Vote for… irgendwas halt.

Politik-Content! Beim durchstöbern meiner Newsfeeds bin ich grade wieder über ein paar Artikel zur Wahl in den USA gestolpert. Gedanken mache ich mir da schon ein paar Tage drum, aber so recht was zu verbloggen gab es da für mich nicht. Mit den US of A verbindet mich nicht so arg viel. Ich habe keine Freunde oder Verwandten dort und selbst war ich auch noch nicht „drüben“, was ich aber sicherlich noch ändern werde.
Ich mag einige US-Serien sehr gerne (Wohooo: Die nächste 24-Staffel kommt im Januar und vorher noch ein Fernsehfilm!) und mein Computer ist von einer Firma in Kalifornien.

Mit US-amerikanischer Politik kann ich aber noch weitaus weniger anfangen, als ich das mit europäischer oder bundesdeutscher tue. Ich weiß nur: Hier wie dort läuft einiges verkehrt und wenn man mich mal machen lassen würde… Egal.

Ein paar Sachen habe ich dann aber gerade aufgeschnappt, die mir ein wenig aus der Seele sprechen. Finja schreibt:

„All jene, die heute auf Wahlparties gehen und ununterbrochen CNN laufen lassen, die mit Herzblut diskutieren und die “Programme” der Kandidaten bis ins Detail kennen – wie viele von denen würden einen ähnlichen Aufstand zur nächsten Bundestagswahl veranstalten?“

Quelle: Finjablog

Mich erinnert das alles ein wenig an EM und WM. Richtig: Fussball. Menschen die normalerweise genau so politikverdrossen sind wie meine Wenigkeit kennen sich auf einmal super aus und haben am besten noch alle Politikwissenschaften studiert. Mindestens. Man will ja dazugehören.
Dass das Wahlergebnis auch bei uns Auswirkungen haben wird, steht außer Frage. Die USA sind nach wie vor eine Weltmacht und haben eine Menge Einfluss. Auch dadurch, dass man sicherlich weiterhin „World Police“ spielen wird, sollte uns das Ergebnis interessieren. Aber muss man deshalb als Europäer Wahlpartys veranstalten und sich die Nacht um die Ohren schlagen? Irgendwie sind sich alle einig: Obama ist cool, McCain nicht – da muss man natürlich mitfiebern.

Nico Lumma sieht schon die nächsten Wahlen bei uns kommen und hat (leider!) völlig recht, wenn er befürchtet dass die niemanden so sehr interessieren würden – obwohl sie uns viel eher betreffen. Schade eigentlich.

Ein anderer Aspekt auf den er eingeht ist der Wahlkampf. Den finde ich aus einem Grund wirklich imposant: Hier werden Ideen umgesetzt! Spätestens als ich von Obamas Werbung in einem Computerspiel las, war ich wirklich beeindruckt. Es tut mir leid, aber da kann der SPD-Ortsverein Oberstein mit seinem Brezelstand in der Fußgängerzone leider nicht mithalten, auch wenn mein Herr Papa dahinter steht. Für unser Land würde ich mir mal etwas spannenderes wünschen. So könnte man vielleicht auch die Jugend ein wenig eher motivieren. Nico Lumma hat dazu ein paar gute Ideen, vielleicht nimmt das ja mal jemand auf. Man könnte sich aber auch einiges in den USA einfach abgucken.

Mein Punkt gegen den US-Wahlkampf sieht so aus:
US-Wahlkampf
Bild bei Nico Brünjes ausgeliehen

Entschuldigung? Als ich heute in der Mittagspause das Wort „Milliarden“ in den Mund genommen habe, dachte ich übertrieben zu haben. Aber da hat ja wohl nicht nur einen einen gewaltigen Sprung in der Schüssel. Gute 2,5 Milliarden Dollar sind vielleicht aktuell nicht ganz so viele Euro, aber dennoch viel zu viel. Ich will gar nicht daran denken, was man mit dem Geld hätte wirklich sinnvolles anstellen können. Ich glaube nicht nur in den USA gäbe es genug Orte, wo man mit einem Bruchteil des Geldes viel bewirken könnte. Hat eigentlich New Orleans jemand wieder aufgebaut? Das finde ich traurig. Wirklich.

Nun bin ich auch ein wenig gespannt wie das ausgehen wird, wer noch welchen Beschiss an den Start bringt und wie lange es dieses Mal dauern wird bis das amtliche Ergebnis feststeht. Aber dazu reicht es, morgen in die Presse zu schauen.

7 Reaktionen zu Vote for… irgendwas halt.

  1. Ich habe das ganze auch mit Interesse verfolgt, aber weil ich Anglistin bin und Freunde drüben habe, verzeiht man mir das vielleicht? ;)
    Leider wird der Sieg von Obama dadurch überschattet, dass Prop 8 und Co. alle durchgekommen sind – Homoehe ist also nicht mehr drin. Und in Arkansas auch keine Adoption. Hmpf.

  2. Natürlich ist dir verziehen :-) Ich habe ja auch nichts dagegen, wenn man sich für Politik in anderen Ländern interessiert. Nur dieser Aufstand der darum getrieben wird, der nervt – vor allem von so vielen Menschen die die lokale Politik nicht interessiert. Ich denke das ist kein Thema, dass „in“ sein muss.

    Auch wenn mich die Prop 8-Geschichte nicht betrifft, ich finde es dennoch schade. Aber hast du in dem prüden Land was anderes erwartet?

    BTW:

    Apple is publicly opposing Proposition 8 and making a donation of $100,000 to the No on 8 campaign. Apple was among the first California companies to offer equal rights and benefits to our employees’ same-sex partners, and we strongly believe that a person’s fundamental rights — including the right to marry — should not be affected by their sexual orientation. Apple views this as a civil rights issue, rather than just a political issue, and is therefore speaking out publicly against Proposition 8.Quelle: apple.com

    Get a Mac, würde ich sagen.. ;-)

  3. Ich kann ja jetzt nicht sagen, dass mich mit den Ju Ess of Ey viel verbindet, ich schau zwar auch gerne amerikanische Serien und hab ein Notebook von einer Firma in Texas, aber das seh ich mal noch nicht als enge Verbindungen.
    Aber interessiert hat es mich schon sehr, was da drüben abging, auch wenn ich Wahlpartys und die elfeinhalb Seiten, die die Süddeutsche Zeitung allein gestern zur Wahl rausgehauen hat, schon übertrieben finde. Aber mir als Politikwissenschaftler wird man das vielleicht auch verzeihen ;)

  4. Texas? Ihhhh…. Da musst du aber noch was dran ändern. :-P

    Ansonsten verzeihe ich natürlich auch dir. Politikwissenschaftler dürfen wegen mir sogar ihre eigenen Wahlen abhalten damit sie was zu tun haben… :-)

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