der tag und ich

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Vom Automaten verarscht

Letztens habe ich mir Zugtickets gekauft. Dabei hat der Automat mir allerdings einen echten Streich gespielt und mir andere Tickets ausgespuckt, als ich eigentlich erwartet hab und mir vorher im Internet rausgesucht hatte. Wie und warum genau mir das nicht vorher aufgefallen ist, weiß ich auch nicht so recht. Jedenfalls habe ich vorhin die Frau am Bahnschalter mit meinem Problem echt zum Lachen gebracht. Die mir nun vorliegende Bahnverbindung hat sie in ihrem Computer nicht nachvollziehen können.

Werden wir mal ein wenig genauer: Am 4. April werde ich um kurz vor 18 Uhr hier in Bonn in einen IC einsteigen. In Köln steige ich dann in einen ICE um und fahre in etwa einer Stunde, 20 Minuten nach Dortmund. Dort muss ich umsteigen. Nun darf man mal raten, in welchen Zug.
Natürlich wieder in den, mit dem ich von Bonn schon nach Köln gefahren bin! Dieser wird mich dann schließlich auch weiter nach Hamburg bringen, denn das dort endet er.
Wie der Automat und ich das geschafft haben, weiß ich leider auch nicht. Auch die Direktverbindung ist im Bahn und Spar-Tarif verfügbar, daran kann es nicht gelegen haben.

Am Schalter konnte man mir nicht so recht weiterhelfen, der dicke Mann die Chefin mit den kurzen Haaren war leider nicht sonderlich kooperativ. Man hat richtig gemerkt, dass meiner Schalterfrau das peinlich war.

Der einzige Tipp, den sie mir mitgeben konnte: „Fragen sie doch den Schaffner, ob sie sitzenbleiben dürfen.“

Eitel in der S-Bahn

Hin und wieder bin ich ja ein wenig eitel. Heute habe ich aber ein Individuum gesehen, welches mich dann doch stark verwundert hat. In die S-Bahn eingestiegen ist der, etwas metrosexuell erscheinende, junge Mann eine Station nach mir. Von dort aus sind es noch gute 20 Minuten bis Hauptbahnhof, die dann auch fleißig genutzt wurden.
Anscheinend wollte da was nicht richtig sitzen und so musste er sich in aller Ausführlichkeit die Gel-Hahnenkamm-Frisur mit eingebauten Locken richten, drücken, verwuscheln und wieder grade rücken. Gut, dass die S-Bahn nach der Station Bonn-West in den Untergrund fährt. Endlich haben nämlich die Scheiben schön gespiegelt, man kann also noch ein wenig intensiver arbeiten und anscheinend war der junge Mann dann anschließend auch recht zufrieden mit seinem Äußeren.

Ich für meinen Teil war froh, dass ich gleich aus dem Bahnhof kommend wieder die Kapuze aufziehen konnte. Als ich in die Spiegel-Scheibe geschaut hab, musste ich schon mal schlucken. Zeit für einen Frisörtermin.

Robert Graysmith – Zodiac

Mein letztes Buch handelte von einem Massenmörder und hatte den Titel „Zodiac“. Der Zodiac-Killer trieb Ende der 60er und in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sein Unwesen in San Francisco und Umgebung sein Unwesen. Er ermordete fünf Menschen und verletzte mehrere. Während dieser Zeit kommunizierte der Täter regelmäßig mit der lokalen Presse: Er schrieb bizarre, teilweise codierte Briefe an Lokalzeitungen.

Das Buch beschreibt aus der Sicht des Autors, eines Reporters namens Robert Graysmith, die Jagt auf den Verbrecher. Er ist einer der Spezialisten für diese Mordserie, da er schon früh mit den Mordfällen Bekanntschaft machte. Man kann also von einer realistischen Schilderung des Falles ausgehen. Spannend geschrieben war das Buch, keine Frage. Erschreckend war vor allem die Tatsache, dass man den Killer nie gefasst hat, was dank der ausführlichen Beschreibungen in dem Buch durchaus ein wenig gruselig war. Leider hat das Buch aber ein sehr offenes Ende, was man dem Autor aufgrund der wahren Geschichte aber nicht zum Vorwurf machen kann. Meiner Ansicht nach hätte aber ein Abschluss aus dramaturgischer Sicht schon Sinn gemacht. Aber man kann ja nicht alles haben.

