Von einem viralen Infekt

Eieieieieiei. Dies ist der zweiundfünfzigste Wochenrückblick für dieses Jahr. Das ist schon abgefahren: Die ersten ernsthaften Beiträge aus der Kategorie "Allwöchentlich belangloses" stammen aus dem Jahr zweitausendzwölf. Und in jedem Jahr seit dem habe ich den ein oder anderen Anlauf gestartet, einmal in der Woche aufzuschreiben was nun gerade so los war. Das hat mal besser funktioniert und mal schlechter, aber niemals ein ganzes Jahr lang. Ich bin ein bisschen stolz auf mich. Und auch auf meine Freunde Dominik und Teymur die mit durchgezogen haben und damit jeden Sonntag (oder Montag, ein oder zwei Mal auch erst Dienstags) für die Motivation gesorgt haben, dass hier ein Beitrag entsteht. An dessen Qualität kann man sicherlich ein bisschen herauslesen, wie gut oder schlecht ich grade drauf war. Aber das ist ja auch ein bisschen Sinn der Sache.

Dieses Mal wird es eine kurze Nummer: Während der erste Weihnachtstag super schön war und Herr Max und ich vor allem etwa sechs Stunden am Stück an seinem neuen Lego-Zug bauen, überstehe ich den zweiten Weihnachtstag schon nur noch "irgendwie". Und das liegt nicht einmal am Besuch von Fräulein Annas Familie, der in diesem Jahr sehr angenehm ist, sondern daran dass mich Halsschmerzen plagen. Nach einer durchwachten Nacht, in der ich eine kleine Angst vor "schlucken" entwickele, sitze ich als am nächsten Morgen bei der Hausärztin. Wir sind uns einig, dass wir uns eigentlich dieses Jahr nicht noch einmal sehen wollten. Ein kurzer Blick in meinen Rachen und einen etwas zu festen Druck auf meine Lymphknoten später steht die Diagnose fest: "Viraler Infekt, das ist kein Fall für Antibiotika". Ich bin ein bisschen enttäuscht, denn letztes Mal waren meine Halsschmerzen gefühlt etwa 30 Minuten nach der ersten Einnahme des Antibiotikums weg.

"Mit IBU400 kommen sie bei ihrem Körpergewicht nicht weit!" sagt die Ärztin und verschreibt mir ein Schmerzmittel in Tropfenform als E-Rezept. Mein erstes elektronisches Rezept! Wohoo! Und seit dem: Rumgelungere. Wie schon im letzten Jahr verbringe ich die Tage zwischen den Jahren im Krankenbett im Gästezimmer. Das Schmerzmittel wirkt hin und wieder eine Weile, aber nie eine Nacht durch. Das ist ziemlich anstrengend, ich bin unausgeschlafen. Fräulein Anna kümmert sich wieder einmal großartig um mich, obwohl ihre Uni-Pläne so ganz schön durcheinandergeworfen werden. Den Zwischen-den-Jahren-Besuch bei meinen Eltern sage ich ab, was für eine allgemeine deutliche Enttäuschung sorgt.

Und jetzt ist eine Woche (und das ganze Jahr) rum und ich schaffe es zumindest, diesen Wochenrückblick zu schreiben. Der für das ganze Jahr wird noch ein paar Tage auf sich warten lassen. Die letzten Tage sind irgendwie in einander übergegangen und waren wirklich nicht schön. Ich wurde mindestens zwei Mal von Netflix gefragt, ob ich denn noch da sei. Das passiert mir eigentlich sonst nie. Und so richtig was mitbekommen von dem, was ich da schaute, habe ich auch oft nicht.

The Lost City

Wenn ich sage, dass ich beim Anschauen von "The Lost City" genau das bekommen habe, was ich erwartete, dann ist das nichts schlechtes. Sandra Bullock als Schundroman-Autorin, die sich gezwungenermaßen auf die Suche nach einem antiken Schatz machen muss, während Channing Tatum als das Model ihrer Buchcover sie versucht zu retten. Und Brad Pitt darf auch ein bisschen mitmachen. Das ist nun wirklich kein ernsthafter Abenteuerfilm, aber eine gute Abendunterhaltung. Ich wünschte, ich hätte weniger Halsweh und mehr Lust auf Snacks. Die würden gut dazu passen.

