Archiv für Monat: April 2009

Ein letztes Zeugnis

Mein Vortrag mit Hindernissen ist ja schon eine Weile her. Eine Sache stand dann noch offen: Es musste noch die Diplomurkunde und das dazugehörige Zeugnis her. Ausgestellt hatte man mir das auch relativ flott, nur mit dem persönlichen Abholen war das so eine Sache.

Nachdem ich, da ich mich nicht mehr zurückgemeldet hatte, eigentlich schon Zwangsexmatrikuliert war, hatte ich dann auch brav um Zusendung des ganzen Krams gebeten. Aber Essig war’s: Eine ausgefüllte Exmatrikulationsbescheinigung sollte ich da mal an den Start bringen. Also hab ich mir dann doch mal noch einen Tag Urlaub genommen und bin ein letztes Mal zu meiner FH gegurkt, Unterschriften sammeln.

Diplomurkunde

Dort lief eigentlich auch dann soweit alles glatt. Nach einem Kaffee mit einem ehemaligen Arbeitskollegen konnte der mir auch gleich die erste Unterschrift verpassen. Beim Rechenzentrum war nun schon mal nichts mehr offen. Auch Bibliothek, Hausmeister und Bafög-Amt waren überhaupt kein Stress. Dass es dann beim Fachbereichssekretariat zu Komplikationen kommen würde, hatte ich schon fast befürchtet. Da hing sowas wie „Komme später… Kommen sie dann doch auch nochmal.“. Danke. Bald hatte ich dann aber auch Gesellschaft von einem alten Bekannten, der ebendort bis zwölf Uhr seine Diplomarbeit abgegeben haben sollte. Als nach einer guten Stunde immer noch niemand da war, haben wir dann unser Geschäft schließlich beim Prüfungsamt erledigen dürfen. Gut, dass auch die Bürokraten manchmal flexibel sind.

Nun ist also nach dreizehn Semestern und sechseinhalb Jahren meine Zeit am Campus vorbei. Traurig bin ich deswegen irgendwie nicht. Kennen würde ich sowieso nicht mehr so wirklich viele Menschen und wenn man hört was so geht – geht irgendwie immer noch das Gleiche wie früher. Kein weiterer Kommentar.

Nun kann’s weiter gehen. Ab morgen muss wieder gearbeitet werden. Und klüger bin ich ja irgendwie auch nicht durch die Urkunde geworden. Hängt man so ein Ding eigentlich auf?

re:flexion

Meinen Besuch auf der re:publica habe ich zum Anlass genommen, mir mal ein paar Gedanken über meine Online-Aktivitäten zu machen. Das ich das passende T-Shirt dazu habe bedrucken lassen, war eher unbeabsichtigt. Es passt aber.

re:flexion

An meinen Aktivitäten in diversen sozialen Netzwerken gibt es eigentlich (zumindest aus meiner Sicht) nichts zu bemängeln. Ich habe dort den Anspruch, mich nur mit Menschen zu vernetzen die ich auch persönlich kenne. Ausnahmen bestätigen die Regel. Was meine „Vernetzung“ angeht, so verlasse ich mich da lieber auf das echte Leben.
Ich nehme weder XING, noch Facebook, noch StudiVZ, noch wer-kennt-wen sonderlich ernst. Merkt man vielleicht auch. Schön finde ich es aber nach wie vor, dass ich immer ein wenig im Blick habe was meine Mitmenschen so treiben.

Nächster Patient: twitter. Da habe ich dann wirklich mal ausgemistet. Etwa 80 Menschen und andere Kontakte sind rausgeflogen. Dabei war ich recht rigoros. Wenn mir aufgefallen ist, das jemand diesen Monat noch nichts geschrieben hat, oder auf der ersten Seite des jeweiligen Accounts nichts stand das mir gefiel: Weg. Außerdem sind erst mal alle nicht-menschlichen Accounts rausgeflogen, die mir so untergekommen sind.

Zu guter letzt habe ich mir dann noch meinen Feedreader vorgenommen. Da war ne Menge zu sortieren und ich hab zuerst mal alles herausgeworfen, was ich sonst immer nur überflogen hab. Vor allem diverse News-Seiten sind nun nicht mehr drin und und somit ist mein Rauschen an dieser Stelle auch schon wieder stark verringert. Alles relevante bekommt man ja nach wie vor bei twitter mit, oder wird einem sowieso in allen möglichen Blogs mehrmals vorgekaut.

