Archiv für Monat: November 2016

New York: Ein Flohmarkt, World Trade Center und Times Square bei Nacht

Sonntag in New York. Als erstes soll es heute für uns auf einen Flohmarkt gehen. Frau Schwester hat den herausgesucht und so machen wir uns auf den Weg in den Flatiron District. Ich kann mich immer noch gut damit beschäftigen, langsam durch die Straßen zu gehen und einfach nur zu gucken. Nach links und rechts und natürlich nach oben. Es ist toll, wie viel es zu sehen gibt, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt läuft. Besonders mag ich den Kontrast zwischen den älteren, verschnörkelten Gebäuden und den Glas-und-Stahl-Türmen drumherum.

Gimbels BridgeGebäudekontrastFlatiron Building

Nach einem kurzen Abstecher zum namensgebenden Gebäude des Viertels stehen wir dann auch schon bald auf einem Platz zwischen einer ausgebrannten Kirche, ein paar Backsteingebäuden und Hochhäusern. Unter der Woche ist hier ein Parkplatz, heute haben hier Menschen ihre Stände aufgebaut. Fotografieren mag man nicht so gern – deshalb lasse ich es.

Flohmarkt

Es ist heute nicht mehr so grau wie gestern – aber auch noch nicht wirklich toll. So machen wir uns auf den Weg zum World Trade Center Memorial. Das Museum dort ist unterirdisch, da macht der graue Himmel nichts. Die Spitze des World Trade Center liegt weiterhin im Nebel. Bevor wir zu Memorial und Museum gelangen, drehen wir eine Runde durch den „World Trade Center Transportation Hub“. Die Haupthalle des Bahnhofs, „Oculus“ genannt, wurde erst in diesem Jahr neu eröffnet.

One World Trade CenterThe OculusThe Oculus von außen

Zum Memorial ist es nun nicht mehr weit. An Stelle der beiden Zwillingstürme sind nun zwei große quadratische Becken im Boden. Im Rand der beiden Becken, in denen beständig Wasser fließt, sind die Namen der fast dreitausend Menschen eingraviert, die beiden Anschlägen dort getötet wurden. Hier sind wirklich viele Menschen unterwegs. Es herrscht aber kein Trubel.

National September 11 Memorial and Museum

Dann geht es ins Museum. Dank unseres New York Passes sparen wir uns langes Anstehen und befinden uns schon bald unter der Erde. In den kommenden zwei Stunden lerne ich ein Menge über den Bau des World Trade Center und seine Geschichte. Anschließend kann ich die Geschehnisse am Morgen der Anschläge minutiös miterleben. Das Museum ist wirklich gut gemacht, die Stimmung ist eher gedrückt. Man ist sich der Schwere, die auf diesem Ort vielleicht lastet, bewusst. Es gibt zahlreiche Ausstellungsstücke. Ein kaputtes Feuerwehrauto und ein Teil der Antenne von einem der Türme sind die vielleicht größten.

National September 11 Memorial and MuseumEin Stück WTC im National September 11 Memorial and MuseumEin Feuerwehrauto im National September 11 Memorial and MuseumOne World Trade Center

Nach dem Museum laufen wir die paar Schritte zum Battery Park. Es ist Zeit für eine Pause und nach dem dunklen Museum sind wir froh wieder unter dem grauen Himmel zu sitzen. Vor uns legen die Schiffe zur Freiheitsstatue ab, die im Minutentakt Menschen auf die kleine Insel vor Manhattan bringen. Wir sitzen eine Weile am Wasser, laufen ein Stück hin und her und fahren schließlich mit dem Bus zurück in Richtung Hotel.

KontrasteSchiffbrüchig?The SphereDie Freiheitsstatue in der FerneMit 'Miss New York' zu Lady LibertyEin Eichhörnchen!