Die Geschichte wurde inzwischen mehrmals verfilmt und auch in einigen Filmen wurde an der Geschichte angelehnt. So war der Zodiac-Mörder zum Beispiel das Vorbild für den Bösewicht im ersten Dirty Harry-Film. Client Eastwood verbrachte vor den Dreharbeiten laut dem Buch auch einige Tage mit dem damaligen Chef-Ermittler der Polizei von San Francisco.

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Obiges Sprichwort gilt auch für Spammer. Hatte ich mich der Spam-Mafia nicht schon einmal angeboten, gegen ein kleines Entgelt ihre Texte zu übersetzen? Folgender Text kam gestern Abend per Mail und ist anstandslos durch alle Spamfilter durchgekommen.

Guten Tag, Marie Weise.

Wir bedanken sich bei Ihnen für das eingeschickte Brief.

Die Besonderheiten unseres Shops:
– Der Preis fur eine Packung der Zigaretten vom 1 Euro
– Die kostbare Ablieferung beim Bestell von 50 Euro
– Die Orientierung auf die West-Europa-Länder.

——-
>Guten Tag! Ich möchte über Ihr Shop, das sich
>am Verkaufen der Zigaretten spezialisiert, mehr wissen.
>Marie Weise, Germany.

Noch Fragen?

Erkenntnisse einer Zugfahrt

Heute nachmittag bin ich meine aktuelle Lieblingsstrecke gefahren: Idar-Oberstein – Bonn. Jedenfalls fahre ich die ja bekanntlich in der letzten Zeit öfter. Etwa drei Stunden ist man da unterwegs, hat die Stöpsel in den Ohren und keine Lust, „Moby Dick“ weiterzulesen. Grund genug, sich die Mitreisenden etwas näher anzusehen und auch sonst ein paar Gedanken zu machen und produktiv zu sein.

Auch mein nächster Mac wird ein mobiles Gerät sein. Auch wenn es vielleicht nur ein Zweitcomputer wird, aber mobil will ich auf jeden Fall weiterhin sein. Zwischen Bingen und Koblenz habe ich jedenfalls mal ein paar Mails beantwortet, die das mehr als dringend nötig hatten.
Mobil online sein ist nicht so wichtig. Abschicken kann man die dann immer noch zu Hause. Im Moment liebäugele ich ja massiv mit einem schwarzen MacBook.
Da drauf kann man bestimmt auch toll seine Diplomarbeit schreiben – für die habe ich mir unterwegs auch schon mal eine Gliederung ausgedacht. Mal schauen was mein Chef dazu sagt.

Mein 2GB iPod nano der ersten Generation reicht immer noch völlig aus. Obwohl ich seit Donnerstag mehr als sechs Stunden im Zug gesessen habe, wäre ich auch mit 100MB Musik dicke ausgekommen. Oder einem CD-Player und einer Rolling Stones-CD.

Ohne den iPod würde ich aber im Moment wohl eher inhaftiert sein. Nur zehn Minuten hatte ich ihn heute nicht auf – das hat gereicht um genug Aggressionen auf $lautesDummesKind aufzubauen, um es durch das geschlossene Zugfenster zu entsorgen zu wollen. Und die Mutter gleich hinterher, da hätten mir aber drei bis vier Mitreisende helfen müssen. Gefunden hätte ich die sicher, auch die anderen Leute um mich herum wirkten nicht gerade glücklich.

Aus den Ohren genommen hatte ich die iPod-Stöpsel übrigens, weil ich mithören wollte was $versiffterTyp für einen Palaver mit dem Schaffner macht. Mit dem Zugticket für die Hinreise kann man drei Tage später übrigens nicht wieder zurückfahren. Verrückte Welt!

Ich reise nicht gern mit mehr als einem Rucksack und meiner Umhängetasche. Alles andere macht einen schrecklich unflexibel. Das habe ich heute wieder gemerkt. Wie soll ich denn bitte eine Zigarette drehen, wenn da so ein Rucksack vor meinem Bauch baumelt? Andere Reisende überfordern sich aber noch mehr. Einige sind sogar mit einem winzigen Rollkoffer überfordert. Man sollte einigen Menschen einfach verbieten, das Haus zu verlassen. Siehe oben.