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Spider-Man: No Way Home

So richtig weiterverfolgt habe ich das Marvel Cinematic Universe eigentlich nicht mehr, nachdem man mit Thanos fertig war. Zuletzt schaute ich glaube ich noch ein paar der Serien bei Disney+ im letzten Jahr. Irgendwie ist ein bisschen die Luft raus, finde ich. Wo ich heute mal krank in der Ecke liege, war es mir aber sehr willkommen, dass Netflix mir den letzten Film der aktuellen Spider Man-Trilogie vorschlug. Den hatte ich noch nicht gesehen und Spider Man mag ich schon sehr gern.

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Die großen Überraschungen des Films waren dann auch keine großen Überraschungen mehr, schließlich ist der Film schon gut zwei Jahre alt. Ich hatte dennoch Spaß beim Schauen, auch wenn ich mir ein etwas fröhlicheres Ende gewünscht hätte. Nun bin ich schon ein bisschen gespannt, ob Peter Parker noch einmal irgendwo auftauchen wird. Und wenn auch nur, damit ich herausfinden kann ob es ihm gut ergangen ist.

Von Nostalgie und Weihnachten

Nostalgie-Woche! Zuerst einmal schauen Fräulein Anna und ich die Dokumentation über die Erlebnisse der Band "echt" rund um die Jahrtausendwende. Und weil es so gut passt, hänge ich dann auch noch die Doku über die Geschichte des Musiksenders VIVA an, dessen Blütezeit sich mit der meiner Jugend schon ziemlich überschneidet. Witzig, was aus den Leuten so geworden ist.

Ein in rot-weiß gepunktetes Geschenkpapier verpacktes Geschenk mit einer grünen Schleife, daneben Klebeband, eine Schere und ein Füller.

Etwa genau so nostalgisch und in die gleiche Zeit fallend ist die Erinnerung an das Weltpfadfindertreffen '99 an das ich denken muss, während ich nebenstehendes Wichtelgeschenk verpacke. Sehr spontan hatte ich mich Ende letzten Monats bei der Wichtelaktion des netzwerk Pfadfinden angemeldet und dann natürlich prompt vergessen. Meine Rettung ist dann Fräulein Anna mit einem Büchlein mit einigen Fahrtengeschichten. Und mit der Herausgeberin eben jenen Büchleins tourte ich vor fünfundzwanzig Jahren fast vier Wochen lang durch Chile. Witzig, was aus uns geworden ist.

Arbeitstechnisch ist Jahresendspurt: Auf der einen Seite freue ich mich sehr, dass ich nach der verpassten Weihnachtsfeier letzte Woche doch noch ein paar der Kolleginnen und Kollegen zum Eishockey-Schauen in der Lanxess Arena treffen kann. Das Spiel selbst ist dieses Mal sehr träge, aber dafür unterhalte ich mich mal ein wenig mit Leuten, mit denen ich sonst eher wenig zu tun habe und lerne zum Beispiel, dass der Bruder eines Kollegen nur ein Dorf weiter wohnt. An meinem letzten Arbeitstag sorgt das Mutterunternehmen dann nochmal für ein bisschen Unmut: Sehr kurzfristig bekommen wir mitgeteilt, dass es für unser aktuelles Projekt vorerst keine Folgebeauftragung geben wird. Das nervt mich schon ziemlich. In das Projekt, was mir weder technisch liegt noch lieb ist, habe ich mich erst vor einem guten Monat eingearbeitet und gerade einigermaßen einen Arbeitsmodus gefunden. Schade.

