Archiv für Monat: Mai 2010

Immergut 2010

Wie ich ja ankündigte, war ich am Wochenende auf dem Immergut-Festival in Neustrelitz inmitten der schönen Mecklenburger Seenplatte. Da will ich natürlich auch ein paar Worte dazu verlieren.

An- und Abreise

Rund 650 Kilometer sind es bis zum Immergut. Das ist schon eine ganze Ecke, die sich aber mit genügend Pausen schon gut fahren lässt. Vor allem die Autobahnen im ehemaligen Ostdeutschland fahren sich sehr gut. Dementsprechend war die Anreise auch sehr entspannt, dauerte aber schon lange. Da wir ja bereits Donnerstags anreisten, fanden wir auch noch einen prima Parkplatz am Festivalgelände.
Zurück ging es gestern dann eher beschwerlich. Das lag vor allem an einem ewig dauernden Stau in dem wir und die beiden Anhalter die wir aufgegabelt hatten steckten. Dann regnete es am Nachmittag so stark, dass an mehr als 100 Kilometer in der Stunde nicht zu denken war und alle auf der Autobahn nur so am kriechen waren. Und wer schon mal ein Festival-Wochenende in den Knochen stecken hatte, weiß wie angenehm eine solche Fahrt sowieso schon ist. Ich bin immer noch platt.

Das Festival an sich

Das Immergut hat sich mir sehr positiv präsentiert. Das liegt vor allem daran, dass die Karten auf sage und schreibe 5000 Stück limitiert sind. Es ist also keineswegs eine große Veranstaltung, dafür aber um so netter und gemütlicher. Sehr entspannt und übersichtlich war das alles, selten musste man mal länger als ein paar Minuten in einer Schlange stehen. Das hat mir gut gefallen. Die Wege waren dementsprechend kurz und man konnte durchaus auch „mal schnell zum Zelt“. Gar kein Stress. Zwischen den Bühnen war man auch in etwa einer Minute gewechselt, so kompakt habe ich noch kein Festival erlebt.
Neben einer Hauptbühne gab es direkt daneben eine im Zelt, die Bands gaben sich hier sozusagen die Gitarren in die Hand. Daneben hatte es etwas abseits noch eine kleinere Bühne, die auch für Lesungen genutzt wurde. Freitag lohnte sich dort der Besuch nicht so sehr, da man von den Konzerten nicht sehr viel mitbekam: Das flache Zelt unter dem der Künstler spielte, war ab der dritten Reihe nicht mehr einsehbar und man bekam nicht mehr so wirklich viel mit. Da hat mir das Konzert-Feeling sehr gefehlt. Samstags konnte man dann aber in der inzwischen trockenen Wiese schön sitzen.

Landschaft in der Mecklenburger Seenplatte. Schön!

Die umliegende Landschaft ist, wie vermutet, ziemlich großartig. Sehr ländlich mit vielen Seen, Flüssen und Kanälen. Da bot es sich am sehr sonnig-heißen Samstag mehr als an, doch mal an einen See zu fahren und dort sehr entspannt in der Sonne abzuhängen. Dabei bin ich sogar richtig braun geworden, was man allerdings in Köln noch nicht bemerkt hat da ich wetterbedingt wieder lange Kleidung tragen muss.
Freitag war es eher durchwachsen, was das Wetter angeht. Doch irgendwie schafften wir es um die Regenschauer rumzukommen ohne völlig durchnässt zu sein. Gegen Abend wurde es dann auch trocken und so konnte man, zwar recht dick eingepackt gegen die Kälte, durchaus draußen auch ordentlich feiern.

Die Musik

Wie schon im Vorfeld erwähnt: Die meisten Bands die auftraten kannte ich gar nicht, einige vom Namen her. Ich hab bei den meisten mal reingehört und einige blieben mir auch im Gedächtnis.