Nach dem Abendessen ist Zeit für einen Abstecher zum Times Square. Unser Besuch im Regen am ersten Abend war ja nun nicht so besonders. Heute ist es besser. Jemand demonstriert alleine gegen die Regierung: „9/11 was a hoax!“
Menschen sitzen auf der großen Treppe. Ich setze mich dazu, lasse die Werbebanner auf mich wirken. Birkenstocks sind im Moment in den USA anscheinend sehr angesagt. Ich traue mich leider nicht, die beiden Cops mit den Pferden anzusprechen um ein Bild mit ihnen zu machen. Schade! Als es langsam spät wird, laufen wir auf dem Broadway wieder in Richtung Hotel. Der zweite Tag New York geht zu Ende.

Empire State Building bei NachtTimes Square bei NachtTimes Square bei NachtNew York bei Nacht
Dieser Beitrag stammt aus der Reihe New York.

Anfang Oktober 2016 machte ich mich gemeinsam mit meinen Eltern und Frau Schwester auf den Weg in die „Stadt die niemals schläft“.

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New York: Rockefeller Center, St. Patrick’s Cathedral, Museum of Modern Art

New York im Nebel

Der erste Morgen in New York beginnt grau. Ich mache ein paar Bilder aus dem Fenster des Hotelzimmers, der siebzehnte Stock bietet einem schon einen ordentlichen Überblick über die Umgebung. Lower Manhattan liegt weiterhin im Nebel.
Aber erst einmal geht es zum Frühstück. Um zum vereinbarten Zeitpunkt da zu sein, muss man hier ein bisschen Zeit einplanen. In den Stoßzeiten sind die beiden Fahrstühle scheinbar ziemlich ausgelastet.

Während des Frühstücks machen wir einen groben Plan für den Tag. Draußen ist es zwar inzwischen trocken. Da aber erst für die kommenden Tage etwas anderes als grauer Himmel angekündigt ist, entscheiden wir uns dazu eher drinnen unterwegs zu sein. Alsbald habe ich den Rucksack auf dem Rücken, die Kamera in der Hand und los geht’s.

Empire State BuildingCiti-BikesRockefeller-Center

Unser Ziel heute soll eigentlich das Museum of Modern Art sein. Zuvor drehen wir aber noch eine kleine Tour durch die Straßen New Yorks. Bei besserem Wetter und Tageslicht ist das alles schon deutlich angenehmer. Meine Nase läuft auch nicht mehr so viel wie am gestrigen Abend. Auch wenn ich immer noch Sorge habe, mich richtig erkältet zu haben. Glücklicherweise verreise ich nie ohne einen wirklich großen Vorrat Taschentücher.

Zwei Zwischenziele haben wir auf dem Plan. Das erste sticht ein bisschen aus der Menge heraus, wir wollen uns zumindest von außen schon einmal das Rockefeller-Center anschauen. Natürlich sind wir nicht die einzigen mit dieser Idee, dort ist eine Menge los. An die Selfies schießenden Touristenhorden habe ich mich aber schon längst gewöhnt. Für einen Besuch auf dem Dach des Rockefeller Center, „Top of the Rock“ genannt, haben wir einen anderen Tag vorgesehen, heute würden wir nicht so besonders viel sehen.

Obwohl es erst Ende September ist, bereitet man bereits die große Eisfläche in der Mitte des Komplexes vor. Damit hätte ich nicht gerechnet, die verbindet man doch eigentlich mehr mit X-Mas und Holidays, oder?

Rockefeller CenterRockefeller CenterRockefeller CenterRockefeller CenterSt. Patrick’s Cathedral

Direkt um die Ecke liegt die St. Patrick’s Cathedral. Die wirklich große weiße Kathedrale sieht zwischen den Wolkenkratzern im Schatten des Rockefeller Centers fast ein bisschen klein aus. Drinnen dann der kirchen-typische Anblick. Alles ziemlich prunkvoll und groß. Viel größer als man von außen vielleicht vermutet hätte. Wie überall in New York kann man nicht einfach so reinspazieren, zumindest einen kurzen Blick in meinen Rucksack möchte man werfen.
Der Besuch in der Kirche ist für uns auch eine willkommene Pause, wir sitzen eine Weile in einer Bank. Erst als ein Gottesdienst ansteht, machen wir uns wieder auf den Weg.

