Ich bin ja mehr so der entspannte Typ. Prokrastination ist genau mein Ding und deshalb verbringe ich eine Menge Zeit damit, einfach mal rumzuhängen, zu entspannen, unnütze Dinge zu tun. Das ist wichtig und mache ich gerne. Leider auch ein wenig zu oft.
Ich bin also per Definition ein echt "gechillter" Typ, zumindest wenn man Wikipedia glauben mag:
"Chillen (engl.: kühlen, abkühlen; im amerikanischen Slang auch: sich beruhigen, sich entspannen, rumhängen, abhängen) ist ein aus dem englischen Sprachgebrauch (to chill = abkühlen) übernommener Begriff."
Als großer Freund von sozialen Netzwerken stolpere ich (quasi während ich "chille") in der letzten Zeit aber dann immer häufiger in den dortigen Profilen auch über das Wort "chillen". Als Hobby. Danke. Herzlich willkommen in der Bedeutungslosigkeit. So gern ich selbst rumhänge und nichts tue, was ist denn das bitte für ein Hobby? Darunter verstehe ich dann doch ein wenig was anderes.
Wikipedia stimmt mir glaube ich zu:
"Ein Hobby oder Steckenpferd ist eine Lieblingsbeschäftigung. Ein Hobby ist somit im Gegensatz zu Arbeit eine Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft unterzieht. Die Tätigkeit bringt Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich. Dabei ist mit Arbeit nicht ausschließlich Erwerbsarbeit (Beruf) gemeint."
"Chillen" als Lieblingsbeschäftigung? Das sehe ich noch ein. Entspannung muss sein! Ich verstehe dann aber ein wenig mehr unter einem Hobby. Die freiwillige Beschäftigung mit etwas sinnvollem. Weiterbildung und weiter kommen auf freiwilliger Basis. Etwas zu tun, wonach man sagen kann: "Coole Sache!". Ich glaube dann bin ich wirklich gechillt.
"Chillen" als Hobby, das ist für mich irgendwie einfallslos und langweilig. Dann kann man auch als Berufswunsch "Frührentner" angeben. Die Sinnlosigkeit des eigenen Daseins dermaßen zu unterstreichen finde ich schlimm.
Können heutzutage viele einfach nichts mehr mit sich anfangen? Oder bin ich einfach nur zu ungechillt?
Mit Philosophie hab ich es ja nicht so. Für meinen Geschmack ist das alles zu intellektuell. Macht aber nix.
Wenn ein Philosoph aber für einen amerikanischen Geheimdienst arbeitet und gemeinsam mit dem amerikanischen Präsidenten nach Teheran fährt um dort bei der Teheran-Konferenz "der großen drei" zu dolmetschen, dann lese ich das Buch das darüber geschrieben wird schon mal.
Natürlich haben wir es hier mit Fiktion zu tun, auch wenn der Roman von Philip Kerr auf einer wahren Begebenheit basiert, hat er sich doch eine Menge dazu ausgedacht. Es wird die wirklich spannende Geschichte rund um Williard Mayer erzählt, der erst einen Vorfall in Polen während des zweiten Weltkrieges untersuchen soll, um dann anschließend immer tiefer in eine abenteuerliche Geschichte gezogen zu werden.
Da jeder etwas gegen jeden hat, Geheimdienste und Institutionen aus den USA, Deutschland, Russland und Großbritannien nicht nur gegen jeweiligen die Gegner kämpfen, sondern sich auch untereinander nicht viel zu sagen haben, ist das Ende nie wirklich vorhersehbar und die Geschichte nimmt die ein oder andere spannende Wendung.
Ein gut geschriebenes, spannendes Buch. Ich mag Geschichten die am Rande der Realität angesiedelt sind. Sie machen Lust, sich mit der tatsächlichen geschehenen Geschichte zu beschäftigen. Lesenswert!
Nach einem anstrengenden Dezember und eine wohlverdienten Urlaub zwischen den Jahren geht es nun auch hier weiter. Meine Diplomarbeit habe ich mehr als pünktlich abgeben können und anschließend eine wirkliche Pause gebraucht.
An dieser Stelle möchte ich dann auch noch ein frohes neues Jahr wünschen.
Ganz untätig war ich natürlich in dieser Zeit nicht: Abends vor dem elterlichen TV lässt sich prima an einem neuen Wordpress-Theme schrauben. So habe ich einige Ideen umsetzen können, das Ergebnis geht mit diesem Beitrag online.
