Île de Ré

Für zwei Nächte haben wir uns auf der Île de Ré einquartiert, der Insel vor der Westküste Frankreichs. Man erreicht sie über eine Brücke vom Festland aus. Von La Rochelle ist man eine gute halbe Stunde unterwegs. Anschließend zieht sich die Fahrt über die Insel tatsächlich ein bisschen, die ist nämlich tatsächlich ein gutes Stück größer als ich mir das vorgestellt hatte.

Unser Hotel in Saint-Martin-de-Ré hätten wir uns aber ein bisschen besser aussuchen können. In ein Apartement-Hotel haben wir uns da eingemietet. Unser Zimmer hat eine kleine Küchenzeile, dafür gibt es kein Frühstück. Ich erinnere mich noch an den Abend auf dem heimischen Sofa. Ein bisschen müde, ein bisschen von der Auswahl genervt, ein bisschen unaufmerksam. Nun denn: Eigentlich wollen wir ja sowieso nur hier schlafen und den Rest der Zeit die Insel unsicher machen.

Straße in Saint-Martin-de-Ré
Viele kleine Gässchen führen in Saint-Martin-de-Ré vom Hafen in die Stadt.

Saint-Martin-de-Ré

Die kleine Hafenstadt im Norden der Insel ist wirklich schön: Innerhalb der alten Festungsmauern stehen viele alte Häuser, kleine und große. Es gibt eine kleine Fußgängerzone, einen kleinen Hafen mit Fischerbooten und vielen Restaurants. Wir machen hier den ein oder anderen Spaziergang durch die kleinen Straßen, über den Festungsmauer am Meer und an Land. Außerdem steigen wir über eine enge, hölzerne und recht wacklige auf den Kirchturm und genießen die Aussicht über die Stadt auf das Meer.

Obwohl die Stadt eigentlich gar nicht groß ist, legen wir beim Herumlaufen den ein oder anderen Kilometer zurück. In Verbindung mit den vielen Stufen der verschiedenen Türme die wir besteigen, kann man da schon mal ein bisschen was in den Beinen merken.

Haus in Saint-Martin-de-Ré
Auch in Saint-Martin-de-Ré hat es wieder schöne kleine Häuser.
Blick über Saint-Martin-de-Ré
Vom Turm der Kirche in Saint-Martin-de-Ré hat man einen schönen Blick über Stadt und Hafen.
Hafen von Saint-Martin-de-Ré
Im Hafen von Saint-Martin-de-Ré liegen viele kleine Fischerboote und Segelyachten.

Herausragend: Am ersten Abend landen wir in einem Restaurant, dass auf den Namen Côté Jardin hört. Hier essen wir die vielleicht beste (auf jeden Fall aber teuerste) Mahlzeit für dieses Jahr. Thunfisch-Steak für Fräulein Anna, ein Stück vom Schwein für mich. Dazu eine leckere Vorspeise und schließlich zwei faustgroße Profiterole mit viel Eis und Sahne. Gut, dass wir nur eine Portion bestellt haben. Da störte das Gerede der beiden Amerikaner am Nebentisch kaum, so wie sie über „that Obama-Guy“ reden, sind sie wohl Wähler des amtierenden Präsidenten.

Befestigungsanlagen von Saint-Martin-de-Ré
Die Befestigungsanlagen von Saint-Martin-de-Ré sind heute vor allem Grünfläche, es lässt sich aber gut erahnen, wie man sich das vor einigen hundert Jahren mal gedacht hat.
Stadttor von Saint-Martin-de-Ré
Die Mauer rund um die Stadt ist noch sehr gut erhalten. Dieses Stadttor von Saint-Martin-de-Ré wird zwar nicht mehr vom Verkehr genutzt, für Spaziergänger ist es aber der schönere Eingang in die Stadt.

Phare des Baleines

Phare des Baleines auf der Île de Ré
Blick vom alten auf den neuen Phare des Baleines.

Ein Ausflugs-Muss ist der Leuchtturm an der Westspitze der Insel. Genau genommen sind es sogar zwei: Es gibt den kleineren alten Turm, der so alt ist wie die restlichen Befestigungsanlagen auf der Insel, die von Festungsbaumeister Vauban im Auftrag von Ludwig XIV. gebaut wurden. Und dann gibt es den Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erbauten neuen Turm, der bis heute im Betrieb ist. Wir besteigen natürlich beide, wobei die in der Mitte offene Wendeltreppe im größeren Turm Höhenangst-Martin wieder ordentlich fordert. Vor allem das allerletzte Stück in Form einer schmalen Metalltreppe hat es in sich. Aber ich bin mutig und die Aussicht entschädigt auch.

Aussicht über die Île de Ré
Die Aussicht über die Île de Ré ist vom Leuchtturm aus großartig.
Aussicht auf das Meer
Die Aussicht auf das Meer ist aber auch nicht zu verachten. Hier im Bild: Der ältere kleine Leuchtturm und ganz in der Ferne ist noch ein weiterer im Meer zu entdecken.
Treppenhaus im Phare des Baleines
Treppenhaus von unten. Dieses Bild war kein Problem, schließlich hatte ich festen Boden unter den Füßen.
Treppenhaus im Phare des Baleines
Treppenhaus von oben. Schon ein größeres Problem: Man stelle sich vor, wie ich hier mit der Kamera in einer Hand versuche die Mitte des Treppenhauses zu erreichen, während ich mich gleichzeitig möglichst weit vom Rand der Treppe entfernt aufhalte.

Vorgelagert im kleineren Turm ist eine kleine Ausstellung, die einem ein bisschen etwas zur Geschichte und Funktionsweise von Leuchttürmen näher bringt. Ich weiß zwar schon eine Menge, freue mich aber dennoch über die das Museum und lerne auch noch etwas dazu.

Einen Tag später: Auf dem Rückweg nach Châtellerault halten wir noch eine Zeitlang an einem der Strände an der Südküste der Insel an. Leider ist das Wetter an diesem Tag nicht mehr so toll, ein ordentlicher Wind ist aufgezogen. Das kommt den Kite-Surfern hier aber zu Gute.

Kitesurfer Île de Ré
Den Kite- und Windsurfern kommt das stürmische Wetter an unseren Abreisetag ganz recht. Im Hintergrund ist die Brücke aufs Festland zu sehen.

Eine Reaktion zu Île de Ré

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