Archiv für Monat: Juli 2015

Unterwegs in Island, Tag 2: Seljalandsfoss – Skógafoss – Sólheimajökull – Kirkjufjara – Vík

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Dass wir nur ein paar Meter von der Straße weg standen, hat mir nichts ausgemacht. In der Nacht hat es geregnet. Das Aufstehen gestaltet sich schwierig, ich bin sehr unmotiviert. Draußen ist es aber tatsächlich ok-warm, da es ausnahmsweise mal windstill ist. Wir bereiten den Tag ein wenig vor, planen grob die Strecke, suchen potentielle Schlafplätze heraus und lesen in den Reiseführer was auf der kommenden Etappe interessantes am Weg liegt.

Das Frühstück besteht aus, wie sich herausstellt, Hotdog-Brötchen. Da haben wir uns wohl vergriffen. Wir legen wieder Käse und Avocado auf und dann ist das auch gar nicht schlimm. Nach dem Zähneputzen geht es los, zuerst mal bis nach Hella, wo wir einen kurzen Einkaufsstop machen. Es ist gut zu wissen, dass jeder Ort eine mehr oder weniger große Einkaufsmöglichkeit hat. Verhungern werden wir jedenfalls nicht.

Als wir weiter fahren taucht in der Ferne ein Wasserfall auf. Wir beschließen, dort einfach mal spontan hin zu fahren.

Seljalandsfoss

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Es stellt sich heraus, dass der kleine Wasserfall unser erstes Tagesziel ist. Seljalandsfoss wird nämlich immer größer, als wir herankommen und die kleinen weißen Punkte davor entpuppen sich als ausgewachsene Reisebusse. Wir zirkeln uns dazwischen durch und finden einen Parkplatz.

Prompt fängt an zu regnen. Wir packen uns dick ein und stapfen los. Unser Parkplatz liegt direkt an einem Campingplatz, so dass wir zuerst einmal dort über die Wiese laufen und uns den kleinen Platz-eigenen Wasserfall anschauen. Der ist jetzt nicht so spektakulär, aber hey: Ein Wasserfall! Rechts herum geht ein Fußweg am doch recht steilen Hang entlang. Noch ein weiterer kleiner Wasserfall liegt linker Hand. Dann das riesige Ding, namens Seljalandsfoss, was da über 60 Meter in die Tiefe stürzt. Es regnen nun endlich in Strömen, was mir aber schon fast nichts mehr ausmacht.

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Ein kurzer Rundweg führt hinter den Fall, aber auch dort ist es nicht trockener. Wir werden endgültig nass. Der Wasserfall ist dennoch wirklich, wirklich beeindruckend. Vor allem auch, wenn man hinten dran steht. Wow.

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Skógafoss

Gar nicht viele Kilometer weiter sehen wir schon den nächsten Wasserfall. Skógafoss ist wieder von weitem zu sehen, inklusive der scheinbar obligatorischen Reisebusse. Wir machen erst mal eine Essenspause, lesen ein paar Seiten und schlafen ein wenig. Pausen können sehr großartig sein. Noch besser, wenn sich dabei das mit den Regen auch noch erledigt.

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Dann zum Wasserfall! Der ist wirklich riesig hoch und breit. Wir laufen über den Schotterstrand des daraus resultierenden Flusses. Am Rand des Wasserfalls kann man einige steile Stufen hochsteigen, was wir natürlich direkt machen. Oben hat es dann eine Plattform, von der aus man den Fall des Wassers beobachten kann. Es rauscht ganz schön, der Ausblick ist wirklich imposant. Ein bisschen besser wird es, nachdem wir über ein Gatter geklettert sind und ein Stück dem Wasser nach oben folgen. Der Flusslauf ist sehr malerisch, mit vielen Zerklüftungen und kleineren Wasserfällen. Von hier aus lassen sich auch ausgedehnte Wanderungen starten, wir laufen den Weg aber nur einige hundert Meter weit. Es soll heute ja schon noch ein Stück weiter gehen.

