine Arbeit an: Ich habe Urlaub. Und das ist ja ein guter Anlass, um endlich mal wieder richtig früh aufzustehen und um kurz nach sechs Uhr am Morgen in einen Zug zu steigen. Das nicht mehr ganz neue ICE bringt mich zuverlässig zum Berliner Tiefbahnhof. Es ist Star-Wars-Wochenende und schon bald sitze ich mit den anderen Herren bei Taco und Burger zusammen. Gleich am Nachmittag soll es ins Kino gehen, ich freue mich richtig darauf herauszufinden wie es mit der Geschichte weitergeht. Fassen wir es kurz, ich bin kein Filmkritiker: Der Film ist prima. Gut genug, als dass ich ihn vielleicht bald – sofern wir alle Vorgänger geschaut haben – noch einmal mit dem Fräulein schauen möchte.

Nach einem kleinen Streifzug durch die „Mall of Berlin“ steht ein langer Marsch an. Passender Weise laufen wir ein wirklich gutes Stück zu Fuß bis zur „Long March Canteen“, wo es unser Abendessen geben soll. Nach ein bisschen Wartezeit bekommen wir sogar einen eigenen Tisch. Für mich gibt es kleine Rippchen mit Honig-Soja-Soße, Dumplings in verschiedenen Varianten und ich probiere wirklich lecker eingelegte Gurken und glasierte Banane. Ich bin restlos begeistert und könnte noch unfassbar viel mehr essen.

Ein Bild mit kleinen Fischen hängt an einer Wand.Fünf Männer blicken in eine 360-Grad-Kamera.

Essenstechnisch steht das Frühstück im „Benedict“ nahe des Kurfürstendamms am nächsten Morgen dann nicht weit zurück: Für mich gibt es, vielleicht ist das inzwischen mein Lieblingsfrühstück, Egg Benedict. Aber auch alle anderen am Tisch sind mit ihrer Wahl sehr zufrieden. Nach einem ausführlichen Ausflug in den Fotoladen, bei dem ich mich noch einmal auf’s Neue ein bisschen Kameratechnisch anfixen lasse, sitzen wir eine ganze Weile in der Hotel-Lobby und Kollege Dominik und ich arbeiten tatsächlich noch ein paar Stunden zusammen. Das mache ich nicht unbedingt gerne, aber das Ergebnis wird uns in den nächsten Wochen sicherlich das ein oder andere ausgerupfte Haar ersparen. Von daher kann man das ruhig mal machen.
Zum Abendessen haben wir, verhungern steht auf keinen Fall auf unserem Plan, einen Tisch im „Katz Orange“ reserviert. „Irgenwas mit Slow Food“ hatte ich vorher gegoogelt und auf der Karte gab es das ein oder andere fancy Gericht zu entdecken. Für mich gibt es dann in Gänseschmalz zubereitete Pommes Frites und eine Portion sehr leckeres Schwein. Wir sitzen noch lange um den Tisch, es ist nach ein Uhr in der Nacht, als das Taxi uns zurück zum Hotel bringt.

Der Sonntag startet schließlich noch einmal mit pochierten Eiern und einem anschließenden Spaziergang zum Reichstag. Dort ist es mir dann endgültig zu grau und kalt und ich verabschiede mich vom Rest der Truppe und gehe schon mal Richtung Bahnhof. Dort lässt sich die Zeit bis zur Rückfahrt sicherlich gut totschlagen.

Von einem Konzert, einer Weihnachtsfeier und einer Zugreise im „Schneechaos“

Die Sängerin der Hundreds auf der Bühne, im Schatten ist der Schlagzeuger zu sehen.

Wochenrückblickszeit! Ich sitze ein bisschen kränkelnd auf dem Sofa während ich diese Zeilen schreibe. Ein Wunder, dass ich nicht kränker bin. Um mich herum husten und schnupfen irgendwie alle ziemlich rum. Aber schauen wir mal, was letzte Woche so los war.

Ich war auf einem Konzert. Dienstag spielen Hundreds in der Kulturkirche in Köln. Das Kozert ist super schön und ein guter Abschluß für das Konzertjahr. Einen musikalischen Jahresrückblick muss ich auch noch schreiben. Meine Güte.

