15 Jahre  🎂

An einem Freitag im Februar 2003 war ich der Meinung, dass es nun an der Zeit ist so ein Reinpost-Ding auf meiner „Homepage“ zu haben. Eine solche hatte ich schon eine ganze Weile. Ich erinnere mich noch gut an das simple HTML-Formular und das einfache PHP-Skript, mit dem ich Einträge in eine MySQL-Datenbank schreiben konnte. Nachdem ich schon ziemlich lange eine eigene Webseite hatte, mein erster richtiger Schritt in dieses Web 2.0 von dem damals so viel geredet wurde.

Das ist jetzt fünfzehn Jahre her. Wow.

Screenshot
So sah meine „Homepage“ im Februar 2003 aus, als ich die ersten Beiträge in „der tag und ich“ veröffentlichte. An der Stelle des PHP-Fehlers stand damals der ganz oben in diesem Beitrag als erstes verlinkte Blogpost.

Anfangs bin ich vielleicht noch ein bisschen schüchtern, was meine Mitteilsamkeit angeht. Spätestens aber, als ich auf ein richtiges CMS umsteige, purzeln die Beiträge nur so aus mir heraus. Teils mehrere am Tag, oft sehr kurz. Man merkt schon einige Jahre vor Twitter, dass ich sehr viel zu berichten habe. Da wird aus meiner Aufregung um die Bestellung eines Powerbooks (So nannte man MacBooks früher!) eine fast minutiöse Dokumentation. Und wie viele Beiträge es darüber gibt, dass ich irgendwas am „Design“ gedreht habe! Unfassbar.

Die liebe Technik

Überhaupt: Die Technik. Schnell reicht mir das ja nicht mehr so richtig mit dem kleinen PHP-Skript. Ich habe schon früh erkannt, dass man nicht immer das Rad neu erfinden muss. Eine ganze Zeitlang ist ExpressionEngine das Tool meiner Wahl, bis ich Ende Juni 2005 dann auf das damals aktuelle WordPress 1.5 umsteige. Das habe ich seit dem auch nicht wirklich in Frage gestellt. Ich mag WordPress sehr gern. Aber auch wenn das Backend gleich geblieben ist: Vorne rum ist immer viel passiert. Unzählige Layouts, jedes Jahr mehrere, habe ich im Lauf der Zeit verbraten. Waren das am Anfang nur angepasste Themes, habe ich dann irgendwann angefangen alles selbst zu bauen. Die ganzen Themes nochmal zusammen zu bekommen, sofern das überhaupt geht, ist aber nochmals eine ganz andere Nummer.

Martin, warum machst du das hier eigentlich?

Die Mitteilungswut flaut dann aber auch wieder ab. In den letzten Jahren habe ich mir oft Gedanken darüber gemacht, „warum“ – und vor allem „für wen“ – ich den Quatsch hier eigentlich mache. Nicht umsonst ist dieses Blog auch eine relativ genaue Dokumentation all der Umbauarbeiten daran. Ich sprach oben schon einmal davon. Und um ehrlich zu sein: Lange habe ich das Blog auch wirklich nur betrieben, um eine Spielwiese für all den Webkram zu haben, den ich so gerne ausprobiere. Gut, dass ich geizig bin und es die Ironblogger gibt. Die Angst vor der Geldstrafe zwingt mich dazu, wenigstens einmal pro Woche etwas zu tippseln. Gerade ist das wieder ein bisschen anders. Unter anderem auch, weil ich mich mit folgender Frage intensiv auseinander gesetzt habe:

Was mache ich hier eigentlich? Und für wen? Und warum? Am Ende des Tages ist die Antwort: Für mich. Ich habe mir hier eine Möglichkeit geschaffen, vielen technischen Kram auszuprobieren, bevor ich es vielleicht auch beruflich einsetze. Davon merkt der gemeine Blogbesucher oft auch einfach nichts. Und irgendwann baue ich auch mal ein schönes Kommentar-Formular. Versprochen.

Außerdem habe ich hier eine (Hoffentlich!) meistens ganz amüsante Dokumentation meines bisherigen Tuns und meiner mit dem Alter immer mehr werdenden Wehwehchen geschrieben. Hand auf‘s Herz: Für eine Biographie wird es nicht reichen. Aber immer mal wieder ein bisschen zurückblicken zu können, das ist schon ziemlich mega. Inzwischen nervt mich das allwöchentliche Wochenrückblicksschreiben zwar nicht weniger – aber ich beiße mich gerne durch, denn es macht immer wieder Spaß, mal ein paar Seiten zurück zu blättern und zu schauen was so los war. Oder ein bisschen weiter zurück, um einige Highlights meines Studiums wieder zu erleben. Viele Beiträge sagen vermutlich auch nur mir etwas. Aber das macht nichts. Hier geht es ja nunmal wirklich nur um mich.

Das sorgt manchmal auch für Verwirrung: Ich erinnere mich noch gut an das dumme Gesicht meines Gegenübers, als man mich im Rahmen irgend einer Blogger/Social Media/Irgendwas-Veranstaltung fragte „Und über was bloggst du so?“ und ich mit „Über mich!“ antwortete. Dem Fragesteller blieb das „Ah spannend!“, was er den Leuten, die er vorher befragt hatte immer entgegenbrachte, irgendwie zwischen den Zähnen hängen.

Interessanter Weise lesen das Geschreibsel hier dann tatsächlich aber auch andere Leute, obwohl ich dem Untertitel „Alltäglich belangloses“ glaube ich schon sehr gerecht werde. Hin und wieder werde ich sogar auf das Blog angesprochen. Wie cool! Ich habe übrigens keine Ahnung wie viele Menschen außer mir hier noch vorbei schauen. Einen Besucherzähler wie damals, geschweige denn ein Tracking, gibt es schon lange keins mehr.

Das Archiv

In den vergangenen Wochen habe ich mir eine Menge Arbeit gemacht. Vor ziemlich genau zehn Jahren nämlich habe ich den „alten“ Blog eingemottet und war der Meinung einen Neustart hinlegen zu müssen. Inklusive neuer Domain: Aus einem Menüpunkt meiner Homepage wurde dieses Blog. Die alten Inhalte waren dann lange verschollen, bis ich es irgendwann vor einem guten Jahr in Form einer SQL-Datei auf einer Datensicherungs-CD wiedergefunden habe. Darüber habe ich mich wirklich richtig gefreut. Dieser Tage bin ich dann hingegangen und habe sortiert, ausgemistet und korrigiert. Software-Tipps aus dem Jahr zweitausendfünf braucht halt wirklich niemand mehr. Aber trotzdem: Fast vierhundertachtzig Artikel haben es dann tatsächlich auch geschafft. Sie befinden sich jetzt in der Kategorie „Archiv“.

Und jetzt? Jetzt geht es weiter. Mal gucken, ob ich nochmal fünfzehn Jahre drauf legen kann.

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