Ansonsten ist es immer wieder schön, die Rheinstrecke zu fahren. Da kann man auch mal aus dem Fenster schauen und nicht denken. Das war fast der beste Teil der Tour.

Ausgemistet

„So nebenbei“ habe ich in den letzten Tagen ein wenig ausgemistet.

NetNewsWire ist um etwa 20 Feeds leichter geworden, von denen die Meisten sowieso seit Monaten nichts neues mehr gebracht haben. Nun wollen nur noch etwa 90 täglich gelesen werden. Da ich die meisten Nachrichten meistens eh nur überfliege, ist weniger hier oft mehr.
Des weiteren habe ich mir einen Account bei NewsGator angelegt. Meine Feeds aus NetNewsWire werden nun mit diesem synchronisiert und so kann hier auch schon mal nichts mehr verloren gehen und was ich tagsüber dort schon lese wird mir Abends nicht noch einmal angezeigt.

Außerdem habe ich mich von dem POP3-betriebenen Account des Landesverbandes getrennt. Die Mails von dort landen jetzt per Weiterleitung auf meiner Stammesadresse. Vorteil für mich: Ich habe jetzt nur noch IMAP-Accounts und bin somit auch was meine Mails angeht sehr flexibel. Wenn ich tagsüber online eine Mail lese, erscheint diese Abends in meinem Mailprogramm bereits als gelesen.

Schließlich habe ich bereits in der letzten Woche mehrere Gigabyte „alter“ Daten auf die externe Platte ausgelagert und bei dieser Gelegenheit auch fast 2 GB an Daten komplett entsorgt. Es verbleiben 20 GB freien Speicherplatzes auf der internen Festplatte.
Nun muss ich irgendwann mal die Muse finden, in meinen Mailaccounts aufzuräumen und dort kräftig zu sortieren. Gleiches gilt für den fast 12 GB großen Ordner namens „Bilder“, der dringend auch mal aufgeräumt werden müsste. Das habe ich aber eigentlich schon verschoben, bis ein neuer Mac auf dem Schreibtisch steht auf dem ich alle meine Bilder verwalten kann. Etwa die gleiche Menge Bilder habe ich nämlich auch noch einmal ausgelagert.

Pfadfinder unterwegs

Gestern Abend im Zug kam ich neben einer Gruppe Pfadfinder zum Sitzen. Wie ich inzwischen herausgefunden habe, sind die Vier vom Stamm St. Willigis aus dem DPB Mosaik und irgendwie sahen sie so aus, als wollten sie auf Fahrt gehen.
Angesprochen hab ich sie mal nicht, musste aber zwangsläufig ihrem Gespräch zuhören und hab mich daran ziemlich gefreut und wurde auch schnell ein wenig neidisch.

Irgendwie sind die Gespräche und Anekdoten in unseren Kreisen doch immer die selben und als ich nach der Uhrzeit gefragt wurde und wann der Zug denn in Neubrücke ankommen würde, konnte ich natürlich prima Auskunft geben. Natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt um nachzufragen was sie vorhaben: Auf den Erbeskopf soll es zu Fuß gehen. Als ich dann beim Aussteigen in Idar-Oberstein viel Spaß und Gut Pfad gewünscht hab, wurde ich dann schon ein wenig verdutzt angeschaut.

Ansonsten bin ich recht froh, dass ich dieses Jahr in den Osterferien mal nicht unterwegs war. Das Brexbachtal, in dem ich mich letztes Jahr aufgehalten habe, ist ja nicht sonderlich weit von Bonn entfernt. Das Wetter dürfte also so ziemlich das selbe gewesen sein. Jedes Mal wenn ich unter Woche auf dem Balkon stand und eine geraucht hab, war ich froh nur fünf Minuten dem Wetter trotzen zu müssen und nicht die ganze Woche im freien verbringen zu müssen. Eine Menge Spaß auf einem unserer Landesverbands-Kurse ist mir aber trotzdem bestimmt entgangen.

