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Meine ersten Tage mit dem Leoparden

Leopard - Jetzt verfügbar!

Seit Montagmorgen läuft auch auf meinem Powerbook Apples neuestes Betriebssystem, das unter dem Namen „Leopard“ daherkommt. Mehr als 300 neue Features hatte Apple angekündigt, von denen mich allerdings kaum eines so richtig vom Hocker reißen konnte. Hier nun mein erster Eindruck.

Grundsätzlich für gut befunden habe ich schon mal die Konsistenz der Benutzeroberfläche. Alle Anwendungen erscheinen nun wieder im mehr oder weniger gleichen Look, die etwas nervige Mischung aus „Brushed Metal“ und „Aqua“ ist Geschichte. Unter dem Tiger hatte ich da schon mit UNO nachgeholfen.

Weiterhin gut gefällt mir das neue Mail. Es ist wieder ein klein wenig übersichtlicher geworden und hat nun eine eingebaute Aufgabenverwaltung und eine Notizfunktion. Für mich als „Power-Mailer“ sind das willkommene Features, da Mail bei mir an sich immer an ist. In der neuen Version kann Mail auch RSS-Feeds lesen. Leider habe ich es aber nicht geschafft, meine etwa 110 Feeds zu importieren. So muss ich auch weiterhin auf einen externen Newsreader zurückgreifen. Eventuell werd ich mir aber die die vielleicht 10-20 wichtigesten Feeds dennoch dort einpflegen. „Unter der Haube“ hat sich dann auch noch einiges getan: Die IMAP-Implementierung ist wesentlich besser geworden, meine Postfächer werden perfekt synchronisiert.

Der Finder ist meines Ermessens auch wesentlich besser und flotter geworden. Vor allem Spotlight ist nun richtig flott und funktioniert so, wie ich mir das vorgestellt habe. Die „Cover Flow“-Ansicht, die in iTunes durchaus sehr hübsch ist, halte ich im Finder allerdings für etwas deplatziert und konnte ihr noch nicht so recht einen Sinn abgewinnen. Im Gegensatz dazu ist das neue „Quick Look“, auszulösen durch einen Druck auf die Leertaste, wenn man eine Datei oder einen Ordner markiert hat, sehr praktisch. Grade bei Bildern zum Beispiel spart man sich so das Öffnen von Vorschau und es lässt sich auch mal auf die Schnelle so eine kleine Präsentation erstellen. In PDFs und Präsentationen kann man mit „Quick Look“ auch blättern – prima!

Was ich von „Spaces“, der Desktopverwaltung, halten soll weiß ich noch nicht. Bisher kam ich immer mit einem Desktop und Exposé gut zurecht und habe im Notfall lieber auf einen zweiten Bildschirm zurückgegriffen. Andererseits sind vier Dualscreen-Spaces auch nicht schlecht.

Time Maschine habe ich kurz angetestet und dann gleich wieder abgeschaltet. Ich glaube das neue Backup-Programm bringt einem nur etwas, wenn man permanent eine Backup-Platte angeschlossen hat. Ich werde auch weiterhin für meine Backups auf den Carbon Copy Cloner zurückgreifen. Mit einem auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Zeitplan synchronisiert dieser meinen Benutzerordner automatisch auf die externe Platte wenn er erkennt das diese angeschlossen wurde. Da ich von USB so oder so nicht booten kann, ist es auch nicht notwendig für mich, das ganze System zu sichern.

Nicht so recht gefallen wollen mir die optischen Änderungen am Dock. Der 3D-Look mag ja dem ein oder anderen gefallen, ich habe mir aber mit Hilfe zweier Befehle im Terminal lieber die 2D-Ansicht zurück geholt. Dazu tippt man einfach die folgenden beiden Zeilen nacheinander ein:

defaults write com.apple.dock no-glass -boolean YES
killall Dock

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

2D-Dock in Mac OSX 10.5 Leopard

Auch das neue Hintergrundbild mag mir nicht so recht gefallen. Eigentlich fand ich die alten Bildschirmhintergründe in ihrer schlichten Abstraktheit immer sehr schön und habe mich auch auf einen neuen in diesem Stil gefreut. Leider hat man sich dann für einen recht merkwürdigen Sternennebel mit violettem Farbverlauf entschieden. Vorerst habe ich mir mal den Bildschirmhintergrund von Leopard-Server besorgt, der zwar auch noch als Weltraumbild, aber sehr viel schlichter daherkommt. Für Hinweise auf schöne Alternativen wäre ich dankbar.

Insgesamt hat Apple da eine recht runde Sache abgeliefert. Rein vom Empfinden her ist der Leopard auf dem Powerbook ein kleines Stück schneller als die Vorgängerversion „Tiger“.
Das nun „in der freien Wildbahn“ noch einige Bugs auftauchen ist eigentlich nur Verständlich. Wirklich überragend ist die neue Version dennoch nicht, eher ein netter Evolutionsschritt.