An Horse

Wie oben schon bei der Nebenbühnenproblematik beschrieben habe ich hier von den beiden auf der Bühne leider nicht so arg viel mitbekommen. Die Musik hat mir aber trotzdem gefallen, da werde ich auf jeden Fall nochmals reinhören. Ein bisschen ruhig, so wie ich es ja auch manchmal mag.

The Go Team

Diese Band hat mich mehr als überrascht. Irgendwie manchmal ein wenig wie die Beastie Boys in fröhlich, dann mehr hippiemäßig unterwegs. Aber durchweg eine sehr energiegeladene Show. Mehr als Mitmachen konnte man da gar nicht und am Ende hatte ich irgendwie ein Lächeln im Gesicht.

Bonaparte

Bonaparte kannte ich vom Soundtrack von 13 Semester. Da fand ich einen Titel richtig gut und was ich sonst so gehört hatte, lies auf gute Musik schließen. Auch eine abgefahrene Show war uns vorausgesagt worden. Das war sie dann auch – ein wenig zu abgefahren. Meinen Geschmack haben die verrückten Verkleidungen und die merkwürdigen Darbietungen der Menschen rund um die Band nicht zugesagt, sondern eher von der Musik abgelenkt. Ein wenig zu bizarr war das. Keine Sterne irgendwie von mir.

Two Door Cinema Club

Frau Anna schwärmte mir von dieser Band bereits im Vorfeld die Ohren voll. Mit recht. Eingängiger Indie-Pop-Rock, den man sich gut anhören kann. Hat mir gefallen.

William Fitzsimmons

Hätte ich bequemer gesessen, wäre das Konzert sicherlich noch schöner gewesen. Sehr ruhige, entspannte Musik. Fitzsimmons spielte zusammen mit einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einer auch gesangsmäßig sehr talentierten Keyboarderin. Gar nicht mal schlecht an einem warmen Nachmittag.

FM Belfast

Die vier aus Island kommenden Elektro-Indie-Irgendwas-Musiker haben das Zelt richtig heftig beben lassen. Fast hätte ich ein wenig Angst bekommen, als ich mich umblickte und wirklich jeder dort am springen, feiern und tanzen war. Das hat mich sehr nachhaltig beeindruckt und meine schon recht müden Knochen auch noch einmal fit erscheinen lassen.

Das sind natürlich nur einige der aufgetretenen Bands. Aber es sind die, die ich mir irgendwie behalten habe. Leider verpasst habe ich irgendwie die Lesung von Rocko Schamoni, dessen Buch Dorfpunks ich ja bekanntlich richtig gut fand. Kurz vor Ende der Lesung stolperte ich dort vorbei, hörte die Menge lachen und den Autor auch. Und fing mich an zu ärgern.

Fazit

Ein schönes, aber auch anstrengendes Wochenende liegt hinter mir. Das Immergut macht sehr viel spaß, ist aber leider eine gute Ecke weg. Ich werde mich bei Gelegenheit mal nach kleinen Festivals hier im engeren Umkreis umschauen müssen. Gut war übrigens meine Entscheidung, die Kamera zu Hause zu lassen. Zwar ist mir das ein oder andere tolle Motiv über den Weg gelaufen, aber es war sehr viel entspannter ohne. Alles in allem eine sehr zu empfehlende Geschichte.

Unterwegs zum Immergut-Festival

Liebe Freunde der guten Unterhaltung,

wenn es das hier zu lesen gibt ((Gesetzt der Fall, die zeitgesteuerte Veröffentlichung funktioniert.)), bin ich grade gemeinsam mit Frau Anna unterwegs zum Immergut-Festival, welches in Neustrelitz in der Mecklenburgischen Seenplatte stattfindet. Auf die dortige Landschaft bin ich schon sehr gespannt, es soll schön sein. Aufgrund meiner Abwesenheit bitte ich deshalb ein etwaiges Ausbleiben von Inhalten in den nächsten Tagen zu entschuldigen.