Tibet, China und Olympia

Allerhand geht dieser Tage durch die Presse, nachdem es in Tibet immer unruhiger geworden ist und China wieder einmal seine „Stärke“ dort zeigt. So etwas geht mir, als altem Freidenker gründlich gegen den Strich.
Tibet ist von der Außenwelt abgeschlossen, gerade kam in den Nachrichten, dass auch das Handynetz abgeschaltet wurde.

Nun werden die Rufe nach einem Boykott der Olympischen Spiele diesen Sommer, die in China stattfinden, immer lauter.
Es darf nun mal die Hand heben wer der Meinung ist, dass es irgendjemand in der chinesischen Regierung auch nur ein wenig juckt. Ob sich hier einer weniger vors TV setzt wenn die Wettkämpfe beginnen oder ein paar Sportler weniger an den Start gehen ist für den durchschnittlichen Parteibonzen mit verprellter Weltanschauung sicherlich egal. Ein Zeichen wäre das, aber ernsthafte Auswirkungen hätte das sicherlich keine.

Menschen und Staaten muss man dort packen, wo es ihnen richtig weh tut. Verstöße gegen die Menschenrechte würde ich mit Handelsembargos ahnden. Auch in einem Land wie China hat die Industrie einen großen Einfluss auf die Regierung und die Firmenbosse werden sich schon melden, wenn es ihnen schlechter geht.
Mal abgesehen davon wäre das doch eine gute Möglichkeit, mal die ganzen verpesteten Billignachbauten aus unseren Regalen verschwinden zu lassen.

Just my two cents – und ich hab ja keine Ahnung.

LaTex auf dem Mac

Eine Entscheidung bezüglich meiner Diplomarbeit ist auf jeden Fall schon gefallen: Word oder eine andere Textverarbeitung werde ich nicht dran lassen. Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir einmal LaTeX anzuschauen. Nein, ich werde die Diplomarbeit nicht in Gummihandschuhen schreiben, sondern einen einfachen Texteditor verwenden und Seiten- und Textformatierung mit Hilfe von Steuerbefehlen vornehmen. Eigentlich sollte das doch genau mein Ding sein, HTML ist ja im Prinzip nichts anderes.

Software-Seitig habe ich mich für das MacTeX-Paket entschieden. Die knapp 750MB sind recht schnell da gewesen und zur Installation braucht man auch nicht viel zu sagen. Mit im Paket sind auf jeden Fall die Programme TeXShop, LaTeXiT, BibDesk, Excalibur, and i-Installer. Was davon genau für welchen Zweck ist, werde ich in den kommenden Tagen herausfinden.

Wenn wer aus meiner Leserschaft ein paar gute Tipps und Erfahrungswerte auf Lager hat: Ab in die Kommentare damit! Auch Kurzübersichten über die Formatierungsbefehle und ähnliches nehme ich gerne an. Mehr dazu sicherlich bald.

Wohnungs-Frust

WG-Suche frustet. Jedenfalls tut es das mich in den letzten Tagen, denn irgendwie sind meine bisherigen Suchergebnisse recht mau. „Google-WG“ gibt es noch nicht, oder? Ich überlege ernsthaft, meine Anforderungen zurückzuschrauben und habe auch schon in Betracht gezogen selbst als WG-Gründer an den Start zu gehen oder mir gar eine ganze eigene Wohnung zu mieten.

Für den morgigen Nachmittag darf man mir aber noch einmal die Daumen drücken, dann werde ich mir nämlich eine Wohnung anschauen, die zumindest der Beschreibung nach schwer nach meinem Geschmack ist. Beziehungsweise war: Das entsprechende Inserat ist in der letzten Nacht aus dem Verzeichnis von wg-gesucht.de verschwunden. Deshalb hoffe ich nun inständig, morgen nicht direkt wieder heimgeschickt zu werden.

Ansonsten suchen aktuell anscheinend nur junge Mütter nach Mitbewohnerinnen und in anderen Annoncen wird gleich vorausgesetzt, dass man Trinkfest ist und allzeit Partybereit. Gerade heute tönte es im Hintergrund „Cool! Schnaps!“ als ich einen Termin zur Wohnungsbesichtigung machen wollte. Am Ende war ich dann fast froh, dass das Zimmer schon vergeben war.