Das Internet mit all seinen Blogs, sozialen Netzen und twitter ist ein riesiges Rauschen von Informationen. Das finde ich auch wirklich gut und habe ich verstanden. Allerdings ist ja nach wie vor jedem überlassen, wie viel man davon mitnimmt. Mich hat es (nicht nur während und nach der re:publica) schon ein wenig genervt und teilweise konnte ich auch gar nicht alles mehr richtig aufnehmen.
Mein persönliches Rauschen habe ich nun auf jeden Fall erheblich reduziert und kann den Menschen deren Texte ich lese und denen ich folge nun meine volle Aufmerksamkeit widmen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, das von mir generierte Rauschen auch mal ein wenig zu reduzieren und meine Tweet-Frequenz herunterzufahren. Twitter nehme ich übrigens gar nicht ernst. Dementsprechend sollte man das auch nicht mit meinen Tweets machen, also das ernstnehmen. Aber anscheinend interessieren sich doch einige Leute für den Unsinn den ich hin und wieder verzapfe. Dafür gebe ich mir aber nun an dieser Stelle in Zukunft vielleicht ein wenig mehr Mühe.

re:publica – shift happens

Das war sie nun also, meine erste „Bloggerkonferenz“, die re:publica. Nach einer Woche Berlin ist meine schmutzige Wäsche in der Maschine und ich bin auch wieder mal ein wenig ausgeschlafen.
Zeit, ein persönliches re:sumé zu versuchen. Sowohl der Spreeblick/Nerdcore-René, als auch mein Mitstreiter Andi haben schon recht ausführliche Zusammenfassungen geliefert. Da brauche ich eigentlich nur noch ein paar eigene Gedanken zu tippen.

Eins noch vorweg: Ich bin völlig unvorbereitet und dementsprechend auch mit relativ wenigen Erwartungen gestartet.

re-publica

Da war ich nun also, am Mittwoch so kurz nach halb zehn Uhr: Berlin, Friedrichstadtpalast. Recht schnell hatte ich ein Bändchen um den Arm und ein riesiges Namensschild umhängen. Schon saß ich dann auch schon neben Andreas, André, David und Frederik.
Eigentlich fing es auch schon gut an: Der erste Vortrag nach der Begrüßung war direkt nach meinem Geschmack und dementsprechend freute ich mich auf die kommenden Tage. Es war dann auch recht viel gutes dabei, doch bleibt ein kleiner fader Nachgeschmack. Am ständig ausfallenden WLAN liegt das aber nicht.

An den Vorträgen an sich liegt es auch nicht. Das Problem mit den Themen ist ein recht einfaches: Was ich schon kenne, das kenne ich gut. Und die meisten Dinge die ich nicht kenne, die interessieren mich nicht. Dementsprechend hatten es die Vortragenden schon recht schwer, konnten mich zum Teil aber dennoch wirklich begeistern. Leider habe ich wohl auch ein oder zwei gute Vorträge verpasst.

Eher unterschwellig kam mir dann der Gedanke, dass etwas nicht stimmt. Über eine wirklich gute Formulierung denke ich schon seit Tagen nach, komme aber nicht darauf. Sagen wir mal so: Ich habe mich inmitten von über tausend Nerds nicht sonderlich wohl gefühlt. Um mich herum tausend Gadgets und nahezu immer eine Internetverbindung. Ich selbst mit zwei netzwerkfähigen Geräten und einer Kamera. Trotzdem blieb kein sonderlich gutes Gefühl. Irgendwann stellte sich eher Überforderung ein.

republica

Woran das liegt, werde ich im kommenden Jahr herausfinden. Denn eigentlich ist die re:publica eine gute Sache, um sich mal ein wenig umzusehen und neue Kontakte zu knüpfen. Deshalb bin ich bestimmt im kommenden Jahr wieder mit dabei. Dann mit ein wenig mehr Planung im Vorfeld, damit ich auch bei den Themen lande die ich gut finde. Einfach mal alles mitnehmen zu wollen ist nicht so die gute Idee. Spontane Entscheidungen lassen einen oftmals in die Röhre blicken. Irgendwann ist mir einfach alles zu stressig geworden. Eigentlich sollte es ja auch ein wenig Urlaub sein und schon unausgeschlafen in eine solche Woche zu starten, kann nicht gut ausgehen.