Natürlich freue ich mich neben der Landschaft auch auf die Veranstaltung an sich. Doch bevor ich mir Bands und Künstler wie Bonaparte, Turbostaat, Mediengruppe Telekommander oder William Fitzsimmons ansehen kann, gurke ich erst mal ein wenig durch die Landschaft. Ungefähr so:

Die Strecke Krefeld - Neustrelitz (© Google Maps)

Vielleicht werde ich (eigentlich ist es sehr zu erwarten) meine Erlebnisse das ein oder andere Mal in meinem twitter-Account veröffentlichen. Wer da also noch keinen Account hat, sollte sich schnellstens einen besorgen und mir gefälligst auch folgen. Premium-Inhalte gibt es da nämlich kostenlos!

Und jetzt wünsche ich mir viel Spaß.

Ein Herz für Blogs

Komische Sache, das: Im Rahmen der Aktion Ein Herz für Blogs, die dieser UARRR-Typ wieder angezettelt hatte, wollte ich dann ja auch mal ein paar Blogs verlinken. Doof allerdings, dass ich irgendwie kaum noch private oder wenig bekannte Blogs überhaupt lese. In den letzten Jahren habe ich meinen Feedreader immer mehr ausgedünnt und so waren da jetzt noch rund 80 Abonnements verblieben.

Ein Herz für Blogs

Irgendwie wollte mir dann da, auch nach mehreren Durchgängen, keins so richtig ins Auge springen. Die meisten Blogs die ich lese sind weithin bekannt, die braucht man nicht mehr zu empfehlen. Andere sind zu persönlich, als das man damit etwas anfangen könnte als Außenstehender. Schwere Sache. Während ich dann aber gerade mal so die Einträge anderer Menschen durchging, sind mir eine Menge toller Seiten aufgefallen und so sind nun schon wieder einige neue Blogs in meinem Newsreader gelandet. Warum sollte ich nicht einfach die weiterempfehlen, schließlich sind es „meine“ Perlen aus all den – sicherlich über hundert – Empfehlungen die ich heute so lesen durfte. Ab dafür:

Superlevel · Knuspermagier
Digitale Fotoschule · Augenpralinen
feingut · Das Kraftfuttermischwerk

Nicht alle diese Blogs sah ich heute das erste Mal. Aber die Empfehlung zwang mich dann doch noch einmal näher hinzuschauen und mir so ein wenig neues Lesefutter an Land zu ziehen.

Und dann noch: Die Blogdingsseiten in meiner Blog’n’Roll-Rolle, da so am Ende meiner Seite, die sind natürlich immer zu empfehlen. Diese Menschen kenne ich persönlich und kann mich für gute Qualität verbürgen! Ha!

Vincent will Meer

Nach mehrmaliger Empfehlung gestern im Kino gesehen: Vincent will Meer. Wie mir scheint schaue ich in der letzten Zeit vermehrt deutsche Filme. Macht aber nichts, denn auch dieser hat mir gut gefallen.

Vincent will Meer

Nach dem Tod seiner Mutter kommt der 27-jährige Vincent (Florian David Fitz) in eine Klinik in der sein Tourette-Syndrom behandelt werden soll. Dort lernt er schnell den Zwangsneurotiker Alexander (Johannes Allmayer) und die magersüchtige Marie (Karoline Herfuth) kennen. Und genau so schnell hauen die drei dann mit einem gestohlenen Auto ab. Vincent will ans Meer. Auf Nebenstraßen versuchen die drei nach Italien zu kommen und bekommen so eine Menge Landschaft zu sehen. Die Aufnahmen sind wirklich super und machen direkt Lust auf ein paar Wandertouren in den Bergen.
Der schwer beschäftigte Vater von Vincent (Heino Ferch) und die betreuende Ärztin (Katharina Müller-Elmau) nehmen die Verfolgung auf. Es ist interessant zu beobachten, welche Veränderungen die Charaktere dabei durchmachen. Besonders sticht dabei die Geschichte der drei Patienten heraus, die alleine schon durch ihre Krankheiten vor einigen Problemen stehen. Aber auch der Politikervater, gespielt von Heino Ferch, lernt einiges dazu und wird am Ende der Geschichte sogar richtig sympathisch.