St. Patrick’s CathedralSt. Patrick’s CathedralSt. Patrick’s CathedralThe Museum of Modern Art

Ein paar Straßen und eine „German Pretzel“ weiter, stehen wir dann schließlich vor dem Museum of Modern Art. Nachdem wir nun die ganze Zeit die 5th Avenue hinaufgelaufen sind, ist die Nebenstraße, in der der Eingang liegt, geradezu ein Quell der Ruhe. Kurz darauf haben wir unsere Jacken und Rucksäcke abgegeben und stehen in der ersten Installation. Auf Leinwänden werden Videos abgespielt in denen Menschen von ihrem Weg von Afrika nach Europa erzählen.
Wir trennen uns an dieser Stelle. Ich versuche ein paar Minuten lang mich mit dem Audioguide anzufreunden, komme mit dem Gerät aber wirklich gar nicht zurecht. Eine Zeit lang höre ich mir noch die Beiträge zu verschiedenen Ausstellungsgegenständen an. Schon bald lasse ich es aber ganz sein.

Das Museum selbst gefällt mir deutlich besser, als ich das erwartet hätte. Ich tue mir mit Kunst gerne mal ein bisschen schwer, aber heute spaziere ich von einem Bild zur Skulptur, dann zur Installation in der Raummitte. Es ist fast ein bisschen schade, als die Zeit zum Aufbruch gekommen ist. Neben einigen deutschen Künstlern, deren Namen ich schon einmal gehört habe, hängen hier auch Werke von Picasso und anderen namhaften Leuten. Henri Rousseau hat mir wohl am Besten gefallen.

The Museum of Modern ArtThe Museum of Modern ArtThe Museum of Modern Art

Den Rest des Nachmittags verbringen wir damit den Rest der fünften Straße und das drumherum zu erkunden. Als wir am südlichen Ende des Central Parks ankommen, ist es Zeit umzudrehen. Bevor es am Abend noch einmal zum Abendessen raus geht, haben wir alle ein bisschen Erholung nötig.

Straßenszene in New YorkApple Store New YorkHotdog-Stand New YorkNew Yorker StraßenNew Yorker StraßenNew York bei Nacht

Heute haben wir ein echt ordentliches Stück zu Fuß zurückgelegt. Das merke sogar ich, als erfahrener Spaziergänger, ein bisschen in den Beinen. Ich bin von meinem Fotorucksack sehr begeistert. Er hatte mir ja schon im Sommer wirklich gute Dienste geleistet, so lange wie heute hatte ich ihn aber noch nicht am Stück auf. Davon habe ich tatsächlich nichts gemerkt. Eine gute Wahl.

Jedenfalls geht es nun noch einmal zum Abendessen aus dem Hotel. Wir haben uns ein Diner in der Nähe herausgesucht und so komme ich noch an einen ganz okayen Burger. Trotz müder Beine drehen wir noch eine Runde um den Block. Ich mag es, wie das Empire State Building irgendwie immer im Blick ist.
Am Ende lande ich dann aber doch zeitig im Bett. Den Tag über habe ich die Müdigkeit gut unterdrücken können – aber irgendwann ist auch gut.

New York bei NachtNew York bei Nacht
Dieser Beitrag stammt aus der Reihe New York.

Anfang Oktober 2016 machte ich mich gemeinsam mit meinen Eltern und Frau Schwester auf den Weg in die „Stadt die niemals schläft“.

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Build- und Deployment-Plan mit Bitbucket Pipelines

Ich erzähle das ja gerne herum: Meinen Bastelkram lege ich in Repositories bei Bitbucket ab. Fast alles was ich so tue und probiere steht unter Versionskontrolle.

Unter anderem liegt dort auch das Theme dieses Blogs, an dem ich ziemlich regelmäßig Dinge ausprobiere und verändere. Das entwickele ich auf meinem eigenen Computer, committe und pushe meine Änderungen in das bei Bitbucket liegende Git-Repository. Dann verbinde ich mich per SSH auf meinen Server bei Uberspace und mache dort ein git pull. Meine Änderungen werden heruntergeladen. Dann sind die neuen Dateien online. So weit, so kompliziert.

