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Acht Wochen Corona

Meine Stimmung kippt dieser Tage ein wenig. Auf der einen Seite sehne ich mich sehr nach einem geregelteren Alltag. Ich habe große Lust morgens aus dem Haus und zur Arbeit zu gehen und wieder zurückzukommen. Und alles geht seinen Gang. Ich habe tatsächlich große Lust eine kleine Reise zu machen. Nicht weit. Eine kleine Hütte in der Eifel würde es wirklich tun. Das ist es aber nicht, was mich wirklich ärgert. Ich kann vernünftig und geduldig sein.

Viel mehr ärgert mich, dass das „Abenteuer Corona“ für die meisten Menschen scheinbar zu Ende ist. Ein Blick in die Bonner Fußgängerzone am Samstag Mittag: Kein Unterschied zu einem beliebigen anderen Samstag. Und dann schaust du in die Zeitung: Wo man vor einigen Wochen noch so etwas wie Zusammenhalt und Solidarität vernehmen konnte: Demonstrationen, weil man sich eingeschränkt fühlt.

Ich habe große Sorge, dass uns der ganze Quatsch noch richtig auf die Füße fällt. Ich habe große Sorge, dass Corona und Covid sich nicht die Menschen heraussuchen, die es nicht schaffen noch ein paar Wochen die Füße still zu halten.

Und gleichzeit komme ich mir sehr vergessen vor. Zwischen all den Wiedereröffnungen hat man vergessen, dass die Menschen die nun wieder mehr arbeiten können und müssen immer noch Kinder zu Hause sitzen haben, die nicht betreut werden dürfen. „Zwei Tage vor den Sommerferien“ soll Herr Max noch in die Kita gehen dürfen. Wäre meine Stimmung nicht inzwischen gekippt, ich würde lachen.

Ich verstehe, dass Menschen gerne unter anderen Menschen sind, dass sie einkaufen wollen und Spaß haben möchten. Ich verstehe auch, dass Geschäfte Umsatz machen müssen. Aber ich verstehe nicht so richtig, woher dieses „Gegeneinander“ nun kommt. Puh. Wollen wir nicht noch ein bisschen solidarisch sein? Ein paar Kompromisse eingehen?

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