Ein Danke an dieser Stelle auf jeden Fall an die oben schon erwähnten Herren, die diese Woche das zweifelhafte Vergnügen hatten, mich ertragen zu müssen. Nächstes Jahr schlafe ich vorher mal aus und bin dann auch umgänglicher. Versprochen.

Nachtrag: Und dann waren da noch ein paar Sachen, die ich nicht unerwähnt bleiben sollten:

  • Die taz hat einen meiner Tweets gedruckt. Ohne meinen Namen zu nennen. Somit bin ich schon wieder um meine verdienten 15 Minuten Ruhm betrogen worden.
  • Sobald ich eine Twitterwall entdecke, hält mich nichts mehr. Powertwittern!
  • Ich brauche so eine Art Anglerweste, um mein ganzes Nerd-Zubehör immer griffbereit zu haben. Bis man irgendwas aus dem Rucksack oder der Tasche rausgewurstelt hat, ist die Gelegenheit oft schon vorbei.
  • Das „Schwule Mädchen Soundsystem“, a.k.a. „Fettes Brot“, legt mit Hilfe von diversen iPhones auf. Damit die das richtig können, muss man ihnen auch mal kurzzeitig das eigene Gerät zur Verfügung stellen.

Fenster wechseln mit Witch

Mit der Tastenkombination Command-Tab kann man unter MacOS X Programme wechseln. Das sollte bekannt sein. Nun hat es sich aber all zu oft, dass man mehrere Fenster eines Programmes geöffnet hat. Meistens liegen die dann auch noch zu allem Überfluss übereinander. Apples Exposé mag hier schon ein wenig helfen, so richtig in die Breche springt dann aber Witch von Many Tricks-Software.

Witch

Das Programm bindet sich als Teil der Systemeinstellungen in das Betriebssystem ein und stellt eine weitere Tastenkombination zur Verfügung. Als Standard ist hier Alt+Tab eingestellt. Diese Tastenkombination zeigt ein Fenster ähnlich des normalen Tab-Switchers an, aber mit dem entscheidenden Unterschied das hier alle Fenster, geordnet nach Programmen, angezeigt werden. Im Dock abgelegte Fenster werden hierbei mit einem kleinen Kästchen um das Icon angezeigt.

Witch tut es bei mir in den Grundeinstellungen prima, hat aber unglaublich viele Einstellungsmöglichkeiten. Witch läuft unter Mac OS X ab Version 10.3.9 und soll knapp 10 Euro kosten. Die habe ich bisher nicht gezahlt, das Programm tut aber dennoch was es soll. Genauere Informationen über einen Testzeitraum oder ähnliches habe ich allerdings nicht gefunden.

Das erste Mal Berlin

Reichstag

Zwei Tage Berlin liegen nun schon hinter mir. Ich bin tatsächlich und wirklich das erste Mal hier. Natürlich bin ich wie immer ein wenig unvorbereitet angereist, wenn ich nun also hier über Schmerzen in den Füßen heule, dann bin ich eigentlich selbst dran Schuld. Auf der anderen Seite hätte ich vermutlich sowieso nicht alles sehen können was ich wollte und so bin ich schon mal nicht enttäuscht.

Gut gefallen hat mir die Gegend rund um den Reichstag. Dort habe ich mich am Montagnachmittag herumgetrieben, während ich auf meine Mitstreiter wartete. Ein paar schöne Bilder sind hierbei auch entstanden. So langsam entwickele ich sehr viel Spaß beim Fotografieren und entdecke ein wenig ein Faible für Glasbauten. Gerade am sehr imposanten Berliner Hauptbahnhof und auch am Reichstag war ich da ja genau richtig.

Hauptbahnhof Berlin

Eine weitere, abendliche Tour durch die Stadt brachte meine Füße dann endgültig zum Schmerzen, machte aber auch eine Menge Spaß. Seit langem ist es mir doch wieder einmal gelungen, mehr als ein Tor beim Kickern zu schießen. Eigentlich schade, dass die junge Frau, die mir eine Massage anbot, sicherlich nicht an meine Füße dachte.

Halbwegs ausgeschlafen ging es auch am zweiten Tag in der Bundeshauptstadt wieder zu Fuß los. Berlin hat viele schöne Ecken und eine Menge toller Geschäfte, für die gar nicht genug Zeit blieben. Am Abend stand nämlich auch schon die pl0gbar an, nach dem Bonner Bloggertreffen meine zweite Zusammenkunft dieser Art. Tatsächlich fand ich es dort recht interessant und habe mich auch nett unterhalten. Ein guter Start in die re:publica.