"der tag und ich v3" ist wesentlich aufgeräumter, größer und nüchterner als die vorherigen Versionen. Vielleicht muss ich doch noch ein wenig optische Spielerei hineinbringen. Natürlich ist die Geschichte (wie eigentlich immer) schwer Beta. Aber bevor das Theme doch wieder unbesehen im Datensilo verschwindet, soll es doch mal ein wenig Internetz-Luft schnuppern. Die ein- oder andere Änderung und Optimierung wird sich sicherlich noch ergeben. Neu ist, dass nun die ursprüngliche Sidebar in einem ausfahrbaren Teil am Kopf der Seite eingebunden ist. Um mehr zu sehen, möge man bitte auf "Informationen im Überfluss" klicken. Der animierte Teil wurde, wie inzwischen bei mir üblich, mit jQuery realisiert. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie leicht das doch ist. Die verwendeten Icons stammen aus dem Classy Icon Set. Als Basis für dieses Theme diente die (leider ein wenig fehlerbehaftete) HTML-Vorlage von texto.de. Man muss ja nicht immer alles selbst basteln.
Ab morgen geht es hier nun in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen weiter. Stay tuned!
Ich lese ja ganz gerne. Das ist eine prima Abwechslung zum Serien gucken und all dem anderen Mist, den man Abends so machen kann, wenn man sich eigentlich auf was wichtiges vorbereiten sollte.
Dieser Tage habe ich nun Totenbaum von Thomas A. Ruhk zu Ende gelesen. Dies ist, nach dem schon besprochenen Strohbär, der zweite Roman des Autors der aus meiner Heimatstadt kommt.
Die Akteure des Romans sind soweit alle schon bekannt: Es dreht sich wieder um den Kommissar Finn Steinmann, der nach Idar-Oberstein gerufen wird, als dort gleich drei Leichen um eine alte Fichte gefunden werden. Wie soll es anders sein: Es handelt sich um einen Fall, der sich rund um Druiden und deren Geschichte aufspannt. Ruhk hat wieder ein spannendes Buch geschrieben, dass mich sehr gefesselt hat, so wirklich vorhersehbar ist das Ende nicht.
Wie schon beim letzten Mal finde ich es sehr spannend einige der Orte zu kennen, an denen die Handlung spielt. Der "Kopf-Film" ist so um einiges spannender als sonst, vor allem "High Noon auf der Kirschweiler' Festung" ist fast nicht zu toppen.
Prädikat: Lesenswert.
Disclaimer: Wie Matthias schon beim Strohbär kommentierte: Ich habe zusammen mit dem Schwager des Autors Abitur gemacht. Dieses Mal ist der gute Claus auch in der Danksagung erwähnt. Eventuell bin ich durch diese Beziehung zum Autor ein wenig voreingenommen.
Wenn eine meiner Lieblingsbands nur 20 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt spielt, dann darf ich dabei natürlich nicht fehlen. So hatte ich mir schon vor zwei Monaten eine Karte gesichert und machte ich mich heute Abend auf den Weg ins Brückenforum. Dort sollte Kettcar spielen.
Pünktlich zur Vorband, die auf den Namen Computer hört, schlug ich dort auf. Die Kapelle war dann auch recht OK, wenn auch für meinen Geschmack ein wenig zu ruhig - trotz dem MacBook Pro auf der Bühne. Die Zeit bis zum Konzert hatte ich dann auch direkt nettes Gespräch: Mit so einigem hätte ich ja gerechnet, aber als dann ein Tiefensteiner in Form von Frank vor mir stand, war ich schon ein wenig baff. Bewundernswert wie schnell ich doch wieder ins übelste obersteiner Platt umschalten kann, nachdem ich mir sonst doch Mühe gebe einigermaßen Hochdeutsch zu reden. Wie gut mir das gelingt ist dann wieder eine andere Frage.
Kurz nach neun Uhr hieß es dann "Hallo Bonn, alte Lady. Wir sind Kettcar aus Hamburg." - gefolgt von "Ein Volk steht wieder auf - na toll...". Wie erwartet startete die Band mit "Deiche". Es folgten dann gute anderthalb Stunden spitzen Livemusik, bei der ich bis auf ein Lied alles mitsingen konnte. Nachdem ich ja vom Auftritt auf dem Rocco-del-Schlacko nicht so begeistert war, hat dieses Konzert wieder alles rausgehauen. Gleich zwei mal musste die Band wieder vor die nicht ganz ausverkaufte Halle, bis es dann nach "Balu" endgültig zu Ende war. Meinetwegen hätten sie noch eine ganze Weile weiterspielen können...