Ansonsten habe ich dieser Tage mal einen Nachmittag frei, an dem ich endlich den nächsten Termin bei der Therapeutin habe. Man begrüßt mich mit "Ich hatte schon fast nicht mehr mit ihnen gerechnet!". Das Einholen von Blutuntersuchungen und EEGs hat nun doch deutlich länger gedauert als gedacht. Aber da soweit alles ok ist, besprechen wir heute mal eine Medikation und ich verlasse die Praxis mit einem Rezept. Niemand ist gespannter als ich, was da nun passiert.

Jedenfalls ist die Woche dann irgendwann rum und es wird Zeit weihnachtlich zu werden. Ich freue mich ziemlich. Den Baum hatte ich am Mittwoch schon auf dem Nachbargrundstück abgeholt, durfte dann auf der Terrasse trocknen und wird am Samstag dann ins Wohnzimmer gestellt. Ansonsten bringen wir das Haus schön auf Vordermann, ich hole unseren Weihnachtseinkauf beim REWE ab. Ich bin sehr froh, dass Fräulein Anna das alles vorbereitet hat. Und weil alles so gut läuft, können wir uns es am Nachmittag auf dem Sofa gemütlich machen und den Pettersson und Findus Weihnachtsfilm gucken.

Am Sonntag schmücken wir dann gemeinsam den Baum zu unserer aller Zufriedenheit und unternehmen dann noch einen kleinen Ausflug zum Himberger See. Herr Max fand es eine gute Idee, damit der Weihnachtsmann ausreichend Zeit hat um Geschenke unter den Baum zu packen. Der Ausflug an die frische Luft tut uns allen gut und Herrn Maxens Plan geht auf. Als wir nach Hause kommen ist dort bereits alles vorbereitet und somit Bescherungszeit. Den Rest des Tages verbringen wir vor allem sehr gemütlich Lego bauend, ich esse viel zu viel und gehe zu spät ins Bett. Ein richtig guter Tag, wir sind alle zufrieden.

Robert Ludlum: Der Bourne Betrug

Was für ein Durcheinander: Bournes Freund und CIA-Kontakt Martin Lindros wird entführt und natürlich zieht er los um ihn zu befreien. Das geht auch relativ gut von der Hand, aber danach geht alles noch viel schlimmer den Bach runter. Ein bisschen Gehirn-Manipulation, eine Atombombe!

Bourne hat alle Hände voll zu tun, die Terroristen von ihrem genau so komplexen wie fiesen Plan abzuhalten. Und als wären die fundamentalistischen Terroristen nicht schon Problem genug, gibt es auch noch den ein oder anderen Machtkampf im US-Geheimdienst-Milieu. Und eigentlich wollen alle ja auch erst einmal Bourne tot sehen.

Verfolgungsjagten, Schießereien, Schlägerei. Das Buch ist auch wieder eine gute Unterhaltungsgeschichte, schnell geschrieben und immer wieder für eine kleine Überraschung gut. Ich mag ein kleines bisschen, dass man sich nie so ganz sicher sein kann, wer das Buch überlebt. So bleibt die Spannung immer auf einem gewissen Grundniveau. Ein kleines bisschen liest sich das Buch wie ein Drehbuch. Ein kleines bisschen merkt man nun schon, wo das Franchise hin will.

Von einer Corona-Infektion und einem Heizungsumbau

Eigentlich hat die Woche ganz gut angefangen. Ich hatte mir vorgenommen sehr zeitig aufzustehen, um allerlei bereits vor dem Frühstück erledigen zu können. Und obwohl ich mit ein bisschen verschnupfter Nase wach geworden bin, gelingt mit das auch. Zur Frühstückszeit fragt Fräulein Anna erst wie es mir geht und bittet mich dann um einen Corona-Test. Ihr geht es ganz ähnlich wie mir und kurz darauf wissen wir auch warum: Zwei sehr deutliche Striche zeigen uns die Teststreifen. Während ich den Vormittag noch arbeite, geht es mit mir rapide bergab, so dass ich mich gegen Mittag endgültig krank melde. Zu unserem gemeinsamen Arzttermin am Nachmittag muss ich mich dann schon fahren lassen. Puh, das kommt nun wirklich zum aller ungelegensten Zeitpunkt.