Ansonsten? Arbeit. Viel Arbeit. Ein Projekt im Endspurt, tausend Kleinigkeiten die es zu erledigen gilt. Am Donnerstag Abend sitze ich erst lange am Schreibtisch und dann noch eine ganze Weile mit den Kollegen in der Firma. Und dann ist die Woche auch noch einen Tag kürzer, denn am Freitag ist Weihnachtsfeier. Nach einem gemeinsamen Frühstück und einem Jahresrückblick geht es mit der kompletten Firma ins Phantasialand. „Da ist es doch bestimmt sau kalt! Und das Wetter ist auch nicht so mega, mit all dem Regen!“, mag der ein oder andere denken. Stimmt. Es ist saukalt, meine Füße sind schon bald nicht mehr zu spüren. Dennoch habe ich ziemlich großen Spaß, sogar obwohl ich nicht „Team Fahrspaß“ angehöre. Dass man mich nicht auf eine der verrückten Achterbahnen bekommt, war vorauszusehen.

Ich muss dann leider am Ende des offiziellen Teils nach Hause. Am Samstagmorgen klingelt der Wecker nämlich um kurz vor sechs in der Frühe und kurz darauf sitze ich schon im Zug nach Papenburg. Es steht ein vorweihnachtlicher Besuch beim Papa von Fräulein Anna auf dem Plan.

Die Hinfahrt nutze ich nicht nur zum Bearbeiten von Fotos, sondern auch um ein kleines Timelapse aus dem Heckfenster des Zuges zu machen. Ich reise übrigens wieder einmal erster Klasse. Das Probe-Upgrade meiner Bahncard will schließlich ausgenutzt werden.

Leider werde ich den ganzen Tag nicht mehr so richtig wach. Dafür ist es zu gemütlich. Und ich hätte wirklich gerne einen Kamin. Wirklich! Nur die wirklich kalte, aber frische Luft beim Deichspaziergang lässt mich ein wenig aufleben. Ich nutze, weil ich aus irgend einem Grund keine Kamera dabei habe, eine der etwa vierunddreißig Foto-Apps auf meinem Telefon, um ein paar ganz gelungene RAW-Bilder zu machen. Ich bin überrascht was das Telefon kann, wenn man es lässt.

Fünf Schafe auf einer grünen Wiese. Eines schaut in die Kamera.Blick vom Deich.

Die Heimfahrt am Sonntag: Durchwachsen. Schon beim Einsteigen fällt uns auf, dass die Bahn hier einen komischen Zug am Start hat: Statt eines Großraumwagens gibt es Abteile und es gibt nur sechsundneunzig Sitze im Zug. Doof, wenn man Nummer siebenundneunzig reserviert hat. Tatsächlich kommt aber niemand, um uns zu vertreiben. Bis Düsseldorf kommen wir dann auch ganz gut durch, auf dem Gang sind einige Menschen zwar recht unglücklich, aber die Abteiltür hält das gröbste Gejammer von uns fern. Ich bin wieder fleißig, tippe an Dokumentationen und bearbeite noch einen weiteren Tag Lofotenbilder.

In Düsseldorf hört der Spaß dann auf: Die Ablösung unserer Zugbegleiter steckt irgendwo im „Schneechaos“, auch bekannt als „ein bisschen Winter“, fest und so muss der Zug hier enden. Mir kommt das Szenario sehr bekannt vor. Ein Glück, dass direkt am Gleis gegenüber kurz darauf ein anderer Zug fährt und wir sogar zwei Sitzplätze ergattern. So haben wir es wenigstens bequem, als auch dieser Zug eine gute Dreiviertelstunde in Köln festsitzt. „Schneechaos“. Das ich nicht lache. Währenddessen merke ich, wie mein Kopf immer mehr zugeht und meine Laune immer weiter sinkt. Mit ziemlich genau zwei Stunden Verspätung kommen wir zu Hause an und ich gehe direkt ins Bett.