Insgesamt eine schöne Geschichte eines Roadtrips die hier erzählt wird, auch wenn ich gerne noch die anderen Charaktere ein wenig besser kennengelernt hätte. Von Marie und Alexander erfährt man nicht sehr viel und auch die Ärztin Dr. Rose wäre sicherlich noch besser zu beschreiben gewesen. Nicht so ganz sicher bin ich mir, was meine Lacher bedingt durch die lustige Darstellung der Neurosen angeht. Darf man das eigentlich witzig finden? Oder soll man es?

Tischtennisplatten

Wolken über der Platte - an der Jugendherberge Idar-Oberstein

Wenn ich groß bin, dann werde ich Tischtennisplatten-Fotograf. Wenn es denn so etwas gibt. Mal abgesehen davon könnte ich aber auch selbst mal wieder spielen. Lange ist es her, dass wir in der Mittelstufe in jeder Pause „Rundlauf“ gespielt haben. Ob es in Bonn wohl eine öffentliche Örtlichkeit gibt, wo zwei Menschen mit zwei Schlägern und einem Ball einfach mal so eine Runde spielen können?

Viel Platz vor der Platte - an der Jugendherberge Idar-Oberstein

Die Bilder entstanden, wie schon die von anderen Bilder aus Idar-Oberstein, alle am Wochenende rund um die Jugendherberge. Auf der Kamera war mein aktuelles Lieblingsobjektiv, das Sigma 10-20.

Grüne Tischtennisplatte, am

Hermann Bräuer – Haarweg zur Hölle

Haarweg zur Hölle: Ein hart gerockter Heimatroman von Hermann Bräuer habe ich dieser Tage verschlungen. Knappe drei Tage habe ich an den rund 250 Seiten gesessen (Oder viel mehr: gelegen. Meistens lese ich Abends im Bett.), ein gutes Zeichen.

Die Geschichte spielt in den 80ern des letzten Jahrtausends und erzählt die Geschichte von einigen Jungs die Musik leben. So richtig, mit Band und allem drumherum. Das Buch erinnert vom Stil her ein wenig an „Dorfpunks“ oder „Fleisch ist mein Gemüse“: Ein paar Typen auf dem Weg durch die Pupertät. Musik, Frauen, Sex, Alkohol und Drogen bestimmen den Alltag, der Schulabschluss wird eher nebensächlich. Was die jungen Herren dabei alles erleben wird schön beschrieben. Von der Wahl der Künstlernamen und der schwierigen Entscheidung welcher Bandname es denn sein soll, über den steinigen Weg bis das erste Konzert gespielt ist und dann schließlich ein Plattenvertrag in der Tasche ist.
Sich in die Charaktere hineinzuversetzen fällt leicht und es fällt auf, dass der Autor die Erfahrungen am eigenen Leib gemacht hat. Fast wird man selbst zum Fachmann in der Musikszene.

„Munich Rock City, Mitte der 80er. Sie sind jung, sie sind laut, sie spielen Hair Metal. Hair Metal? Genau, jener berüchtigte Musikstil, bei dem hautenge Spandex-Hosen und kunstvoll toupierte Haare wichtiger sind als Fähigkeiten am Instrument. Es dauert nicht lang, bis Llord Nakcor (rückwärts gelesen »Rock and Roll«) zur gefeierten Lokalband aufsteigt und erste Groupies behutsame Annäherungsversuche starten. Doch mit einem größenwahnsinnigen Sänger, der an der AxlRose-Disease leidet, und einem unfähigen Manager an der Seite gestaltet sich der Weg zum Hardrock-Olymp schwieriger als gedacht…“

Dabei kommen die spaßigen Momente auf keinen Fall zu kurz und ich habe mich gut beim Lesen amüsiert. So richtig aufhören mochte ich nie.
Im Nachhinein bin ich auf jeden Fall froh, dass die Zeit des Hair Metal an mir vorbeigegangen ist. Das Styling der damaligen Zeit wurde sehr bildlich beschrieben und ich bin mir sicher, dass ich mich da nicht sonderlich gut hätte integrieren können.