Warum "surfen" wir eigentlich im Internet? Da wusste Frau Mutter heute beim Mittagstisch doch tatsächlich mehr als ich... und die Wikipedia hat es bestätigt:
"Bekannt gemacht wurde der Begriff „Surfing the Internet“ durch den gleichnamigen Artikel der US-amerikanischen Bibliothekarin Jean Armour Polly, der im Juni 1992 im Wilson Library Bulletin erschienen ist. Sie kam auf den Namen, als sie ihr Mauspad ansah, auf dem ein Surfer abgebildet war." Quelle: Wikipedia
Da sag noch einer, man könnte beim Heimatbesuch nichts mehr von seinen Eltern lernen! Ich stöbere jetzt mal nach einem Mauspad mit einem Surfer drauf. Oder vielleicht eher ner Surferin...
... oder vielleicht besser: "How to not schreib a Diplomarbeit"?
Eigentlich wollte ich schon vergangenen Sonntag zu diesem Thema ein paar Worte loswerden. Passend wäre das gewesen, denn da war es noch genau ein Monat zum spätest möglichen Abgabetermin. Da ich es dann doch tatsächlich geschafft habe, dieser Tage einiges an der Arbeit herum zu schreiben, fiel das flach. Manchmal kann ich eben doch Prioritäten setzen.
Wieder einmal hängt es an mir: Den Arsch hochkriegen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Während ich mit dem praktischen Teil wirklich gut zu Rande komme, mir die Arbeit wirklich Spaß bereitet und das Ergebnis schon ein wenig über meinen Erwartungen liegt, ist die dröge Schreiberei nichts für mich. Auch wenn inzwischen gute 50 Seiten hinter mir liegen, wissenschaftliche Ausarbeitungen werden mir wohl nie wirklich ein guter Freund sein.
So bin Ich wirklich froh, dass ich mein Studium ohne irgendwelche Hausarbeiten herumgebracht hab. Hinsetzen und schreiben geht irgendwie überhaupt nicht. Wenn ich mir da anschaue, was mir bekannte Anglistik, Germanistik oder Pädagogik-Studentinnen und -Studenten so alles schreiben müssen... Weit hätte ich es da aus purer Faulheit schon nicht gebracht. Auch Thomas' Anleitung hätte mir da sicherlich nicht viel geholfen.
Diese Woche habe ich nun Urlaub. Diesen will ich nutzen, um die Arbeit weitestgehend fertig zu stellen. Die Liste mit den "Kleinigkeiten" die ich in der kommenden Woche in der Firma klären muss, wird auch immer länger. Allerdings könnte ich tatsächlich besser vorankommen und hier sitzt das Problem bei der Geschichte: Meine Konzentrationsspanne ist aus irgendeinem Grund etwa bei der einer Fruchtfliege angesiedelt. Aus diesem Grund habe ich mir neben meiner Tipperei einiges vorgenommen. Viele Kleinigkeiten die ich in und um meine Bude schon immer mal erledigen wollte und viele weitere Nebensächlichkeiten die schon ewig auf Halde liegen. Abwechselnd "diplomieren" und "Kram abhaken" war dann tatsächlich eine gute Idee und hat mich wirklich weitergebracht.
Nun geht es in den Endspurt. Über ein paar schlaue Tipps zu meinem aktuellen Lieblingsthema freue ich mich natürlich immer. Bald geht es dann auch hier mit voller Kraft weiter. Es ist immer wieder spannend was man alles so an Ideen entwickelt, wenn man eigentlich was ganz anderes im Kopf haben sollte.
Weil ich ein geldgeiler Sack bin immer gerne was Gutes tue, gehe ich ja seit neuestem Blut spenden. Da man mir aus irgendwelchen medizinischen Gründen nur alle sechs Wochen Blut abzapfen will, gehe ich nun zwischendrin hin und wieder Blutplasma spenden. Heute das erste, aber definitiv nicht das letzte Mal. Da ich bekanntlich eher so der "Livin' on the edge"-Typ bin, lasse ich mich von einer Nahtod-Erfahrung natürlich nicht abschrecken.