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Sólheimajökull

Wir sind eigentlich auf dem Weg nach Vík, aber der Weg hält noch einige Attraktionen für uns bereit. Wir biegen von der Hauptstraße links ab und fahren einige Zeit auf einer Schotterpiste zur Gletscherzunge Sólheimajökull. Dort ist nicht besonders viel los, was nach den doch recht trubeligen Wasserfällen eine willkommene Abwechslung ist. Einen kurzen Fußweg vom Parkplatz aus kommen wir an einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Überblick auf den grau-schwarz-schmutzigen Gletscher, der in einiger Entfernung liegt, hat. Tatsächlich sehen wir sogar eine Gruppe oben auf dem Eis wandern.

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Kirkjufjara

Und dann wird es immer noch nicht Vík. Wir biegen rechts Richtung Meer ab und folgen einer kurvenreichen Straße bis zu einem windigen Aussichtspunkt am Strand von Kirkjufjara. Dieser liegt in einem Vogelschutzgebiet, was den grimmigen Zivi an einer Schranke mitten in der Landschaft erklärt. Der erklärt uns „You have twenty minutes, guys!“ und zeigt auf ein Schild: Tatsächlich ist nur bis 19 Uhr offen. Die Aussicht auf den stürmischen Strand ist dann tatsächlich ziemlich gut. In der Ferne kann man schon die Felsen vor Vík sehen. Schade, dass wir schon so spät an sind. Es wird nur ein schneller Fotostop und wir sitzen schnell wieder im Auto.

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Vík

Schließlich, endlich: Vík! Ein Regenbogen zeigt uns unterwegs den Weg. Wir checken schnell auf dem Campingplatz ein und laufen noch eine Runde durch den Ort. Es gibt einen recht großen Outdoor-Laden, eine Tankstelle und einen Imbiss. Wir entscheiden uns für zwei Schinken-Käse-Sandwiches mit Pommes und einer Free-Refill-Cola und zahlen knapp Dreißig Euro. Auswärts werden wir wohl nicht so oft essen. Nachdem in dem 300-Seelen-Ort sonst nicht viel los ist, liegen wir schnell wieder lesend in unserem Wägelchen und schlafen früh ein.

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Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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Unterwegs in Island, Tag 1: Keflavík – Grindavík – Hveragerði

Angekommen. Der Mann mit der großen Luftpumpe unter dem Arm, der mir schon in Düsseldorf mehrmals über den Weg lief, ist auch noch da. Der Flug war, sagen wir mal: Eng. AirBerlin holt alles aus den Fliegern raus. Mehr als die drei Stunden hätte ich nicht im Fliegen sitzen können.

Keflavík

Jeder hier trägt Outdoor-Klamotten, zumindest die Touristen. Globetrotter hat wohl ein ganz gutes Geschäftsjahr. Wir warten auf das Gepäck am Band, ich übe schon mal die Schimpftirade für den Fall dass es nicht kommt. Tatsächlich klappt aber alles ganz prima, unsere in den Reisesäcken verpackten Rucksäcke fahren ganz entspannt über das Band. Schnell liegen sie auf einem Wägelchen und wir machen uns auf den Weg nach draußen.

Den Weg zur Autovermietung finden wir dann auch recht schnell, nur die eine Runde um das Flughafengebäude hätten wir uns sparen können. Draußen ist es diesig-grau, sehr ungemütlich. Das ist definitiv kein Urlaubswetter!

Ansonsten fängt das hier auch gut an: Es ist kein Auto für uns da. Der Autovermietungs-Mann wirkt ein bisschen überfordert, weil die Vormieter das Auto noch nicht zurück gebracht haben. Er bietet uns einen Schlafplatz in einem herumstehenden Wohnmobil an. Oder er könnte uns ein anderes Auto geben, damit wir mal ein paar Stunden rumfahren können und Landschaft gucken. Mitten in der Nacht. Hundemüde. Bei dem Nebel. Nein.

Dann kommt der Wagen doch – jedenfalls so halb. Die Vormieterin muss noch einmal los um voll zu tanken. Wir gehen nochmal eine Runde in den Flughafen, kaufen Schokolade und sitzen dort im halbwegs warmen, damit das Auto sauber gemacht und für uns vorbereitet werden kann. Die letzten Flieger für heute kommen an, es werden Menschen abgeholt. Andere sitzen schon länger herum und warten auf ihren Abflug spät in der Nacht.