Ich mag Bücher dieser Art sehr gerne. Gibt es Empfehlungen?

Eine neue Stammeswebseite

Das ein oder andere Mal berichtete ich ja schon davon, dass ich am Wochenende Planungskram mit meinem Pfadfinderstamm getrieben habe. Bedingt dadurch, dass wir aktuell leider nur sehr wenige Menschen sind, die Leitungspositionen inne haben können, muss alles ein wenig zurückgefahren werden. Das ist gar nicht schlimm, es kommt dennoch eine Menge Spaß auf uns zu.

Eine Sache die schon immer in meinen Händen lag – und die ich sträflich vernachlässigt habe – war die Webseite der Idar-Obersteiner Pfadfinder. Und weil ich mich in naher Zukunft eher auf andere Dinge konzentrieren will, habe ich die dann auch mal auf das wirklich Nötigste zurückgefahren.

Die Idar-Obersteiner Pfadfinder im Internet

Schon während der Sitzung hatte ich einen großen Teil des Codes einfach herunter geschrieben. Für mich ganz normal, war das für andere anscheinend schon ein wenig beeindruckend. Zu Hause dann noch ein wenig Meta-Kram dazukopiert, per PHP-Script die Bildauswahl automatisiert und schon kann die Geschichte online gehen.

Sicherlich ist die Seite jetzt nicht gerade die großartigste Stammeswebseite aller Zeiten. Aber sie macht was sie soll – wenn der Laden mal wieder richtig läuft, kann man auch wieder was umfangreicheres an den Start bringen.

In der Jugendherberge

Am Wochenende wohnte ich für zwei Nächte in der Jugendherberge Idar-Oberstein, meiner alten Heimat. Nicht, dass meine Eltern mich herausgeworfen hätten, es stand das Planungswochenende meines Stammes auf dem Plan. Um die Zeit sinnvoll ausnutzen zu können, hatten wir uns in der Idar-Obersteiner Jugendherberge einquartiert.

Lange war ich nicht mehr in einer Jugendherberge gewesen. Auch intensivstes Nachdenken ließ keine Übernachtung in diesem Jahrtausend wieder in meinem Gedächtnis auftauchen. Schade eigentlich, denn ich erinnere mich an einige schöne Wochenend-Lager in meiner Wölflings- und Pfadfinderzeit ((Da war ich also so zwischen 9 und 15 oder so.)). Heute ist es noch ein wenig besser als damals: Den ungeliebten Küchendienst gibt es nicht mehr, man muss seine Bettwäsche nicht mehr selbst mitbringen ((Oder extra zahlen wenn man sie vergessen hat.)), jedes Zimmer hat ein Duschbad und die Zimmer selbst sind auf einem wesentlich höheren Niveau als ich das in Erinnerung hatte. Alles ist ein wenig komfortabler geworden und ich muss sagen das mir das gefällt.

„Warum warst du eigentlich so lange nicht mehr in einer Jugendherberge?“ fragte ich mich da kurz. Irgendwie ist das aus der Mode gekommen, bevor ich selbst in eine Leitungsposition gekommen war. „Zu teuer!“ hieß es damals.

Für einen kleinen Moment dachte ich mir da, man könnte das ja doch nochmals kalkulieren. Denn viel einfacher lässt sich ein Wochenende für eine Gruppe nicht planen: Die Herbergen sind im Normalfall gut gelegen, Verpflegung ist drin und drumherum ist auch immer ein wenig Platz um mal ein wenig Leerlaufzeit zu überbrücken. Der kleine Moment war dann aber auch schnell vorbei, nachdem ich einen Blick auf die Preise geworfen hatte. Etwa 28 Euro haben wir pro Person und Nacht in einem 8-Bett-Zimmer bezahlt. Der erfahrene Gruppenleiter hat da schnell überschlagen, was er inklusive Fahrtkosten, eventuellen Eintritten oder Materialkosten bei einem Aufenthalt von zwei Nächten für die Wochenend-Tour ansetzen muss: Runde 70 Euro.
Das ist eine gute Stange Geld, von der ich befürchte das sie viele Eltern davor zurückschrecken lassen würde, ihr Kind ein Wochenende loszuschicken. Deshalb waren wir in den vergangenen Jahren wohl auch immer in Selbstversorgerhäusern und kamen somit deutlich günstiger weg.