Es ist nun ja nicht so, dass diese Woche irgend etwas wichtiges anstehen würde. Ah doch: Da ist ja neben gleich zwei Firmen-Weihnachtsfeiern auch noch der geplante Umbau unserer Heizung. Die Heizungsbaufirma hat keine Vorgaben bezüglich erkrankten Kundinnen und Kunden und überlässt die Entscheidung den Monteuren. Die tauchen Dienstag auch pünktlich auf und schauen sich kurz die Situation im Haus an. Als sie sehen, dass sie räumlich getrennt von uns auf einem anderen Stockwerk arbeiten können, beschließen sie mit den Arbeiten zu beginnen. Ich bin auf der einen Seite sehr erleichtert, aber auch genau so enttäuscht. So werde ich nämlich nicht viel von den Arbeiten mitbekommen, mit deren Planung ich nun irgendwie ein gutes Jahr verbracht habe.

Und so geht dann die Woche relativ schnell um: Fräulein Anna und ich sind platt und krank, Herr Max topfit aber auch nicht in der Kita. Zu unserem Glück sind die Symptome wieder mit einer schweren Erkältung vergleichbar, ich komme wieder um den Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn herum. Das würde mich sicherlich wahnsinnig machen. Wir halten uns im Wohnzimmer auf, spielen viel und hören den Geräuschen zu, die so aus dem Haus kommen. Da wird gebohrt, gehämmert, gebogen und geschraubt was das Zeug hält. So wandert zuerst unsere alte Gasheizung zuerst aus dem Heizungskeller, dann dort zwei neue Wasserspeicher hinein. Der Monoblock, das Herzstück der neuen Heizung, wird vor dem Fenster im Wohnzimmer auf dem vorletzte Woche gebauten Fundament montiert und dann das ganze mit zwei dicken Rohren und vierzehn Kabeln miteinander verbunden. Ich werde tagsüber immer wieder auf dem Laufenden gehalten und kann nach dem Feierabend der Handwerker immer eine kleine Inspektionsrunde drehen.

Am Freitag Vormittag ist das Projekt dann zumindest für die Heizungsbauer beendet und sie ziehen nach einer kurzen Einweisung ins Wochenende. Ich hoffe die sehr freundlichen Männer bleiben gesund. An der Gesundheitsfront tut es sich auch so langsam, aber wir gehen die Sache ruhig an. Das Nachtlager bleibt vorerst im Gästezimmer und wir werden das ganze Wochenende brauchen, um erst das Untergeschoss sauber zu machen und dann wieder halbwegs bewohnbar einzurichten. Ich bin noch einmal sehr froh, dass ich die ganzen Ausräum- und Abdeckarbeiten schon als gesunder Mensch am vergangenen Wochenende gemacht hatte. Das ist nämlich ganz schön anstrengend. Ich schaue mir also lieber bei YouTube schonmal an, wie man solche Verkastungen an die Wand baut, mit denen Rohrleitungen und ähnliches gerne verdeckt werden. Das wird nun nämlich meine nächste Aufgabe sein.

Ansonsten geht das Wochenende schnell rum. Am Samstag verbringen wir nochmal einige Zeit in der Arztpraxis. Abgesehen davon wird Lego gebaut, mit vielen Pausen ein wenig geputzt und geräumt und vor allem noch einmal viel geschlafen. Auch wenn es mir symptomatisch jeden Tag ein bisschen besser geht, bleibt doch eine gewisse Mattigkeit. Mal schauen, was die nächste Woche bringt. Die knappe Stunde, die ich hier nun für diesen Beitrag saß, war schon nicht ohne.

Von Farbenspiel, Elektro-Installationen und Minecraft

Eine schnelle Woche: An zwei Tagen haben wir Elektriker im Haus, die uns einen zweiten Sicherungskasten setzen und einige Wärmepumpenvorbereitungen treffen. Dienstag und Donnerstag brauchen die beiden einen guten halben Tag, das ist recht unspektakulär. Sehr positiv stimmt mich in diesem Zusammenhang, dass unsere alte Heizung auch die recht kalten Tage dieser und der letzten Woche durch im Sparmodus lief und wir das Haus mit nur vierzig Grad Vorlauftemperatur warm bekommen.