Irgendwann klappt das mit den Auto dann auch. Das Wägelchen, ein Renault Kangoo Maxi macht einen ganz guten Eindruck: Weiß, ziemlich lang, recht neu, mit etwa 13000 Kilometern auf dem Tacho und auch die Grundreinigung des Mietwagen-Menschen ist ordentlich. Nach einer kurzen Erklärung des Autos und dem Zubehör, zu dem auch ein mobiler Hotspot gehört, kann es dann losgehen.

Wir befinden uns nun im dunkelsten Zeitraum der Nacht. Es ist eher ein diesiges Morgengrauen. Noch knappe 20 Minuten fahren wir bis nach Grindavík. Dort stellen wir uns einfach auf den örtlichen Campingplatz. Das ist hier so üblich. Inzwischen ist es dann auch irgendwie kurz nach eins (Ortszeit, für uns dank der Zeitverschiebung eher so drei Uhr) und wir fackelten nicht lange, kriechen in die Schlafsäcke und schlafen ein.

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Grindavík

Ausschlafen! Bis 12 oder so gammeln wir in den Schlafsäcken. Das ist aber auch wirklich notwendig. Dann duschen, den Campingplatz bezahlen. Der nette junge Mann an der Rezeption ist es scheinbar schon gewohnt, dass Menschen ihre erste Nacht dort verbringen. Routiniert gibt er uns eine kleine Einführung in die isländische Supermarkt-Ketten-Struktur, zeigt uns eine Seite mit den aktuellsten Wetterinformationen und einer guten Vorhersage und gibt einige andere Reisetipps.

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Hveragerði

Nach einer gar nicht mal so langen Fahrt sind wir in Hveragerði angekommen. Hier kaufen wir erst einmal ein paar Vorräte ein. In einer kleinen Informations-Ecke beim Supermarkt wird sehr anschaulich anhand einer Küchenzeile gezeigt, wie es nach einem Erdbeben aussehen kann. Da gab es zuletzt 2008 an dieser Stelle ein größeres. Die Auswirkungen davon wollen wir später noch besichtigen. Erst einmal spazieren wir aber eine Runde durch den Ort. Eine Besonderheit ist es, dass hier ein Hochtemperaturgebiet ist – an einigen Stellen dampft es einfach so. Wir kaufen ein thermal gebackenes Brot bei einem Laden, sparen uns dafür aber den Besuch und Eintritt im Naturpark mitten im Ort.

Statt dessen fahren wir gen Norden aus dem Ort heraus, stellen das Auto auf einen Wanderparkplatz, schultern die Kameras und schauen uns das seit dem Erdbeben wieder aktive Hochtemperaturgebiet dort an. Zuerst einmal klingt das gar nicht so spannend – und sieht es aus der Ferne auch gar nicht so aus. Die typisch isländisch-karge Landschaft ist ein halt wenig neblig. Wenn man dann aber näher kommt, sieht man die Verwerfungen aus denen der Wasserdampf kommt. Schilder warnen davor, die Absperrung zu übertreten. Der Boden ist rötlich gefärbt, eine etwas unwirkliche Gegend.

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Heute wollen wir einfach am Straßenrand schlafen, das ist in Island nämlich weitestgehend erlaubt. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz kommen wir an einem nicht näher markierten Hügel vorbei. Aus der Ferne sehen wir zwei menschliche Silhouetten auf seiner Spitze. Nach einigen Minuten führt uns die Straße dann auch direkt an den Hügel, wo es einen Wanderparkplatz gibt. Wir halten kurzerhand an und steigen nach oben. Top Aussicht, karge Landschaft!

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Wie ein Band zieht sich die Ringstraße N1 durch die Landschaft oft geht es lange einfach geradeaus. Das Fahren ist sehr entspannt, vor allem auch weil in Island nur 90 Kilometer in der Stunde erlaubt sind.