Hundreds, Kulturkirche, Köln

Eigentlich habe ich ja echt keine Lust. Ein langer und nicht ganz unanstrengender Arbeitstag liegt hinter mir. Und ich will ehrlich sein: Ich mag Hundreds sehr gerne, habe die Band in der letzten Zeit aber echt wenig gehört. Dennoch: Ich fahre die paar Minuten vom Büro nach Nippes und sitze schon kurz nach Einlass in der ausverkauften Kulturkirche und kann so dem später nachkommenden Fräulein Anna einen schönen Platz mit guter Sicht freihalten. Ich bin jetzt ja in dem Alter, wo man bestuhlte Konzertveranstaltugen wirklich gut findet.

Die Vorband in Form der Schwestern Loco aus Hamburg, die ich ganz ok finde, hätte dem Fräulein sicherlich gut gefallen. Leider kommt sie nach endloser Parkplatzsuche erst spät in der Kulturkirche an. Pünktlich um neun Uhr geht es mit Hundreds los, ich bin inzwischen auch ein bisschen vorfreudig.

Die Band hat für dieses Jahr eine Elektro Akustik Tour vorbereitet. Sie besteht aus vielen der Lieder aus allen möglichen ihrer Alben, die ich gerne mag. Und ein paar die ich gar nicht kenne. Da ist Foam Born dabei. Und Rabbits On The Roof, Our Past oder Happy Virus, um nur ein paar zu nennen. Alle Titel neu interpretiert mit vielen langen elektronischen Passagen zu den bekannten Gesangsparts. Die mag ich gerne, sie laden dazu ein die Augen zu schließen uns sich wirklich auf die Musik zu konzentrieren. Schon zwischendrin: Viel Applaus, nicht nur ich finde das Konzert wirklich großartig.

Nach nicht ganz anderthalb Stunden dann: Stehende Ovationen für die Band. Die Menschen auf der Bühne freuen sich sichtlich, dass sie es geschafft haben, das Publikum so zu begeistern. Und das wiederum mag ich ja so gerne an Konzerten. Dann gibt es noch ein paar Zugaben, darunter ein Bon-Iver-Cover mit den beiden Damen von Loco. Auch wenn ich die Kirchenbank gegen Ende ein bisschen unbequem finde, es hätte ruhig noch eine Weile weitergehen können. Herzlichen Dank für einen schönen Konzertabend!

Von Arztterminen, einem Konzert, nervigen AfD-Wählern und Fleißarbeit

Ganz schön was los, in der vergangenen Woche. So langsam nehmen meine Abend-Termine ein kleines bisschen überhand. Drei Abende unterwegs, zwei zu Hause unter der Woche. Das schlaucht mich ein bisschen.

Wir starten am Montag. Mit den Kollegen gehe ich nach der Arbeit ein paar Meter weiter ins Rex-Kino. „Mord im Orient-Express“ steht auf dem Plan, die Neuverfilmung mit allerlei bekannten Schauspielern. Eigentlich nur mit bekannten Schauspielern. Zum Glück ist es eine ganze Weile her, dass ich das Buch von Agatha Christie gelesen habe, so dass ich mich an die Handlung nicht mehr erinnern kann. Dass ich Hercule Poirot gut finde, wusste ich aber noch. Ich nehme mir vor, mir die Bücher in Bälde mal wieder vorzunehmen.

Die Band Kettcar auf der Bühne des Gloria in Köln.
Kettcar! Ich besuche ja viele Konzerte, die mir gefallen. Dieses hier stach noch ein bisschen heraus.

Dienstag geht es gleich Morgens weiter. Nach längerem schaffe ich es mal, einen Termin beim Augenarzt zu haben und auch wahrzunehmen. Demnächst brauche ich eine neue Brille und bei der Gelegenheit kann man sich ja schon mal untersuchen lassen. Mit meinen Augen ist, bis auf die leichte Sehschwäche, alles in Ordnung. Ich bin ordentlich vermessen und kann mit den Werten bei Gelegenheit mal zu Optiker gehen. Kaum zu glauben, dass ich schon seit gut viereinhalb Jahren den Durchblick habe. Am Abend dann eine eine andere Veranstaltung. Kettcar im Gloria. Ich bin begeistert und berichtete bereits.