Als dann letztens in meinem Postfach die Einladung zum Test von Bitbucket Pipelines vorfand, hatte ich gleich eine Idee in meinem Kopf: Als großer Freund von Automatismen dachte ich natürlich gleich daran, den oben beschriebenen Vorgang zu automatisieren. Gleichzeitig würde ich auch gerne die kompilierten Assets, also die aus dem SCSS generierten CSS-Dateien, das konkattenierte und minifizierte Javascript, die optimierten SVG-Dateien und das SVG-Sprite aus dem Repository löschen. Die werden nur auf dem ausliefernden Server gebraucht, sie müssen nicht unter Versionskontrolle stehen.

Bitbucket Pipelines bietet einem die Möglichkeit in einem Docker-Container anhand einer Konfigurationsdatei verschiedene Aktionen auszuführen. Mit ein bisschen Probiererei kam dann am Ende diese bitbucket-pipelines.yml-Datei heraus:

# barabal-gerstle-theme build and deployment for dertagundich.de

# use node-image to build the theme-assets
image: node:4.6.0

pipelines:
  branches:
    # only build master-branch
    master:
      - step:
          script:
            # install needed tools and build assets
            - npm install
            - node_modules/.bin/gulp build
            # prepare ssh-connection to uberspace
            - mkdir -p ~/.ssh
            - cat my_known_hosts >> ~/.ssh/known_hosts
            - (umask  077 ; echo $MY_SSH_KEY | base64 --decode > ~/.ssh/id_rsa)
            # remove unneccessary files before deployment
            - rm -rf node_modules
            - rm -rf source
            # copy files to uberspace
            - scp -r * username@host.uberspace.de:~/domain.tld/wp-content/themes/theme-autodeploy

Ein paar Anmerkungen, auch wenn eigentlich schon alles in den Kommentaren steht:

  • Ich benutze einen node-Docker-Container zum Bauen meiner Dateien.
  • Es wird nur auf Änderungen im Master-Branch meines Themes reagiert.
  • Als erstes werden dann die zum Bauen des Themes notwendigen Werkzeuge per npm installiert. Und die Quelldateien dann von einem gulp-Task gebaut.
  • Anschließend wird der Docker-Container so präpariert, dass man sich per SSH auf meinen Uberspace verbinden kann. Ich habe mich dabei an diese Anleitung hier gehalten. Da ist alles gut erklärt und einfach nachzuvollziehen.
  • Die im Ordner „node_modules“ gespeicherten Werkzeuge und die Quelldateien im Ordner „source“ braucht es im Livesystem nicht. Deshalb werden die mal schön vor dem Kopieren gelöscht.
  • Schließlich werden die für das Ausspielen des Themes notwendigen Dateien auf den Uberspace kopiert.

Um die zwei Minuten dauert das alles im Schnitt, ich bin mit der Lösung sehr zufrieden. Gerade wenn eine Kleinigkeit am Theme zu machen ist, spare ich mir eine Menge Aufwand. Einfach die Änderung in den Master pushen. Zwei Minuten später ist alles fertig.

Hashtag MiMiMiMi

Wie angekündigt sitze ich gestern Abend im Friedrichs Coffeeshop, nicht weit von meinem Zuhause entfernt. Ich war vorbereitend nicht nur beim Frisör und hatte ein Hemd angezogen, sondern bin auch schrecklich aufgeregt. #MiMiMiMi, Ausgabe Nummer fünf und ich bin einer der „Autoren“ die etwas vortragen. Man erinnere mich daran, gleich mein XING-Profil entsprechend upzudaten: Martin Schneider, Internetdingser und Autor.

Es ist ja eine Sache, in diesem Internet das Maul aufzureissen. Eine ganz andere ist es dann, sich vor Menschen zu setzen und das vorzulesen. Ich jedenfalls bin wirklich aufgeregt. Das wird auch nicht besser, als ich sehe und höre wie die Menschen vor mir ihre Texte vortragen. Die sind manchmal witzig, manchmal nachdenklich. Christiane liest neben einem echt guten selbstgeschriebenen Text auch von Glückskeksen vor. Die Latte liegt hoch.

