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Mein Freund ist aus Leder

Darf man lügen? Nein! Also Kinder: MEIN Freund ist nicht aus Leder. Gerade bin ich einer spontanen Aufforderung gefolgt und hab mir dann die zweite Halbzeit des WM-Endspiels gemeinsam mit Jenny und Petra auf dem Veitsrodter Markt angeschaut. Ganz ehrlich: Das war langweilig und ich bereue nicht, vorher keine einzige Minute WM geschaut zu haben. Man mag mich für doof halten, ist aber so.

Aber gut: Gespielt haben die Weißen gegen die Blauen und ich glaub die Blauen haben gewonnen. Da haben jede Menge Glatzköppe mitgespielt und die haben sich nie auf eine Richtung mit dem Ball einigen können und die Hälfte der Zeit hat irgendwer auf dem Boden gelegen und sich irgendwas festgehalten weil er furchtbare Schmerzen hatte. Dann kamen immer die Sanis gelaufen, unter anderem auch die beiden Jungs mit der Trage. Letztere taten mir echt leid. Immer diese Rennerei! Und das auch noch total umsonst.

Dann war da noch der Kollege in weiß mit dem Glatzkopp (so einer mit goldenen Schuhen) und der hat nem andern seinen (Glatz-) Kopf vor die Brust gehauen, was mich nicht gerade in Begeisterung ausbrechen lies. Das war recht unfair und da fand ich es gut, dass der Kollege mal nicht mehr mitspielen durfte. Echt jetzt! Hätter lieber mal mit seinem Kopf gegen den Ball gehauen in der Luft (Das nennt man Kopfball!) – vielleicht hätte es dann ein Tor mehr gegeben und das Spiel wäre (wie das Sprichwort sagt) nach 90 Minuten rum gewesen. So musste ich mir dann noch eine Verlängerung anschauen und dann noch das Elfmeterschiessen. An der Stelle muss ich den Mädels dann mal recht geben: Das fand ich echt spannend! Warum haben die das nicht direkt am Anfang gemacht? Dann hätten sich ne Menge Leute nicht wehgetan und es wär auch schneller rum gewesen.

Eine Frage am Rande: Was passiert eigentlich, wenn es nach dem Elfmeterschiessen immer noch unentschieden (also z.B. 1:1) steht? Petra sagt, dann spielen die nochmal von vorne. Aber irgendwie halte ich das für unrealistisch.
Hm. Und dann war da nochwas: „Die unparteiischen spielen gut zusammen“ hat der Moderator mal gesagt. Wo zur Hölle liegt Unparteiien? Und waren das die in weiß oder die in blau? Haben die gewonnen?
Wo wir grade beim Fragen sind: Warum kloppt sich eigentlich bei dem Spiel dauernd jeder auf seinen Hintern und/oder wahlweise auch auf den von irgend wem andern auf dem Feld?

Schließendlich ist mir dann noch was aufgefallen: Während der eine Typ am Spielfeldrand (in seinem eigenen gestrichelten Spielfeld) irgendwie wie so ein Chirurg aussah, hatte der auf der andern Seite Ähnlichkeit mit Woody Allen, dem bekannten Regisseur. Lange habe ich das nicht gerafft, bis dann auf einmal Vin Diesel auf dem Spielfeld erschien. Da wurde mir einiges klar: Ein Fussballfilm im Stil von xXx! Das erklärte auch die ganzen Kameras und die vielen Schmerzen! Gucken werd ich den Film allerdings nicht: Vin Diesel ist in Überlänge nicht zu ertragen, immerhin hat das Ganze gute 2 1/2 Stunden gedauert!

Nun noch ein paar ernstgemeinte Worte:
Am Ende wünsche ich mir nun, dass vielleicht ein wenig was von dem „Wir-Gefühl“ übrigbleibt, das in der letzten Zeit durch Deutschland strömte. Auch wenn eigentlich nur die 11 Mann auf dem Platz gespielt haben, so fand ich die Atmosphäre schon sehr cool. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ heißt es in der Nationalhymne. Vielleicht sind wir einen großen Schritt weiter gekommen auf dem Weg zu Einigkeit.

Damit möchte ich an dieser Stelle schließen und verspreche heilig: Bis zur EM 2008 kein Wort über Fussball! Ich musste mir heute Abend mehrmals sagen lassen: „Mit DIR guck ich keinen Fussball mehr!“ Daraus möchte ich lernen.

Und nun gibt es noch mein eigenes, privates Finale: Ich guck nun die letzte Folge der zweiten Staffel „24“!