Zwei Tage Brüssel

Freitag Abend! Eine gute Idee, sich statt in den Zug nach Hause lieber in den ICE nach Brüssel zu setzen. Etwa zwei Stunden braucht die Deutsche Bahn, um Fräulein Anna und mich in die belgische Hauptstadt zu bringen. Schnell schaffen wir es von Bahnhof Midi, wo die Fernzüge ankommen, bis in die Innenstadt und haben im Hotel des Galeries eingecheckt. Der nette Mann an der Hotelrezeption gibt uns nicht nur die Schlüsselkarten für das Zimmer, sondern nimmt sich auch noch eine Menge Zeit für uns und zeigt auf einer Karte alles Wichtige im näheren Umkreis.

Kaum zehn Minuten nachdem wir unsere Rucksäcke ins Zimmer gebracht haben, stehen wir auch schon wieder auf der Straße und streifen durch die engen Gassen der Brüsseler Innenstadt. Am Freitag Abend ist eine Menge los, wir verschaffen uns einen kleinen Überblick, kommen an unzähligen Waffelgeschäften vorbei und stehen auf einmal auf dem Grand Place im Zentrum der Innenstadt. Es ist eigentlich viel zu spät um noch etwas zu essen, aber als wir das zweite mal bei Fritland vorbeikommen, muss dann doch noch eine Portion Pommes auf die Hand. Den Laden hatte uns der Rezeptionist empfohlen und die Schlange vor der Theke spricht auch für sich.

Zwei Menschen laufen im dunkeln Hand in Hand durch die Brüsseler Innenstadt.Zwei Frauen stehen am Abend rauchend vor einem Café in der Brüsseler Innenstadt.Menschen stehen am Abend in der Schlang vor einer Pommesbude.

Unser Samstag in Brüssel

Am nächsten Morgen: Blauer Himmel und strahlende Sonne. Und ein Frühstück. Da ich mit der offiziellen Frühstücksspezialistin unterwegs bin, tut es natürlich kein Brötchen auf die Hand. Peck 47 heißt das Café in dem wir kurz nach seiner Öffnung sitzen. Es ist gut, dass wir zeitig an sind. Nicht nur, dass ein langer Tag vor uns liegt, das Café ist auch ziemlich beliebt und schon nach kurzer Zeit sind alle Tische besetzt. Poschierte Eier sind hier scheinbar die Spezialität des Hauses, was sich gut trifft, denn die mag ich sehr gerne.

Das Café Eggs Benedict, schön auf einem Teller angerichtet.

Ordentlich gestärkt ziehen wir los. Die Sonne scheint, es ist nur ein bisschen kalt an diesem Wochenende Anfang November. Zuerst spazieren wir zum Flohmarkt im Quartier Marolles, der uns gleich mehrmals empfohlen worden war. Schon auf dem Weg dorthin werden wir aber nicht nur einmal von einer der zahlreichen Comic-Szenen abgelenkt, die in ganz Brüssel großflächig an Hauswände gemalt wurden. Gut, dass wir uns noch in der Innenstadt eine kleine Landkarte besorgt haben, auf der zu vielen der großformatigen Bilder ein paar interessante Details stehen.

Männeken Pis ist eines der Wahrzeichen  Brüssels.Eine Nachbildung von Männeken Pis zwischen Waffeln.Comic an einer Hauswand in Brüssel.

Mehr oder weniger unabsichtlich kommen wir auch beim echten Männeken Pis, einem der Wahrzeichen Brüssels vorbei. Während es uns sonst schon in allen möglichen Größen unterkam, ist das Original tatsächlich genau so unspektakulär wie ich das vorher schon recherchiert hatte. Es ist winzig klein, hinter einem Zaun versteckt. Ein Bild ist schnell gemacht und dann geht es direkt weiter.

Der Flohmarkt selbst gefällt mir dann zwar eigentlich ganz gut, ist aber ein bisschen voll und zum einfachen Stöbern ist mir die Zeit ein bisschen zu schade. Wir ziehen bald weiter, wieder durch ein paar Gassen und fahren dann mit einem Fahrstuhl eine Stadt-Ebene nach oben, wo wir vor dem riesigen Justizpalast herauskommen. Der ist, zwar sehr groß und imposant, leider aber auch eingerüstet – und das nicht erst seit gestern, wie ein Blick in die Wikipedia verrät. Von hier oben hat man einen guten Blick über die ganze Stadt, der allerdings nicht besonders imposant ist.