MiMiMiMi - Veranstalter und Autoren

Ich habe keine Ahnung wie man ein Mikrofon richtig hält. Ist das Ding überhaupt an? Johannes lobt mich für die Bilder, die ich normalerweise im Blog zeige und vielleicht hätte ich doch besser eine kleine Dia-Show vorbereitet. Zumindest gefühlt ist die Mimik der Menschen in der ersten Reihe ziemlich versteinert, als ich anfange von meinen morgendlichen Erlebnissen beim Bäcker vorzutragen. Als ich mir später die Aufzeichnung des Facebook-Livestreams anschaue, meine ich aber doch den ein oder anderen Lacher im Hintergrund zu hören. Dennoch: Für nächstes Mal übe ich das laute Vorlesen wohl mal ein bisschen. Dass ich das nicht so oft mache merkt man. Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, mal wieder Menschen etwas vorzulesen. Und ich kann mir noch besser vorstellen, mehr Alltäglich belangloses niederzuschreiben.

Da ich Vortragender Nummer sieben bin, geht es nach mir recht schnell. Die Texte handeln von Lebensplanung und Abschieden. Christoph beschließt den Abend mit gleich drei Stücken aus seiner Feder. Und dann ist die Veranstaltung nach guten zweieinhalb Stunden auch schon vorbei. Es gibt Bier. Man redet. Da weder Fräulein Anna noch ich etwas zu Abend gegessen haben, machen wir uns zeitig aus dem Staub.

Vielen Dank Sylvia und Johannes für’s organisieren. Und danke an Sascha für den Livestream auf der MiMiMiMi-Facebookseite. Den kann man sich dort auch nochmals anschauen. Wer sich besonders für mich interessiert kann die erste Stunde und achtundzwanzig Minuten überspringen, man verpasst dann natürlich was. Zum Beispiel Sven, der mich an Lurchi den Salamander erinnerte. Also nicht Sven selbst, sondern sein Text. Ich war Fan!

Hundreds im Stadtgarten

Hundreds im Stadtgarten

Gestern Abend: Hundreds aus Hamburg im Kölner Stadtgarten. Anlass ist die Veröffentlichung des Albums „Wilderness“, in das ich seit letzten Freitag schon ein bisschen reingehört hatte. Ich freue mich schon eine ganze Weile auf die Veranstaltung. Kaum zu glauben, dass mein letztes Konzert der Band schon Anfang 2015 war.

So bin ich ein bisschen panisch, als ich feststelle dass die Karten scheinbar nie bei mir angekommen sind. Bei Kölnticket am Telefon ist man allerdings sehr verständnisvoll und so habe ich ein paar Mails später ein Ersatz-Schreiben zum Ausdrucken und jemand hat bei den Veranstaltern angerufen. Fräulein Anna und ich kommen anstandslos in die Halle.

Die Vorband, Odd Beholder ist ok. So richtig zu begeistern weiß sie mich aber nicht. Dafür bieten die Geschwister Milner ein solides Konzert. Neben den bekannten und gern gehörten Titeln wie „Happy Virus“ oder „Grab The Sunset“ aus den älteren Alben waren dann natürlich auch viele von der neuen Platte dabei. Eine gesunde Mischung. Untermalt wird die Show von allerlei Animationen, die im Hintergrund der Band großflächig projeziert werden. Gut gefällt mir am Schluß des Konzerts das sehr lange instrumentale Ende des letzten Titels.

YouTube-Vorschaubild

Noch ein bisschen besser hätte mir das Konzert gefallen, wenn nicht die beiden ständig quatschenden Konzert-Trottel vor uns gestanden hätten. Ich habe nicht so besonders viel Verständnis dafür, wenn Menschen während Musikveranstaltungen Unterhaltungen führen. Vom ständigen rumstehen auf meinen Füßen wollen wir mal nicht reden. Ein absolutes Highlight ist dann aber die Situation, in der die beiden es total witzig finden einen groß gewachsenen Mann, der ihnen die Sicht verstellt, von hinten zu fotografieren und filmen. Während sie mir das Gleiche mit Hilfe ihrer hochstehen Hipster-Bommelmützen antun. Trottel.