In meinen Augen haben die Jugendherbergen ihr Angebot ein wenig von den klassischen Jugendgruppen wegbewegt und sprechen nun eher andere Zielgruppen an, zum Beispiel eher Familien, Motorrad- und Radfahrer. Am Wochenende sah ich zwar auch viele Kinder in der Herberge, aber der Großteil der Gäste war älter als ich. Schade.

Bilder aus Idar-Oberstein

Erdgas-Schild -

Dieses Wochenende war ich ja bekanntlich in der alten Heimat. Nachdem ich an meinen freien Tagen nicht zum Fotografieren gekommen war, habe ich dann während einer Sitzungspause am Wochenende doch noch ein paar Bilder machen können. Die Bilder sind alle im Stadtteil „Hohl“ in Idar-Oberstein entstanden.

Kaugummiautomat - Kaugummiautomat -

Bilder aus Idar-Oberstein gibt es nun auch gesammelt in einem flickr-Set.

Heimat

Da sitze ich nun in meinem Elternhaus, in dem Zimmer in dem ich einen großen Teil meiner Jugend verbrachte. Selten bin ich hier, ich glaube sogar das erste Mal für dieses Jahr. So ein wenig hat sich das Wetter an meine Empfindungen für diese Gegend angepasst: Es regnet und ist grau. Die meisten meiner Freunde wohnen nicht mehr hier und wenn ich durch die Stadt laufe, erkenne ich kaum noch jemanden. Eigentlich ein wenig traurig, schließlich habe ich selbst über 26 Jahre hier gelebt.

Dennoch bin ich gerne hier, zumindest bei meinen Eltern. Mal wieder ein wenig länger und ausführlicher erzählen was man so tut und macht und plant. Das geht bei den doch recht regelmäßigen Telefonaten irgendwie unter. An den gedeckten Tisch setzen und sich nicht um den Abwasch kümmern müssen. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern damit wie angenehm es ist mal wieder hier zu sein, wie schön es ist sich verlassen zu können und nicht selbst in der Verantwortung zu stehen.
Und trotzdem brauchte es bisher immer einen Grund um hier aufzutauchen, das sollte ich ändern. Dieses Wochenende werde ich noch ein wenig Zeit mit Pfadfinderkrams verbringen – da bot es sich an, ein wenig vorher zu kommen. Vermutlich wird das auch ein Grund sein, hier im kommenden Jahr auch noch das ein oder andere Mal herzukommen. Neben meinen Eltern ist der Stamm dann vermutlich die letzte Verbindung die ich hierher noch habe.

Gerne wäre ich heute Mittag mal ein wenig mit der Kamera losgezogen, das Wetter macht mir aber irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Erst am Wochenende, wenn ich zu Sitzungszwecken an einem Tisch sitzen werde, soll es wieder besser werden. Schade eigentlich, aus der Ferne betrachtet fällt mir nämlich auf, dass ich eigentlich viel zu wenig von der Gegend hier kennengelernt habe. Vermutlich bin ich in Bonn schon mehr herumgelaufen, als ich das hier in Idar-Oberstein in den letzten zehn Jahren tat. Dabei bietet sich die Gegend hier viel mehr dazu an, einfach mal loszulaufen und eine oder zwei Stunden durch den Wald zu spazieren.

Eigentlich müsste man öfter hierher kommen – einfach nur um Ruhe zu erfahren. Eine Ruhe die leider daraus resultiert, was die meisten Menschen hier wegtreibt: Mangelnde Möglichkeiten in allen Bereichen, von den beruflichen Chancen bis hin zum Abendprogramm.