Aber fangen wir vorne an: Möglichst fettarm ernähren sollte man sich vor der Plasma-Spende. Dafür aber viel Eiweiß zu sich nehmen. Nachdem ich mich versichert hatte, dass das Vollkornbrot unter der Salami das irgendwie ausgleicht, landete ich dann nach einem kurzen Arztgespräch auch auf einem der bekannten Sitze mit den ausführlichen Armlehnen. Sogleich legte die Maschine neben mir mit eigenartigen Geräuschen los. Wenn ich schon angeschlossen gewesen wäre, hätte ich ja schwer auf einen Herzstillstand bei mir oder ähnliches getippt. Die Situation erinnerte mich an meine Jugend, als ich noch mit Freude "Emergency Room" schaute. Der Blutspendebediensteten und ihrem Kollegen gelang es dann aber, durch das Ausschalten des Gerätes, eben dieses auch wieder verstummen zu lassen. George Clooney hätte damals sicherlich nicht anders reagiert.
An der Stelle hätte ich mir vielleicht wen anderes zuweisen lassen sollen. Geschickt stellte sich die gute Frau nämlich nicht gerade an. Kaum hatte sie es geschafft an meinem rechten Arm die Vene zu treffen, kam sie auf die Idee die Nadel auch wieder herauszuziehen. Vergleichbar war die Situation mit einem Fassanstich - wenn der Zapfhahn abbricht. Eine mittelgroße Blutspende meinerseits verteilte sich daraufhin erst über meinen Arm, dann über die Lehne um dann auf den Boden zu tropfen. Merkwürdigerweise konnte ich da noch drüber lachen, was wohl auch an der ausgebrochenen Hektik in dem Laden lag. Wer weiß wie ich auf Blut in freier Wildbahn reagiere kann sich sicherlich vorstellen wie mir dabei zu Mute war. Zu dritt legten die Blutspendebediensteten mich dann zuerst mal trocken, um dann anschließend meinen linken Arm an die Maschine anzuschließen. Merkwürdigerweise klappte das nun auch auf Anhieb. Vielleicht lag es aber auch daran, dass dieses Mal wer anders mit der Nadel hantierte.
44 Minuten brauchte die doofe Maschine dann, um Blut aus mir herauszuziehen, das Plasma zu zentrifugieren und dann wieder Blut in meine Bahnen hineinzupumpen. 2,2 Liter liefen in der Zeit und in 5 Durchgängen insgesamt durch den Apparat. Interessanterweise ist das Blutplasma übrigens nicht (wie ich vermutet hatte) eher so wie Wasser, sondern erinnert an dickflüssiges Urin ein helles Weizenbier. Abgestanden. Schaum hat sich (Zu meinem Glück?) nämlich keiner gebildet.
Nächsten Dienstag darf ich wieder kommen und mich abzapfen lassen. So lange ist es aber nun erst mal vorbei mit kurzen Ärmeln und der Polizei sollte ich auch eher mal nicht unterkommen: Nach einem ausführlichen Wochenende mit Pete Doherty und Amy Whinehouse könnten meine Armbeugen auch nicht schlimmer aussehen.
Das vergangene Wochenende habe ich auf dem 3. Treffen des Landesverbandes in Mainz verbracht. Nachdem ich im letzten Jahr schon eine Menge Spaß hatte und die Ausschreibung auch recht spannend klang, freute ich mich auf eine Menge Unterhaltung. Natürlich wurde ich hier nicht enttäuscht.
Vor allem der Besuch bei einem inzwischen 96jährigen Pfadfinder war sehr interessant. Viel sagen konnte ich dort zwar nicht, aber Leo ist es anscheinend auch gewohnt das man ihm zuhört. So bekamen wir eine ziemlich gute Analyse der heutigen Pfadfinderei und ein paar Tipps, unterbrochen durch die ein oder andere Anekdote. "1923 kam ich zu den Pfadfindern..." Beeindruckend, wie viel Einblick in unsere aktuelle Arbeit der alte Herr hat.
Ansonsten stand eine Streife über den Rheinflohmarkt auf dem Plan und eine Stadtführung haben wir auch mitgemacht. Hier fand ich es sehr schade, dass ich wegen meines obigen Termins leider nicht ganz mitgehen konnte. Der junge Mann war sehr fit und hat wirklich prima erklärt.
Außerdem habe ich das Wochenende genutzt, ein paar wenige Bilder zu machen. Diese finden sich nun auch in meinem flickr-Stream.