Eine Ankündigung: #MiMiMiMi

Ich hatte das ein bisschen anders eingeschätzt: Johannes muss ein echt verzweifelter Mensch sein. Wie sollte er sonst auf die Idee gekommen sein, gerade mich anzuschreiben, als er auf der Suche nach Menschen war die bei der vierten Ausgabe von #MiMiMiMi etwas vortragen möchten. Nach kurzem Zögern sagte ich zu.

Hashtag Mimimimi

Nun bin ich ein bisschen gespannt wie das wohl ist, in der Öffentlichkeit etwas vorzulesen. Und ich bin gespannt wie sehr ich die Menschen dort langweilen werde. Schließlich lesen neben mir unter anderem auch so Leute wie Carsten oder Christoph, die das sogar richtig können. Also lesen. Und vor allem schreiben.

Für meinen Auftritt habe ich auch schon einen Text rausgesucht, der zumindest mit der Intension geschrieben wurde ein wenig witzig zu sein. Und vielleicht übe ich den auch nochmal. Sicher ist sicher. Wer sich das Elend antun möchte ist natürlich herzlich eingeladen. Der Eintritt ist zwar frei, aber eine Karte muss man trotzdem reservieren. Das geht über die oben verlinkte MiMiMiMi-Seite.

Jedenfalls bin ich jetzt schon ganz furchtbar ein bisschen aufgeregt. Gehe ich wohl noch zum Frisör? Was ziehe ich bloß an? Herrje.

Bonn leuchtet

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Auf meinem Heimweg waren mir in der Stadt schon die Menschen aufgefallen die mit allerlei Lampen hantierten. Das hätte ich vielleicht auch wieder vergessen, wäre mir nicht ein Artikel im General-Anzeiger untergekommen, in dem wurde auf die Lichtinstallationen hingewiesen wurde. Die werden im Auftrag des Vereins city-marketing bonn im Rahmen der Aktion „Bonn leuchtet“ angebracht. Jedenfalls schnallte ich mir gestern Abend, statt auf dem Sofa zu vergammeln, kurzerhand den Rucksack auf, nahm das Stativ in die Hand und los gings.

Beim Fotografieren vergesse ich immer die Zeit. Schnell waren zwei Stunden vorbei und ich habe nicht mal alle Stellen abgeklappert, an denen Gebäude und Skulpturen beleuchtet sind. Ein bisschen überraschte mich, dass ich in der ganzen Zeit nur einem anderen Menschen mit Stativ und Kamera begegnete. Als ich im Frühjahr unterwegs war um die Kirschblüten in der Altstadt zu fotografieren, sah das ja anders aus.

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Besonders gut gefallen hat mir das Sterntor, was nicht nur von einer Seite bunt angestrahlt wurde. Da turnte ich eine ganze Weile rum, auch die unfassbar partybereiten Schüler mit den beeindruckend lauten Bluetooth-Lautsprechern im Hintergrund störten da kaum. Mehr schon die ganzen Menschen die mir mit ihren Telefonen ins Bild rannten.

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Bonn, New York, der Times Square im Regen

„New York“ heißt das Ziel, als ich am frühen Freitagmorgen in die Straßenbahn nach Siegburg steige. Auf umständliches Gegurke durch das Rheintal habe ich keine Lust und so lasse ich mich vom ICE-Sprinter zum Frankfurter Flughafen katapultieren. Nachdem ich mich kurz erschrecke, weil Frau Schwester nicht am vermuteten Platz sitzt, dann aber doch auftaucht, döse ich die knappe Stunde bis Frankfurt.

Nachdem wir dann auch meine Eltern am Flughafen eingesammelt haben, geht es ganz schnell: Einchecken und Gepäck abgeben, „Nein, die Maschine ist voll, es gibt leider keine Upgrades.“. Wir kommen problemlos durch die Sicherheitskontrolle und haben sogar noch Zeit für einen ausführlichen Kaffee bevor das Boarding losgeht.