Das Rathaus auf dem Grand Place in Brüssel.Zeichnung an einer Hauswand in Brüssel.Comic an einer Hauswand in Brüssel.Comic an einer Hauswand in Brüssel.Comic an einer Hauswand in Brüssel.Der Flohmarkt im Viertel Morelles.Zeichnung an einer Hauswand in Brüssel.Comic an einer Hauswand in Brüssel.Comic an einer Hauswand in Brüssel.

Nach einer kurzen Kaffeepause ist der Himmel leider nicht mehr so blau und ungefähr als wir uns die Aussicht aus dem Dachrestaurant des Musikinstrumente-Museums anschauen wollen, fängt es dann an zu regnen. Schade! Da uns die Musikinstrumente aber nicht so richtig reizen, geht es lieber wieder bergab und schon kurz darauf stehen wir vor dem Belgischen Comic-Zentrum. Hier sind wir richtig!

Blick auf den Justizpalast in BrüsselAussicht über Brüssel

Das Belgische Comic-Zentrum

Die Statue einer Comicfigur.

Obwohl bei uns so langsam der Hunger einsetzt, verbringen wir hier gut zwei spannende Stunden. Obwohl ich eigentlich gar kein großer Comic-Fan bin, gefällt mir das Museum sehr gut. Wir erfahren allerlei über all die Comics die so aus Belgien kommen. Einige, wie etwa Tim und Struppi kennen wir natürlich, die Schlümpfe sind auch dabei. Einige kenne ich aber auch nicht. Ein Charakter namens „Boerke“, der durch sehr schwarzen Humor heraussticht, gefällt mir besonders gut. Neben den einzelnen Charakteren wird aber auch auf die unterschiedlichen Stile von Comics eingegangen. Mir war garnicht bewusst, wie vielschichtig das Genre der Bandes Designes sind. Nachdem wir die drei Stockwerke des Museums abgelaufen haben, sind wir auch kurz vor dem verhungern. So kann ich mich im Museumsladen nicht wirklich entscheiden und kaufe deshalb einfach nichts.

Das Foyer des Comicmuseums.Ein Pappaufsteller von zwei Comic-Figuren in Uniform.

In der Galerie direkt neben unserem Hotel sitzen wir kurz darauf in dem etwas sehr hippen Café Le Pain Quotidien und essen ein belegtes Brot aus der Hausbäckerei. Anschließend laufen wir noch eine Weile durch die Innenstadt, klappern Het Zinneke und Jeanneke Pis. Die beiden Figuren sind, wie auch schon das Maenneken nicht sonderlich spektakulär. Ich mache jeweils schnell ein Foto und schon geht es weiter. Außerdem gibt es für jeden auch noch eine Waffel. Inzwischen ist es auch schon Abend und wir sind ganz schön k.o.

Het Zinneke.Ein Comic an einer Hauswand.Jeanneke Pis.Streetart in Brüssel.

Auf eine Empfehlung hin gehen wir zum Abendessen ins Balls & Glory, dessen Spezialität frittierte Fleischbälle mit unterschiedlichsten Füllungen sind. Dazu gibt es für mich Kartoffelpüree. Mir schmeckt es gut, tatsächlich fand ich die Pommes am Vorabend aber deutlich besser. Den Rest des Abends verbringen wir mit unseren Büchern und einer Serie in unserem schicken Hotelzimmer.

Tag Nummer Zwei: Sonntags in Brüssel

Der Morgen startet für uns mit einem Frühstück im Café Yeti, nachdem wir netter Weise unser Gepäck nach dem Auschecken im Hotel hinterlassen durften. Am Wochenende gibt es hier nur den großen Brunch, den wir uns zum Glück teilen dürfen. Wir haben noch bis etwa fünf Uhr Nachmittags in der Stadt, da möchte ich nicht schon mit einem vollen Magen starten. So gibt es für mich wieder ein pochiertes Ei, während Fräulein Anna Granola und Pancakes bekommt. Sehr lecker! Mit neuer Kraft machen wir uns in den Tag.

Das Café Yeti in Brüssel.Kleine Gebäude in

Mini-Europe

Heute steht als erstes die Miniatur-Ausgabe Europas im Schatten des Atomiums auf dem Plan. Dazu besteigen wir eine U-Bahn, die uns zum Atomium bringt. Vermutlich jeder Brüsseler hat sich schon einmal gewundert, warum es vom Zentrum aus keine direkte Verbindung zur vermutlich bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt gibt.