Ich schaffe es das zweite Mal in Folge zum Sport. Das ist schon ein bisschen ein Highlight. Nachdem ich noch auf dem Hinweg wirklich gar keine Lust habe, ist die Dreiviertelstunde dann wie im Flug vorbei und ich hatte sogar eine Menge Spaß dabei. Ich merke, wie das Training direkt wieder ein bisschen anschlägt, das motiviert. Wenn ich es jetzt noch schaffen würde, auch mal zu Hause noch ein bisschen was zu machen!

Es hat nur knapp acht Jahre gebraucht, bis ich Fräulein Anna soweit bequatscht hatte, dass sie mit mir Star Wars schaut. Wir schauen die Filme in der Machete Order. Ob das eine gute Idee war, gilt es noch zu besprechen. Jedenfalls sind dieser Tage Episode II und Episode III dran und klein Anakin nervt total. Alle sind gegen ihn, die Welt ist schlecht. Vor allem zu ihm. Armer besorgter Jedi! Parallelen ins aktuelle Weltgeschehen lassen sich leicht ziehen.

Am Wochenende beschäftige ich mich mit der Automatisierung unseres Haushalts. Zumindest probeweise kann ich jetzt mal zwei Lampen mit Hilfe eines Amazon Echo steuern. Das klappt meistens ganz gut. Wie sehr die Technik allerdings in meinen Alltag einzieht? Ungewiss. Dazu müsste Alexa noch ein bisschen besser hören. Wenn statt Licht im Wohnzimmer auf einmal Musik aus dem Bad kommt, dann stimmt da was noch nicht so richtig.

Dann noch ein wenig Fleißarbeit: Schon seit anderthalb Jahren dümpelt der Reisebericht von den Lofoten irgendwie so halb hier in den Entwürfen herum. Gerade mal fünf von siebzehn Beiträgen habe ich fertig und veröffentlicht. Am Wochenende schaffe ich es zumindest mal einige der Texte Korrektur zu lesen, zu strukturieren, die norwegischen Namen richtig zu schreiben. Man unterschätzt ja immer ein bisschen, wie viel Arbeit da drin steckt. Mein Plan ist es, die dazugehörigen Bilder auf den kommenden Zugfahrten fertig zu machen. Mal schauen, ob ich bis Jahresende fertig werde.

Zwischendrin: Der Frühstücksmarkt beim Bahnhof Ehrenfeld am Sonntagmorgen. Die Auswahl an Essen ist ziemlich gut, der Markt hat aber leider keine Chance bei mir: Ich habe wirklich, wirklich gerne meine Ruhe beim Essen. Wenn es mir dann durchgehend kalt ist, die Füße frieren und ich die Hälfte meiner Sachen im Stehen essen muss, dann habe ich keinen Spaß. Bei sommerlichen Temperaturen komme ich aber gerne wieder.

Verlasse ein Konzert niemals, bevor die Musik nicht wieder vom Band kommt

Ich habe da so ein Programm auf meinem Telefon. „Timehop“ heißt es und zeigt mir jeden Tag an, was so bei Facebook, Twitter, Instagram, in meinen Fotos und überall anders vor genau einem, zwei, drei und so weiter Jahren passiert ist.

Screenshot aus der App

Alle Jahre wieder erinnert es mich mit einem meiner Facebook-Posts unabsichtlich an eine Begebenheit von vor inzwischen acht Jahren. Damals machte ich einen kleinen Fehler: Ich verließ – um eine frühere Bahn nach Hause zu bekommen – ein Konzert vor dem Ende. Ich sehe mich heute noch aus dem Gebäude 9 flitzen, während drinnen noch die Musik dröhnt.

Port O’Brien spielten damals, ich war alleine nach Deutz gefahren um sie mir anzuschauen. Ich mochte die Band sehr gerne. Und deshalb finde ich es sehr schade, dass sie sich blöderweise kurz darauf auflöste und ich nicht mehr die Chance hatte sie noch einmal live zu sehen.

Darüber ärgere ich mich bis heute ein bisschen. Weil ich die Musik wirklich gut fand. Weil ich noch weiß, wie toll die Stimmung im Saal war. Weil ich mich noch daran erinnere wie cool ich es fand, dass zu meinem Lieblingslied My Will Is Good der Schlagzeuger der Vorband noch einmal auf die Bühne kam. Und wie der Rythmus des Liedes, gespielt auf zwei Schlagzeugen, wirklich bis in die Knochen ging.