Arbeitstechnisch ist die Woche sehr wechselhaft, gefühlt habe ich weniger als fünf Minuten pro Thema, bevor irgendwie irgendwer mir mit irgendwas hereingrätscht. Das macht alles ein bisschen anstrengend. Ich lerne das ein oder andere über Next.js und baue in dessen Komponenten herum. So richtig warm werden wir wieder einmal nicht und das ich eher am Ende eines sehr lang laufenden Projektes auf einmal auch nur in Teilen irgendwas tun soll, hilft mir nicht. Es ist richtig Arbeit. Mein Highlight der Woche ist sicherlich die Situation, in der der Kollege über seiner Erklärung von irgend einer sehr spezifischen Framework-Sache in lautes Gelächter ausbricht, weil ihm bewusst wird was ich davon halten werde. Ich lache sehr laut mit. Wir haben immerhin Spaß.

Etwas Ablenkung schafft mir das elendige Überlegen über die Wandfarbe in meinem Büro. Die Karten liegen permanent in Sichtweite auf dem Schreibtisch, aber so richtig will ich mich mit keiner anfreunden. Denn eigentlich mag die Farbe an der Wand ja sehr - wenn sie doch nur nicht den Raum so abdunkeln würde. Und dann sitze ich hier: "Denim?" "Lagune"? Oder doch weiterhin "Riviera", aber weniger? Zum Glück ist es noch ein paar Tage hin, bis ich die Zeit zum Renovieren haben werde.

Aus einer Laune heraus hatte ich bereits in der vergangenen Woche einen Raspberry bestellt, um mich ein wenig in die Welt von Home Assistant einzufuchsen. Der kam dann irgendwann dieser Tage auch an. Ich weiß immer noch nicht so richtig warum mich das Thema so reizt, denn am Ende bin ich eigentlich von allerlei Automationen vor allem schnell genervt. Nun habe ich einer Philips-Hue-Fernbedienung beigebracht, eine Spotify-Playlist auf einer Sonos-Box zu starten und vielleicht war das auch schon mein Hausautomationshighlight. Hachja.

Und dann ist auch schon Wochenende: Fräulein Anna bricht zu einem Ausflug auf und lässt Herrn Max und mich bis Sonntags alleine zurück. Das macht mir nichts: Ich habe mir nichts vorgenommen und so kriegen wir die anderthalb Tage sehr harmonisch rum. Wie gut, dass der Zwerg und ich neben Lego auch noch die Begeisterung für Minecraft teilen. Während ich schon sehr drauf achte, dass die Bildschirmzeit nicht überhand nimmt, kann man zwischendrin doch prima fachsimpeln. Einziger Nachteil der Sache: Ich bin auch wieder ziemlich angefixt was das Spielen angeht. Mal schauen wie lange es dauert, bis ich eine eigene Welt aufmache.

Robert Ludlum: Das Bourne Vermächtnis

Wenn man von dem einen Ex-Geheimagenten, der sich immer wieder mit jedem anlegt und sich rund um die Welt kämpfen muss genug hat, dann kann man ja mal einen anderen Ex-Geheimagenten lesen, der das Gleiche tut. Ich bin vom Gray Man sehr schnell bei Jason Bourne gelandet.

Die Bände eins bis drei, die Ludlum selbst geschrieben hat, habe ich gelesen als Bourne noch Borowski hieß. Die Filme habe ich alle mehrmals gesehen. Da kann man sich schon mal den Rest zu Gemüte führen.

Jedenfalls: Bourne ist eigentlich gerade David Webb und wird des Mordes an seinem Mentor und Freund Alex Conklin und seinem Therapeuten verdächtigt. Natürlich war er das nicht und es steckt eine Verschwörung großen Ausmaßes dahinter, die am Ende zum Tod von gleich mehreren Präsidenten führen soll. Webb wird wieder zu Bourne und dann geht es rund. Besonders aufregend wird es, als Bourne in das Visier eines mysteriösen Killers gerät, der ihm an Fähigkeiten sicherlich das Wasser reichen kann.