Der kleine Themenpark ist dann auch ganz nett gemacht, alle Länder Europas sind mit einigen Sehenswürdigkeiten vertreten. Per Knopfdruck kann man man sich die jeweiligen Nationalhymnen anhören. Dazu fahren Schiffe durch das Wasser, Wikinger kämpfen miteinander. Die vielen Kinder um uns herum habe eine Menge Spaß. Ich bin eher mittelmäßig begeistert. Wenn man auf Details achtet, sind die einzelnen Stationen eher Detailarm. Auch die Auswahl der Sehenswürdigkeiten ist teilweise ein wenig ungewöhnlich. Beispiel Deutschland: Das Brandenburger Tor verstehe ich ja. Das Beethoven-Haus in Bonn: Schön! Aber was dieses Gebäude aus Soest da soll? Keine Ahnung.

 Eine Miniatur-Ausgabe des Brandenburger Tors.Eine Miniatur-Ausgabe des Grand Place in Brüssel.Eine Miniatur-Ausgabe des Beethovenhauses in Bonn.

Das Atomium

Über all dem thront die ganze Zeit das Atomium, zu dem wir dann hinüberschlendern. Wie passend, dass das Wetter auch gerade umschlägt. Wir haben gestern Eintrittskarten für die Mittagszeit online gekauft und sparen uns so zumindest die Schlange an der Kasse. Für den Fahrstuhl nach oben müssen wir dann aber trotzdem kurz anstehen. Mit dem seinerzeit für seine Schnelligkeit bekannten und auch heute noch sehr flotten Fahrstuhl sind wir schnell oben. Von der Aussichtskuppel aus hat man einen schönen Rundumblick über die Stadt und Mini-Europa, das von hier aus selbst ganz winzig ist.

Mini Europe von oben.Eine der Kugeln des Atomiums aus der Vogelperspektive.Blick aus dem Atomium auf Brüssel.

Nach zwei Runden sind wir auch schon wieder auf dem Weg nach unten. So richtig Lust habe ich auf die weitere Ausstellung gerade nicht, wir laufen trotzdem die Treppe hoch in die anderen Kugeln. Und das ist gut so, denn hier wird es erst richtig interessant. Wir erfahren allerlei über den Bau der Atomiums und die Weltausstellung, dabei geht mit Hilfe von Rolltreppen und es durch die Verbindungselemente der einzelnen Kugeln. Eine richtige Zeitreise. An der ein oder anderen Stelle haben wir wieder einen schönen Ausblick nach draußen und bemerken, dass das grußelige Wetter von eben nun wieder strahlendem Sonnenschein gewichen ist.

Blick aus dem Atomium.Eine Verbindungstreppe im Atomium.Informationen rund um die Weltausstellung.

Puh, wie gut, dass das Wetter wieder besser ist – schon der kurze Regenschauer zur Mittagszeit hat meine Stimmung direkt ein bisschen gedrückt. Als wir aus dem Atomium herauskommen ist zum Glück wieder blauer Himmel angesagt. Wenn man direkt darunter steht und nach oben schaut, sieht das Bauwerk gleich nochmal ein wenig imposanter aus. Wie gut, dass man es seinerzeit hat stehen lassen!

Atomium von unten.Atomium in der Sonne.Ein Haus in der Brüsseler Innenstadt.

Wir fahren wieder zurück in die Innenstadt, ein paar Stunden haben wir noch totzuschlagen. Unterwegs fallen mir die verschiedenen toll gestalteten U-Bahn-Stationen auf, von denen ich auch vorher schon gelesen hatte. Eigentlich müsste man alleine für die eine eigene Fototour machen.

Wir fahren wieder zu dem Park beim Palast, den wir gestern ausließen als es Anfing zu regnen. Aber auch heute meint es das Wetter wieder nicht gut mit uns. Es ist ganz schnell wieder zugezogen und fängt sogar an zu regnen. Gerade als ich anfange mich zu ärgern nicht besser vorbereitet zu sein, kommen wir per Zufall am Musée BELvue vorbei und gehen spontan hinein. Eine gute Entscheidung! Die Ausstellung über die Geschichte Belgiens, seine Wirtschaft und die verschiedenen Minderheiten ist wirklich prima und super interessant. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Ausstellung im Musée BELvue.

Am Ende ist es dann doch später Nachmittag und wir machen uns mit einem kleinen Umweg über das Hotel auf den Weg zum Bahnhof. Nachdem wir kurz mit dem Zubringer-Zug feststecken und ich unseren ICE schon wegfahren sehe, geht dann aber doch alles gut und wir fahren bequem zurück nach Köln.

Menschen auf einem Bahnsteig.

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