Mein Konzertbericht von damals ist ein bisschen halbherzig und irgendwie lustlos geschrieben und geht auf den Umstand nicht näher ein. Ich aber muss jedes Mal, wenn Menschen aus dem Saal gehen, bevor die Musik wieder vom Band kommt und die Deckenbeleuchtung angeht, an die Begebenheit denken. Und dann bleibe ich stehen und schaue und höre mir das Konzert bis zum Ende an. Sowas passiert mir nicht noch einmal – und deshalb gibt es diese Regel: „Verlasse ein Konzert niemals, bevor die Musik nicht wieder vom Band kommt“.

Kettcar, Ich vs. Wir, Gloria, Köln

Dem aufmerksamen Leser ist sicherlich nicht entgangen, dass ich ein einigermaßen großer Fan der Band Kettcar bin. Schon lange. Und dass ich mich darüber freute, dass es ein neues Album gibt und neue Singles erscheinen.

Karten für das Konzert im Palladium im kommenden Jahr haben wir schon lange, genau so wie die Tickets zum „Beach Motel van Cleef“-Festival, wo die Band auch spielen wird. Das alles ist aber kein Grund, an einem Dienstag Abend nicht im ausverkauften Gloria zu stehen. Vor allem wenn die Band eine der vier Shows spielt, in denen einem das gesammte Album von vorne bis hinten einmal vorgespielt wird. Und deshalb waren wir auch da. Fräulein Anna und ich.

Die Band Kettcar auf der Bühne des Gloria in Köln.
Nicht nur die Musik ist prima, im Gloria ist die Sicht zur Bühne auch immer grandios.

Fortuna Ehrenfeld haben wir dieses Jahr schon mehr als einmal gesehen. Was aber auch nicht schlimm ist – ich mag den ja gerne. Eine schöne Vorband, die einem Lust auf das macht was kommt. Ich bin begeistert wie aufmerksam das Publikum ist. Bei Vorbands ja nun nicht immer normal.

Pünktlich um zehn nach neun geht es dann mit Kettcar los. Ich rechne fest mit Deiche, so wie meistens. Aber tatsächlich sind zur Einstimmung erst einmal Balkon gegenüber, Graceland, Rettung und 48 Stunden dran. Ich stehe unbeabsichtigt direkt beim inoffiziellen Kettcar-Fanboy-Männerchor im Publikum und wir singen lauthals mit – das ist großartig!

Dann kommt das aktuelle Album Ich vs. Wir und zwar tatsächlich von vorne bis hinten. Stück für Stück. Ich hätte mir an dieser Stelle vielleicht zu jedem Lied ein paar Sätze mehr zu seiner Entstehung gewünscht. Bei einigen gibt es eine Anekdote, bei anderen nicht. Ich merke jedenfalls, dass meine Textkenntnisse hinten raus immer schwächer werden, vielleicht muss ich das Album mal in umgekehrter Reihenfolge hören. Und ich merke, wie gut mir Benzin und Kartoffelchips gefällt.

Nach einer guten Dreiviertelstunde ist das Album dann vorbei, damit war zu rechnen. „Das ist schon ganz cool, wenn man weiß welches Lied als nächstes kommt, oder?“ bestätigt Marcus Wiebusch.

Aber natürlich hat das Publikum noch nicht genug. Die Stimmung im Saal ist großartig. Mehr als einmal muss die Band wieder auf die Bühne, um mit Ich danke der Academy, Money Left Two Burn, Deiche, Kein Außen mehr und Landungsbrücken raus noch einen drauf zu setzen. Gut, dass wir wie gewohnt im hinteren Drittel stehen – für das wilde Gerangel vor der Bühne bin ich inzwischen vielleicht auch zu alt.

Schließlich ist der Abend vorbei und wir düsen Richtung Bahnhof und nach Hause. Ich habe dieses Jahr schon viele tolle Konzerte gesehen und das hier war ganz vorne mit dabei. Herzlichen Dank!