Bonn, New York, der Times Square im Regen

„New York“ heißt das Ziel, als ich am frühen Freitagmorgen in die Straßenbahn nach Siegburg steige. Auf umständliches Gegurke durch das Rheintal habe ich keine Lust und so lasse ich mich vom ICE-Sprinter zum Frankfurter Flughafen katapultieren. Nachdem ich mich kurz erschrecke, weil Frau Schwester nicht am vermuteten Platz sitzt, dann aber doch auftaucht, döse ich die knappe Stunde bis Frankfurt.

Nachdem wir dann auch meine Eltern am Flughafen eingesammelt haben, geht es ganz schnell: Einchecken und Gepäck abgeben, „Nein, die Maschine ist voll, es gibt leider keine Upgrades.“. Wir kommen problemlos durch die Sicherheitskontrolle und haben sogar noch Zeit für einen ausführlichen Kaffee bevor das Boarding losgeht.

Irgendwann sitzen wir dann auch auf unseren Sitzen in der United-Boeing, die startet, es gibt etwas zu trinken, der erste Film läuft. Ich mache es mir bequem und genieße es, knappe acht Stunden nichts tun zu können als ein bisschen zu dösen, einen weiteren Film zu schauen und zu lesen. Ein Glück, dass es das WIFI, was mir die Webseite versprochen hatte, anscheinend nicht gibt. Ablenkungsfreie Zeit ist doch die beste Zeit.

Wir fliegen tagsüber und gegen die Zeit, kommen am Ende also nur zwei Stunden nach dem Start am frühen Nachmittag an. Der Flughafen von Newark empfängt uns mit grauen, diesigem Wetter und einer etwas genervten TSA-Mitarbeiterin. Aber vermutlich wäre ich auch genervt, wenn ich den ganzen Tag die gleichen paar Sätze sagen müsste.

„Left four fingers. Left thumb. Right four fingers. Right thumb. Right thumb again. Look in the camera.“
Eine TSA-Mitarbeiterin

Mit ein bisschen Gefrage schaffen wir es in den AirTrain der die Terminals, Parkhäuser und den Bahnhof verbindet und stehen dann erst einmal an einem grauen Bahnhof rum. Der nächste Zug bringt uns in knapp 30 Minuten in die New Yorker Innenstadt. Ich priorisiere das Projekt „Martin bekommt eine amerikanische SIM-Karte“ höher. Manchmal ist es doch am einfachsten, etwas schnell online nachschlagen zu können. Endstation des Zuges ist die Pennsylvania Station mitten in Manhattan – unser Hotel befindet sich in Laufweite. Das ist praktisch. Den richtigen Ausgang des Bahnhofs zu finden gestaltet sich dann schon ein bisschen schwieriger.

Downtown im Nebel

Schnell haben wir eingecheckt und die paar Klamotten für die kommenden Tage finden ihren Platz im Schrank. Unsere Zimmer liegen im siebzehnten Stock und bieten eine ganz gute Aussicht auf Downtown Manhattan. In der Ferne kann man den ein oder anderen Wolkenkratzer im Nebel sehen.

Als wir uns wieder auf den Weg machen wird es gerade dunkel. New York zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite: Die Straßen sind voll, es regnet ziemlich. Wir kämpfen uns gegen die beschirmten Menschenmassen die Fifth Avenue hinauf, um am Times Square unseren New York Pass abzuholen.

Times Square bei Nacht und Regen

Dort angekommen habe ich fürs Erste schon die Schnauze wirklich voll. Mit den Menschenmassen habe ich gerechnet, mit Regenwetter kann ich umgehen. Dummerweise läuft meine Nase ununterbrochen, da hat wohl jemand die Klimaanlage im Flugzeug nicht so gut vertragen. Damit komme ich nicht so besonders gut klar. Nun muss ich darauf hoffen, ausreichend Taschentücher eingepackt zu haben.

Kurz darauf steigt die Stimmung aber schon wieder: Nach nur gut fünf Minuten in einem T-Mobile-Laden habe ich eine aktivierte amerikanische Prepaid-SIM-Karte im Telefon. Das ging wirklich schnell, ich bin nachhaltig begeistert. Man ist hier sehr gut auf Menschen wie mich vorbereitet, der Verkäufer wusste vermutlich schon als ich den Laden betrat, was ich brauche.

Nachdem ich wieder zu meiner Reisegruppe gefunden habe, finden wir nach kurzem einen Laden der allerlei Essen anbietet. Nach einer ordentlichen Portion Pizza, Pommes und Mac and Cheese sieht die Welt schon wieder ein bisschen anders aus. Und so langsam werde ich nach diesem sehr langen Tag richtig müde.

Dank Google Maps auf meinem Telefon finden wir den Weg ins Hotel sehr schnell. Ich hoffe inständig auf besseres Wetter – unser Spaziergang von Pfütze zu Pfütze war eher so mittel.

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe New York.

Anfang Oktober 2016 machte ich mich gemeinsam mit meinen Eltern und Frau Schwester auf den Weg in die „Stadt die niemals schläft“.

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