Wie ich meine Geldbörse verlor…

Montag Abend. Eine Menge Dinge stehen auf meiner nach-feierabendlichen Liste die ich erledigen möchte. Wegen fiesen Gewitters kommt meine Bahn in Godorf ewig nicht und ich bin schon relativ schlecht drauf. Schnell noch zur Bank, das Portemonnaie auffüllen und dann nichts wie nach Hause. So jedenfalls der Plan. Der wird aber schnell zunichte gemacht, als ich einen Laden betrete und in meine rückwärtige Hosentasche greife: Der frisch gefüllte Geldbeutel ist weg! In meiner Rennerei habe ich ihn vermutlich nicht in die Hosentasche, sondern einfach mal daneben gesteckt. Mist.

Etwa eine Viertelstunde ist vergangen, seit ich vor dem Geldautomaten stand und schnell laufe ich die Strecke bis dorthin zurück. Zum Glück ist es nicht weit, ich hatte mich während eines Telefonats dazwischen mehr so auf einer Stelle aufgehalten. Natürlich finde ich in der Filiale nichts und auch auf dem Weg, den ich mehrmals ablaufe, ist nichts zu finden. Auch wenn ich nicht von einem Diebstahl ausgehe, lasse ich dennoch als erstes EC- und Visakarte sperren. Das geht erschreckend einfach, die Menschen an der Sperrhotline sind sehr nett und kompetent.

In meinem Kopf summiere ich auf, was nun alles fehlt und somit für teures Geld wieder angeschafft werden muss. Besonders ärgerlich empfinde ich den Verlust meiner Monatskarte für Bus und Bahn: Die ist nämlich teuer und wird garantiert nicht ersetzt. Abgesehen davon ärgere ich mich sehr, dass ich trottelig genug bin überhaupt was zu verlieren. Auch wenn mir schon einige merkwürdige Dinge passiert sind, wirklich etwas aus purer Dummheit verloren habe ich noch nie. Und was das jetzt an Zeit kostet bis alles wieder beisammen ist!

Auf dem Weg nach Hause laufe ich bei Freund Olli vorbei, der sich nicht nur mein Gejammer anhören muss, sondern auch direkt um Bargeld angebettelt wird. Nachdem wir dann noch einmal gemeinsam bei der Bank waren, laufe ich schließlich zu meiner Wohnung. Machen kann ich nun sowieso nichts mehr und ich habe immer noch eine Menge Dinge für das kommende Wochenende vorzubereiten.

… und am Ende wieder komplett wiederbekam

Wofür habe ich eigentlich ein mobiles Internetgerät? Und warum habe ich unterwegs nicht mal in meine Mails geschaut? Machen wir es kurz: Als ich den Computer hochfahre und meine Mails abrufe, springt mir direkt eine Nachricht mit dem Betreff „Brieftasche“ ins Auge, abgeschickt ungefähr zu dem Zeitpunkt als ich noch in Sparkassenfilialenmülleimer spähte:

Hallo Herr Schneider,
habe Ihre Brieftasche gefunden. Bitte melden Sie sich bei mir.

schreibt mir dort eine Frau und mir fallen ungefähr zwei Kilo Gestein vom Herzen. Kurze Zeit darauf halte ich das gute Stück mit all seinem Inhalt wieder in Händen und schaffe es dann nicht einmal, der ehrlichen Finderin einen Finderlohn aufzuzwingen.

Ein paar Dinge habe ich aus der Geschichte gelernt: Zu allererst natürlich, dass ich noch ein wenig besser auf meinen Kram aufpassen muss. Dann, dass es auch noch ehrliche Menschen auf der Welt gibt, tatsächlich verliere ich da nämlich hin und wieder ein wenig die Hoffnung. Und schließlich, dass die Impressumspflicht im Internet doch ihr Gutes hat: An meine Email-Adresse kam die nette Dame nämlich, in dem sie meinen Namen und meine Adresse googelte. Großartig!

5 Reaktionen zu Wie ich meine Geldbörse verlor…

  1. Ich glaube, ich wäre von der nächsten Brücke gesprungen. Das ist so in etwa das Schlimmste, was einem passieren kann.

    Das erinnert mich aber wieder daran, dass ich doch für solche Fälle immer eine Visitenkarte im Portemonnaie liegen haben wollte. Immerhin ist nicht jeder mit Google vertraut…

  2. Mir hat das erst mal bewusst gemacht, was ich da alles mit mir rumtrage. Da muss ich vielleicht auch mal wieder sortieren.
    – Bargeld
    – Personalausweis
    – Führerschein
    – Monatskarte
    – EC- und VISA-Karte
    – Packstations-Karte
    – Krankenversicherungskarte
    – Bahncard

    Alles in allem hätte ich nicht nur mehrere 100 Euro verloren, sondern auch noch jede Menge Rennerei gehabt, bis alles wieder zusammen gewesen wäre.

    Tatsächlich habe ich eine Visitenkarte aus der Firma in der Geldbörse, spätestens am nächsten Tag hätte man mich also erreicht.

  3. Tatsächlich ist die Menschheit besser als ihr derzeitiger Ruf.
    Ist wirklich sehr ärgerlich, wenn man seine diversen Karten nicht mehr hat bzw. nutzen kann.
    Bei mir haben kürzlich alle Karten mit Magnetstreifen nach und nach den Geist aufgegeben, bis mir auffiel, dass der Verschluss des hübschen Portemonais nicht bloss ein Druckknopf sondern auch noch magnetisch war. Bis dahin hatte ich bereits zwei neue Bankkarten und eine neue Bahncard. Ob die Karstadt Card und die Kreditcard noch funktionieren, habe ich noch nicht ausprobiert, aber das Portmonais zurückgegeben und ein neues verlangt. Wer Geldbörsen herstellt, sollte eigentlich wissen, dass er keinen Magnet verwendet.

  4. Vergangene Woche habe ich meinen Geldbeutel verloren. Inhalt: Pesonalausweis, Führerschein (der rosa Lappen), Bahncard, Job-Ticket, Krankenkassenkarte, Mitgliedskarte des FC, EC- und Materkarte außerdem das 1,- DM-Stück, welches ich seit Einführung des Euro 2002 in meinem Geldbeutel habe.

    Von den genannten Karten und Papieren habe ich sonst nur Personalausweis, Job-Ticket und EC-Karte dabei. Alles Andere hatte ich nur dabei, weil ich in der Woche in Stuttgart gewesen bin.

    Leider gab es keinen ehrlichen Finder. Daher kostet mich die Wiederbeschaffung, neben der Lauferei, ca. 100,- Euro für Personalausweis: 30,- Euro, Führerschein: 40,- Euro, Kreditkarte: 20,- Euro. Zuzüglich neuer Geldbeutel.

    Ich werde nun alle Karten usw. getrennt von meinem Geldbeutel mit mir führen. Kann ich zwar auch verlieren, doch finde ich es irgendwie sicherer…

  5. Ich hab ja bei mir alles beim Alten gelassen. Ich weiß noch nicht so richtig was eine gute Lösung sein kann. Wenn ich mehrere Päckchen mit mir herumtragen will, kann es gut sein das ich eins einfach auch mal zu Hause liegen lasse. Siebhirn lässt grüßen. Jedenfalls ist das alles sehr ärgerlich. Mein Beileid.

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