Olli Schulz, Oper Bonn

Olli Schulz habe ich in den letzten Jahren musikalisch ein bisschen aus den Augen verloren. Eher am Rande mitbekommen habe ich seine Fernsehshow und den Podcast mit Jan Böhmermann oder seine Auftritte als Sidekick bei den beiden Typen von ProSieben.

Nun: Olli Schulz in der Bonner Oper. Die Aussicht darauf, ein Konzert im Sitzen zu verbringen lässt mich und Fräulein Anna schon vor einigen Monaten Karten kaufen. In der Oper war ich ja auch noch nicht, eine gute Gelegenheit, das zu ändern. Ich entscheide mich deswegen auch dazu, ein Hemd zu tragen. Das hätte aber nicht sein müssen, anderen Menschen war der Dresscode egal. Unsere Sitzplätze auf dem oberen Rand sind sehr bequem, wir haben einen guten Blick auf die Bühne.

Aber kommen wir zum Konzert: Sehr pünktlich und ohne Vorband steht Olli Schulz auf der Bühne und erzählt uns, wie er sich freut mal wieder alleien unterwegs zu sein. Und das es ein neues Album geben wird und er Lieder daraus spielen wird. Und das macht er dann auch. Tatsächlich sehr viele Titel, die man noch nicht kennt. Und den ein oder anderen älteren Titel. Vielleicht nicht so viele wie ich mir gewünscht hätte. Dazwischen: Sehr viel Gequatsche. „Anekdoten aus dem Leben eines Rockstars.“

Ich mag es, wie sich tatsächlich die Meisten im Publikum an die Ansage aus der kleinen Ansprache direkt zu Beginn halten und das Handy während der Veranstaltung in der Tasche lassen. Dafür bekommen wir dann aber auch unseren „Instagram-Moment“. Und tatsächlich fallen zahlreiche Menschen im Internet auf die übertriebenen Beschwerden und die gestellten Videos des gackernden Musikers herein.

Die Show heißt „Back to the Roots“ und so fühlt sich das auch an. Ich erinnere mich noch gut an die Auftritte, die ich vor gut zehn Jahren gesehen habe und bin dieses Mal wieder genau so begeistert. Die Kopfschmerzen habe ich an diesem Abend schon mitgebracht, das Kratzen im Hals kommt vom Lachen. Eine gute Veranstaltung.