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Ein ungewöhnlicher Kinobesuch

Als letztens auf dem Account der igersbonn gefragt wurde, wer denn Lust auf eine Führung im Bonner Woki-Kino hat, war ich ja direkt dabei und kommentierte mein Interesse. Und ich hatte Glück: Bei der Ziehung stand mein Name auf der einem Zettel!

Samstag um zehn Uhr stand ich jedenfalls, bewaffnet mit Handy und Spiegelreflex, vor dem Kino am Bertha-von-Suttner-Platz. Neun Besucher sind wir – und Felix. Der führt uns die kommenden Stunden durch das Foyer, die verschiedenen Kinosäle und den Technik-Bereich und die Vorführräume. Gerade letzteres finde ich super spannend.

Aber zuerst bleiben wir erst einmal eine Weile im Foyer und bekommen allerhand aus der Geschichte des Woki erzählt. Das der Name eine Abkürzung für „Wochenschau-Kino“ ist, zum Beispiel. Oder wie das mit den Filmverleihen funktioniert und warum Kino so teuer ist. Felix ist mit Leib und Seele Kinobetreiber und man merkt ihm die Begeisterung für seine Arbeit und das Kino richtig an.

Dann werden wir durch die unterschiedlichen Kinosäle geführt. Die sind nach Farben sortiert und heißen Golden, Rot und Blau. Felix zeigt uns die unterschiedlichen Beleuchtungsmöglichkeiten, dürfen uns die silbern beschichtete Leinwand, die aus einem feinen luftdurchlässigen Stoff besteht. Das ist notwendig, damit der Ton aus den dahinter stehenden Boxen die Leinwand nicht zum Schwingen bringt. Die silberne Beschichtung sorgt für besonders gute Projektionseigenschaften.

Beindruckend: Wir bekommen Anhand einiger Musikdemos gezeigt, was das Soundsystem des Saals kann. Normalerweise wird nicht die volle Leistung ausgenutzt, um es für die Ohren möglichst vieler Leute angenehm zu gestalten.

Schließlich geht es noch eine Runde durch die Vorführräume des Kinos. Wir bekommen die verschlüsselten Festplatten gezeigt, auf denen viele der Filme angeliefert werden. Die 4K-Projektoren, mit denen die Säle bespielt werden, haben ein anderes Kaliber als mein Beamer zu Hause. Durch eine kleine Luke kann ich in den Saal sehen.

Plötzlich ein klackendes Geräusch: Wir haben uns inzwischen so lange herumgetrieben und Fotos gemacht, dass die erste Vorstellung beginnt. In einem modernen Kino ist die gesamte Vorstellung vorprogrammiert und so geht ganz von alleine der Vorhang auf und die Eis-Werbung geht los. Bis zum Ende des Films wird der Computer nun alles automatisch machen, inklusive dem Anschalten der Saalbeleuchtung nach dem Ende des Abspanns.

Furchtbar schnell sind die letzten Stunden vergangen und schon stehen wir wieder zusammen im Foyer zur Verabschiedung. Dieser Einblick hinter die Kulissen des Kinos war ganz großartig. Die vielen kleinen Details, die ich gelernt habe, kann ich gar nicht alle niederschreiben. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.