Hunderttausend Schritte

Gestern Abend, so gegen zehn Uhr habe ich nicht, wie eigentlich geplant, gebloggt. Ein Beitrag für die vergangene Woche fehlte noch. Statt dessen bin ich nochmal eine Runde um den Block. Warum? Es gab ein Ziel zu erreichen!

Hunderttausend, in Zahlen: 100.000, Schritte waren voll zu machen. Nicht in einem Jahr, nicht in einem Monat. In einer Woche. Das war mir, seit der Einführung des Schrittzählers vor ziemlich genau dreizehn Monaten, noch nicht gelungen. Normalerweise dümpele ich mehr so ein bisschen zwischen siebzig- und achtzigtausend Schritten rum. Jetzt bin ich ein bisschen stolz, denn anderen Leuten gelingt das ständig. Bei mir klappte das diese Woche mal, weil ich Pfingstmontag einen kleinen Ausflug mit Fräulein Anna unternommen hatte (davon gibt es auch noch Bilder, die es zu bearbeiten gilt) und jetzt am Wochenende noch einmal eine kleine Wanderung mit meinem Pfadfinderstamm unternommen habe (und Bilder geknipst habe, Lightroom ist gerade ziemlich voll mit unbearbeiteten Bildern). So kamen schon fast zwanzigtausend Schritte mehr als sonst zusammen.

Aber wie kam ich eigentlich drauf? Letztes Jahr habe ich irgendwann festgestellt, dass mir der Besuch im Fitti vielleicht auch gut tut, aber vor allem eine öde Quälerei ist. Vielleicht bin ich da einfach nicht für, jedenfalls bin ich irgendwann nicht mehr hin gegangen. Aber: Bewegung, insbesondere in Form von Spaziergängen mag ich ja schon. Und so sprang ich auf den gerade losfahrenden Trend-Zug der Schrittzählerbesitzer und fing an, so ein Ding mit mir herumzutragen. So als Motivationshilfe hauptsächlich.

Schnell stellte ich fest, dass das mit den voreingestellten zehntausend Schritten pro Tag gar nicht so einfach ist. Irgendwo zwischen sechs- und siebentausend liegt mein eigentlicher Durchschnitt. Das bedeutet: Morgens und/oder Abends darf ich nicht einfach in die mehr oder weniger direkt vor der Haustür haltende Bahn steigen, sondern lieber mal noch ein oder zwei Stationen weit laufen. Das macht aber nichts – ein kleiner Spaziergang durch die Stadt hat noch keinem weh getan. Nach Feierabend winkt hier auch immer noch ein Espresso als Belohnung.
Da das aber meistens noch nicht reicht, muss Abends sehr oft noch eine Runde um die Poppelsdorfer Allee angehängt werden. Da bin ich schon ein kleines bisschen stolz, wie oft ich den inneren Schweinehund überwinde um den kleinen Zähler in meiner Tasche auf eine fünfstellige Zahl zu bekommen. Manchmal fällt es mir richtig schwer, mich nach dem Abendessen noch einmal aufzuraffen, die Schuhe zu binden und los zu ziehen. Etwa acht Kilometer am Tag mache ich so auf jeden Fall. Neben der Bewegung bringt mir das Ganze auch noch etwas: Ein bisschen Zeit zum Nachdenken, zum telefonieren, Musik und Podcasts hören. Zu Hause kommt man dazu ja nicht, es ist ja doch immer irgendwas zu tun.

Ich habe schon lange nichts mehr mit einer solchen Ausdauer gemacht, wie die Spaziererei. An dem Ball bleibe ich auf jeden Fall dran. Dass mich die hunderttausend Schritte nun 5 Euro bei den Ironbloggern gekostet haben, macht mir da nichts aus.

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