Unterwegs in Island, Tag 7: Dettifoss, Selfoss, Hverarönd und Reykjahlíð am Mývatn

Aufstehen, duschen. Zum Frühstück noch einmal in den warmen Raum vorne an der Rezeption. Frühstücken. Heute sind wir besonders trödelig, irgendwie ist es schon fast 12 Uhr, als wir losfahren.

Fast zwei Stunden lang fahren wir am Stück, das ist für unsere Verhältnisse wirklich lange. Sonst bin ich schon froh, wenn ich mal eine halbe Stunde durchgehend fahre. Die Landschaft ist auf diesem Abschnitt unfassbar eintönig. Viel grau, ein bisschen grün, kaum Pflanzen. Hin und wieder ein Hof am Rand der Straße, die allgegenwärtigen Schafe. Im Radio läuft Marcus Wiebusch. Ich bin einmal unaufmerksam und hätte beinahe einen Unfall provoziert. Schulterblick, Martin!

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Dettifoss und Selfoss

Bei strahlendem Sonnenschein kommen wir am Dettifoss an. Hier ist Tourismus angesagt: Es gibt einen großen Parkplatz mit Reisebussen, viele Autos und Toiletten. War die Landschaft eben noch eintönig, ist sie jetzt vielleicht auch einfach nicht mehr vorhanden. Es gibt noch eine Menge Steine und maximal ein bisschen Gras.

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Wegen des Windes dick eingepackt stapfen wir los. Die Steinlandschaft wird noch ein bisschen abgefahrener, nach wenigen Minuten stehen wir dann vor der Schlucht, in die sich der etwa hundert Meter breite Wasserfall ergießt. Das sieht alles, wie es bei großen Wasserfällen so üblich ist, sehr imposant aus. Durch die steinige Landschaft ist es hier aber nicht so idyllisch wie an anderen Wasserfällen. Das Sahnehäubchen ist aber der Regenbogen über dem Fall. Außer uns sind hier noch eine Menge Leute unterwegs, mir fallen vor allem ein paar Fotografen auf, die sich sehr viel Zeit lassen.

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Nachdem wir uns an Dettifoss satt gesehen haben, spazieren wir noch ein Stückchen weiter und schauen uns auch noch Selfoss an. Der ist ein bisschen kleiner, dafür kommt man aber auch näher ran. Zurück am Parkplatz entscheiden wir uns beim späten Mittagessen dafür, heute noch weiter bis zum Mückensee oder Mývatn zu fahren. Das ist noch einmal eine Stunde fahrt, womit wir an diesem Tag die wohl längste Etappe unserer Tour hinter uns bringen.

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Hverarönd

Kurz vor Reykjahlíð landen wir allerdings noch an einem sehr surrealen Ort: Mitten in der Landschaft, am Pass Námaskarð liegt das Hochtemperaturgebiet Hverarönd. Der Boden ist in allen Regenbogenfarben verfärbt, es gibt einige Löcher im Boden, die nicht nur fies stinken, sondern auch blubbernden Schlamm enthalten. An zwei Stellen hat man Kegel aus Steinen aufgeschüttet, aus denen mit zischenden Geräuschen heißer, ebenfalls nicht gerade wohlriechender Dampf in die Landschaft entweicht.

Obwohl das alles irgendwie sehr beeindruckend und auch fast ein bisschen hübsch aussieht, finde ich den Gestank doch ziemlich furchtbar. Ich dränge ein wenig darauf, doch lieber weiter zu fahren. Der Schwefelgeruch wird mir noch eine ganze Weile in der Nase hängen.

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Reykjahlíð am Mývatn

Nach einem bisschen hin und her finden wir einen Campingplatz direkt am Mückensee. Wildes campen ist hier in der Ecke untersagt und so gibt es einige Plätze zur Auswahl. Den ursprünglich angepeilten gab es scheinbar nicht mehr. Aber das ist auch ok, hier sieht alles sehr ordentlich aus. Nach einem Abendessen spazieren wir noch einmal los, der Ort gibt aber außer einem Supermarkt nicht viel her. Als wir an einer Weide vorbeilaufen und dort einige Fotos von den Pferden machen wollen, werden wir von einem sehr aggressiven Vogel attackiert. Mit lautem Geschrei stürzt er sich auf uns und pickt uns auf den Kopf. Wir sind froh über unsere dicken Wollmützen und machen uns schnell aus dem Staub. Blödes Vieh.

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Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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