Beach Motel van Cleef 2018

Beach Motel van Cleef-Fahnen

Vielleicht vergessen wir das Drama gleich zu Beginn der Anreise auch einfach. Oder machen wir es kurz: Es ist Donnerstagmorgen. Irgendwas mit Stellwerksstörung bei der Bahn, unregelmäßig fahrende Straßenbahnen und nicht vorhandenen Taxis. Zum Glück ist Meister Puck zu Hause, er fährt Fräulein Anna und mich nach Beuel zum Bahnhof, wo wir in den Zug steigen, den wir in Düsseldorf garantiert verpasst hätten.

Danach läuft es dann aber weitestgehend rund. Wir bringen die Bahnfahrt hinter uns und kommen mit genau einer Stunde Verspätung an unserem Zielort, St. Peter-Ording, an. Puh. Ein leckeres Abendessen im ans Beach Motel angeschlossene Restaurant später sind wir dann auch bettreif. Wir freuen uns auf unser zweites „Beach Motel van Cleef“-Festival, nachdem es uns im letzten Jahr so gut gefallen hat. Hier nun ein kleiner Bericht, ein paar Musikvideos und Bilder.

Unterwegs am Strand

Nachdem wir am Freitagmorgen nicht nur ausgeschlafen, sondern auch ausführlich gefrühstückt haben, steht der traditionelle Strandspaziergang auf dem Plan. Ich mache das ein oder andere Foto. Die Sonne scheint. Wir kehren zum Mittagessen ein und vielleicht verderbe ich mir dabei auf längeres die Lust auf Süßkartoffel-Pommes. Die wollen mir gar nicht schmecken, obwohl rein technisch nichts an ihnen auszusetzen ist. Wir wandern durch die Dühnen zurück und ich halte einen ausführlichen Mittagsschlaf. Dafür ist so ein Urlaub ja nun mal auch da.

Strandhäuser auf Stelzen am Strand von St. Peter-OrdingHaus auf Stelzen am Strand von St. Peter-OrdingDünengras

Burkini Beach

Der erste Konzertabend startet dann mit Burkini Beach. Die fand ich im Vorfeld schon witzig und man enttäuschte mich auch nicht. Ein guter Start ins Musikwochenende. Ich bin guter Dinge.

Maria Taylor Trio

Direkt weiter geht es mit dem Maria Taylor Trio. Auch ihre Musik hatte mir beim Probehören gut gefallen und sie setzt jetzt nochmal einen drauf. Ein sehr gutes Konzert, ein bisschen mehr Folk-Einschlag als ich erwartet hatte. Aber auch das kann man sich mal anhören.

Tom Liwa

Dann steht Tom Liwa auf der Bühne. Nachdem mir sein Auftritt mit den Flowerpornoes im vergangenen Jahr nicht so gut gefallen hatte, erwartete ich nicht so arg viel. Und war ein bisschen überrascht: Alleine auf der Bühne fand ich ihn deutlich besser und hätte ihm auch gerne noch länger zugehört.

Dorit Jakobs

Auch nicht so viel erwartet hatte ich von Dorit Jakobs. Die klang im Vorfeld sehr nach Wir sind Helden und überzeugte mich nicht so richtig. Aber auch hier: Positive Überraschung. Mein Eindruck wurde nicht bestätigt, das Konzert gefällt.

Honig

Schließlich dann schon mein Highlight für den Abend: Herr Honig steht auf der kleinen Bühne. Der ist mir direkt als Person sympathisch, seine Musik gefällt mir unheimlich gut. Als seine Freundin mit auf die Bühne kommt, um mit ihm zu singen, muss Christiane Falk, die Moderatorin des Abends, auf das Babyphon aufpassen. Am Ende will auch er nicht so richtig aufhören zu spielen und begleitet das Publikum mit seiner Gitarre auf dem Weg zur letzten Veranstaltung des Abends. Ich finde es richtig schade, dass das Konzert zu Ende ist.

Kettcar

Denn schließlich: Kettcar. War ich mittags noch sehr vorfreudig, als ich den Soundcheck ein bisschen mithören konnte, bin ich jetzt vielleicht auch einfach viel zu müde. Oder zu genervt. Oder ich habe die Band einfach zu oft im letzten Jahr gesehen. Jedenfalls: Es reißt mich nicht so richtig hundertprozentig mit, auch wenn das Konzert an sich schön laut und nicht schlecht ist. Am Ende bin ich dann noch ein bisschen enttäuscht, dass man Academy nicht gespielt hat. Was ist da los?