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Nachdem wir durch Selfoss gefahren sind, finden wir kurz danach einen Parkplatz am Rand der N1. Wir machen es uns so gemütlich wie es geht. Ich beobachte eine ganze Weile die vorbeifahrenden Autos, LKWs und Radfahrer und bin mir noch nicht so ganz sicher, auf was ich mich da eingelassen habe. Zum Abendessen gibt es Käsebrote mit Avocado auf dem thermal gebackenen Brot, dass wir am Mittag kauften. Noch ein weiterer Camper gesellt sich zu uns. Ich bin ja mal gespannt, wie sich so eine Nacht am Straßenrand anfühlt.

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Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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„Heute Nacht wäre ich beinahe in meinem Schlafsack ertrunken“

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Aber dazu kommen wir später. Zuerst einmal: Schön war es beim Treffen des „Club 29“, einer zwanglosen Älteren-Gruppe meines Pfadfinder-Landesverbandes. Etwa zwanzig Menschen waren wir – einige neue, einige alte Gesichter. Aus allen Ecken des Landesverbandes. Viel Gespräch, Diskussion, allerlei Themen. Ein Halstuch um den Hals verbindet uns. So soll es sein. Ich habe mich auf das Wochenende gefreut – denn so sehr ich ja meine Ruhe mag: Manchmal fehlt mir dieses Wanderschuh-Halstuch-Rucksack-auf-dem-Rücken-am-Bahnsteig-stehen-Gefühl am Freitag Abend.

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Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mal auf der Schmidtburg auf dem wilden Hunsrück war. Früher ging es da schon öfter hin. Geändert hat sich nichts – es ist eine Burgruine, die steht erst mal. Es waren nach meinem Gefühl allerdings sehr viel mehr Touristen unterwegs als früher. Das mag an den „Traumschleifen“ genannten Wanderwegen liegen, die nun auch dort vorbeiführen.

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Und dann war es auch ganz schnell irgendwie mitten in der Nacht. So gegen drei Uhr wohl beschlossen wir, dass alle Lieder gesungen sind. Gute Nacht! In Anbetracht der Tatsache, dass es den Tag über schön warm war und die Nacht klar zu werden versprach, lagen wir alle mehr oder weniger unter einem Jurtendach. Wer braucht schon Seitenbahnen?
Am Ende hätten die uns auch nichts genützt: Als das Gewitter erst mal loslegte, hatten wir tolle Bilder vor den Augen. Dunkel und dann die Silhouette der Burg – vom Blitz erleuchtet. Im Prinzip nichts schlimmes – wenn das herunterkommende Wasser hätte versickern können. Das geht aber auf dem Schieferboden nicht gut und so fand ich mich sehr schnell in einem kleinen Bächlein wieder, was unter unserem Dach durchlief. Die Nacht war damit auch gelaufen.

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Auch wenn das Gewitter-Wetter genau so schnell wieder verzogen, wie es aufgezogen war: Einige Nass, andere ohne Platz. Zuerst ärgert man sich ja. Aber eigentlich sind sie doch schön – und vielleicht ein bisschen das, was mir fehlt: Die kleinen Abenteuer, die die Pfadfinderei so mit sich brachte. Müde werde ich dennoch vermutlich die ganze Woche sein.

Endlich mal wieder: Hashtag Weekstagram

Es spricht schon ein wenig für mich und meinen Blogger-Fleiß, wenn ich mich beim Anblick der wöchentlich automatisch angelegten Hashtag-Weekstagram-Post-Entwürfe des Instagramy-Goodness-Plugins ein bisschen erschrecke. Aber genug der mehrwortigen Bindestrich-Monster: Hier die Bilder aus den vergangenen zwei Monaten oder so. Das ein oder andere hat man sicherlich schon Mal gesehen, für viele Erlebnisse gibt es hier nämlich richtige Beiträge! Mega!

Und wenn man die Bilder zeitnah sehen möchte, folge man mir doch einfach auf Instagram. Und immer schön das Herzchen drücken!

Mittagspause auf der Dachterrasse #latergram #chefkoch #wiediehühneraufderstange #rheinblick #mittagspause #läuftbeiuns

Ich bin noch unschlüssig, was man wohl hier nicht darf.

Drei Wochen Island. Dreiunddreißig Gigabyte Speicher. Zweitausendunddrei Bilder. Viel Arbeit noch vor mir.