Irgendwann sitzen wir dann auch auf unseren Sitzen in der United-Boeing, die startet, es gibt etwas zu trinken, der erste Film läuft. Ich mache es mir bequem und genieße es, knappe acht Stunden nichts tun zu können als ein bisschen zu dösen, einen weiteren Film zu schauen und zu lesen. Ein Glück, dass es das WIFI, was mir die Webseite versprochen hatte, anscheinend nicht gibt. Ablenkungsfreie Zeit ist doch die beste Zeit.

Wir fliegen tagsüber und gegen die Zeit, kommen am Ende also nur zwei Stunden nach dem Start am frühen Nachmittag an. Der Flughafen von Newark empfängt uns mit grauen, diesigem Wetter und einer etwas genervten TSA-Mitarbeiterin. Aber vermutlich wäre ich auch genervt, wenn ich den ganzen Tag die gleichen paar Sätze sagen müsste.

„Left four fingers. Left thumb. Right four fingers. Right thumb. Right thumb again. Look in the camera.“
Eine TSA-Mitarbeiterin

Mit ein bisschen Gefrage schaffen wir es in den AirTrain der die Terminals, Parkhäuser und den Bahnhof verbindet und stehen dann erst einmal an einem grauen Bahnhof rum. Der nächste Zug bringt uns in knapp 30 Minuten in die New Yorker Innenstadt. Ich priorisiere das Projekt „Martin bekommt eine amerikanische SIM-Karte“ höher. Manchmal ist es doch am einfachsten, etwas schnell online nachschlagen zu können. Endstation des Zuges ist die Pennsylvania Station mitten in Manhattan – unser Hotel befindet sich in Laufweite. Das ist praktisch. Den richtigen Ausgang des Bahnhofs zu finden gestaltet sich dann schon ein bisschen schwieriger.

Downtown im Nebel

Schnell haben wir eingecheckt und die paar Klamotten für die kommenden Tage finden ihren Platz im Schrank. Unsere Zimmer liegen im siebzehnten Stock und bieten eine ganz gute Aussicht auf Downtown Manhattan. In der Ferne kann man den ein oder anderen Wolkenkratzer im Nebel sehen.

Als wir uns wieder auf den Weg machen wird es gerade dunkel. New York zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite: Die Straßen sind voll, es regnet ziemlich. Wir kämpfen uns gegen die beschirmten Menschenmassen die Fifth Avenue hinauf, um am Times Square unseren New York Pass abzuholen.

Times Square bei Nacht und Regen

Dort angekommen habe ich fürs Erste schon die Schnauze wirklich voll. Mit den Menschenmassen habe ich gerechnet, mit Regenwetter kann ich umgehen. Dummerweise läuft meine Nase ununterbrochen, da hat wohl jemand die Klimaanlage im Flugzeug nicht so gut vertragen. Damit komme ich nicht so besonders gut klar. Nun muss ich darauf hoffen, ausreichend Taschentücher eingepackt zu haben.

Kurz darauf steigt die Stimmung aber schon wieder: Nach nur gut fünf Minuten in einem T-Mobile-Laden habe ich eine aktivierte amerikanische Prepaid-SIM-Karte im Telefon. Das ging wirklich schnell, ich bin nachhaltig begeistert. Man ist hier sehr gut auf Menschen wie mich vorbereitet, der Verkäufer wusste vermutlich schon als ich den Laden betrat, was ich brauche.

Nachdem ich wieder zu meiner Reisegruppe gefunden habe, finden wir nach kurzem einen Laden der allerlei Essen anbietet. Nach einer ordentlichen Portion Pizza, Pommes und Mac and Cheese sieht die Welt schon wieder ein bisschen anders aus. Und so langsam werde ich nach diesem sehr langen Tag richtig müde.

Dank Google Maps auf meinem Telefon finden wir den Weg ins Hotel sehr schnell. Ich hoffe inständig auf besseres Wetter – unser Spaziergang von Pfütze zu Pfütze war eher so mittel.

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe New York.

Anfang Oktober 2016 machte ich mich gemeinsam mit meinen Eltern und Frau Schwester auf den Weg in die „Stadt die niemals schläft“.

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