Von quatschenden Menschen auf Konzerten

Nach einem kurzen, vor allem müden Besuch bei der Aftershow-Disco lasse ich den Abend Revue passieren und ärgere mich nochmal richtig über meine Mitmenschen. Ich habe mich ja schon öfter über quatschende Konzertbesucher geärgert, heute Abend fand ich es besonders schlimm. Gerade bei dem etwas ruhigeren Künstlern fiel es mir wirklich schwer, ordentlich zuzuhören und alles mitzubekommen. Und warum auch immer die gleiche Gruppe von Menschen gleich mehrmals neben mir landet und jedes Mal wieder peinlich berührt ist, wenn ich oder jemand völlig anderes um ein bisschen mehr Ruhe bittet. Gerade auf dieser sehr speziellen Veranstaltung hätte ich damit nicht gerechnet. Ich bin nicht der einzige, dem das heute auffällt. Auch eine entsprechende Ansage der Moderatorin hilft nicht. Menschen, ey!

Festival-Tag Nummer zwei

Den zweiten Tag des Beach Motel van Cleef-Festivals lassen wir locker angehen. Ausschlafen, ein ausführliches Frühstück, wir lungern ein bisschen rum. Am späten Nachmittag leihen wir uns ein Auto beim Hotel und fahren ein paar Kilometer am Meer entlang, um dann einen kleinen Spaziergang zum Leuchtturm Westerheversand zu unternehmen. Es ist wunderbar still dort draußen, die Sonne ist schon fast am untergehen.

Der Leuchtturm von WesterheverSilhuetten vor dem Sonnenuntergang

Grillmaster Flash

Eröffnet wird der Abend von Grillmaster Flash über seine selbstironischen Texte musste ich beim Probehören mehr als einmal lachen. Und dann werde ich auch nicht enttäuscht und gut unterhalten. Ein bisschen erinnert mich die Musik an den jungen Olli Schulz. Und das finde ich gut. Das Publikum ist heute nicht nur deutlich kleiner, sondern auch viel ruhiger. Ich starte mit dem Grillmeister gut gelaunt in den Abend.

Fortuna Ehrenfeld

Ich habe, zumindest gefühlt, im vergangenen Jahr niemanden öfter auf einer Bühne stehen sehen als Herrn Fortuna Ehrenfeld und seine Mitstreiter. Das ist nichts schlimmes, denn ich mag den Musiker im Schlafanzug und seine Musik sehr. Und noch ein bisschen mehr mag ich es, wenn er auf kleinen Bühnen spielt. Also bin ich hier heute Abend genau richtig.

Slow Leaves

Als nächstes steht der kanadische Singer-Songwriter Grant Davidson auf der Bühne. Slow Leaves nennt er sich und hat sich zur Unterstützung noch einen weiteren Musiker mitgebracht. Ich amüsiere mich zuerst ein bisschen über den Jeanshemd-Cowboy-Look, die Musik sagt mir aber schon nach kurzem richtig zu.

Tim Neuhaus

Den Namen von Tim Neuhaus hatte ich schon mal gehört, seine Musik aber noch nie. Schade eigentlich, denn auch er trifft meinen Musikgeschmack ziemlich gut und ist noch dazu sehr sympathisch, wie er da mit seiner Band auf der Bühne steht und singt. Auch ihn werde ich sicherlich noch öfter hören.

Theodor Shitstorm

So richtig garnicht meinen Geschmack trifft Theodor Shitstorm. Das liegt vielleicht auch ein bisschen an meiner Müdigkeit, ich nutze das Konzert lieber dazu ein wenig in der Hotel-Lobby herum zu sitzen, in Ruhe etwas zu trinken und die müden Beine ein wenig zu entlasten.

Intergalactic Lovers

Den Abschluß des Konzertabends und des Festivals bilden die Intergalactic Lovers aus Belgien. Die hatten mir im Vorfeld schon wirklich gut gefallen und setzen jetzt noch einen drauf. Man gibt da vorne auf der Bühne noch einmal ordentlich Gas, mir gefällt es von Titel zu Titel besser. Dem Rest des Publikums übrigens auch, die Stimmung ist großartig, obwohl auch am Ende des Abends noch deutlich weniger los ist als gestern. Die Intergalactic Lovers sind eine der Indie-Pop-Bands, die man noch viel lieber live hört als auf Platte. Am Ende ist es ein bisschen später als geplant, ich ein bisschen müder als vorgesehen, aber vor allem sehr viel zufriedener. Dies war sicherlich mein Highlight für diesen Abend.

Und dann ist das Festival auch schon wieder vorbei. Noch einmal schlafen, schnell frühstücken, auschecken. Dann: Unser erster Zug fällt aus. Der „Service“ der Bahn schlägt vor, die Reise einfach garnicht anzutreten. Ich werde wohl in Zukunft öfter ein Auto mieten. Glücklicherweise bringt ein netter Taxifahrer uns und eine weitere Dame bis nach Husum, wo wir unsere Heimreise dann doch noch antreten können. Drama gerade nochmal so abgewendet.

Am Ende einer langweiligen Zugfahrt bin ich zwar müde, aber auch sehr zufrieden wieder zu Hause. An das „Wow!“-Erlebnis vom letzten Jahr kam das Festival in diesem Jahr zwar nicht, was glaube ich vor allem an den Menschen am ersten Abend liegt. Dennoch: Ein unterhaltsames Wochenende liegt hinter mir, ich habe wieder einiges an neuer Musik mitgebracht.