Ich kann da nichts machen: Ich mag solche Bücher einfach gern, auch wenn man schon immer sehr genau weiß wie es ausgeht. Aber es unterhält mich, die Geschichte ist spannend und hat die ein oder andere überraschende Wendung.

Von Kernbohrungen, Gehirnströmen und verregneten Fahrradtouren

Nachdem die letzten Wochen ja manchmal ein wenig ereignislos waren, habe ich dieses Mal doch das ein oder andere zu erzählen.

Direkt am Montag habe ich erst einmal ein bisschen Hass auf die Welt: Fräulein Anna ist schon am frühen Morgen mit dem Auto zur Arbeit los und für Herrn Max und mich bleiben also für den Kita-Weg nur die Optionen "Bus" oder "Fahrrad". Da man sich auf den Bus und seine Umsteigezeiten nicht so richtig verlassen kann, habe ich also am Vorabend schon alles klar gemacht um eine kleine Radtour zu unternehmen. Eigentlich ist das auch kein Ding, wäre es nicht etwa ein Grad Celsius und würde es nicht schneeregnen. Trotz allerlei Regenschutz-Kleidung bin ich an diesem Tag also gleich zwei Mal durchgefroren und auch recht nass geworden. Denn abgeholt werden will der feine Herr ja auch. Da hilft es mir recht wenig, dass ich an der Kita mit den Worten "Du bist ja krass, bei dem Wetter mit dem Fahrrad!" begrüßt werde.

Mittwoch ist dann Kernbohrungs- und Fundamentsetz-Tag im Rahmen der Heizungserneuerung. Im Vorfeld war ich schon ziemlich aufgeregt und der Tag war dann auch alles andere als entspannt. Gleich zwei Mal waren die beiden GaLa-Bauer kurz davor ihren Kram zu packen und einfach wieder zu fahren. Am Ende ist nun aber doch alles gut gegangen: Wir haben nicht nur einen guten Platz für die beiden Fundament-Teile gefunden, die dazu auszugrabende Wurzel war doch recht schnell entfernt. Und auch die Kernbohrung war nach einigen Anlaufschwierigkeiten in Form einer erst bei Bohrbeginn gefundenen Stromleitung ein voller Erfolg. Die dazu verwendete Maschine ist schon recht imposant. Zu ihrer Befestigung wird erst ein kleineres Loch in die Außenwand des Hauses gebohrt, dort eine Gewindestange durchgesteckt, die dann innen und außen am Haus mit einer großen Mutter gesichert wird. Erst hieran wird dann die eigentliche Bohrmaschine befestigt, die dann ein Loch mit über zwanzig Zentimeter Durchmesser fräst. Ich bin jedenfalls froh, dass die beiden Männer sich jede Mühe gegeben haben eine Lösung für all die Unwidrigkeiten zu finden.

Eine riesige Kernbohrmaschine ist an der Wand befestigt.

Trotz aller Radfahrerei bei miesestem Wetter bin ich dann nicht krank geworden. Und das ist auch gut, denn am Donnerstag Nachmittag habe ich mir nicht nur frei genommen, sondern auch einen Termin zum EEG. Auf Anweisung der Therapeutin lasse ich mir mein Gehirn verdrahten und ausdrucken. Auf den Termin hatte ich eine ganze Weile warten müssen, nachdem im weiteren Umkreis sowieso nur die eine Praxis überhaupt ans Telefon gegangen war. Die Untersuchung war die erste dieser Art für mich und völlig unspektakulär. Ich hatte den Eindruck ein wenig dabei eingeschlafen zu sein, während ich mit dem Netz auf dem Kopf und den angeschlossenen Elektroden so bequem auf dem großen Stuhl lag. "So tief kann es nicht gewesen sein, sonst hätte ich das gesehen!" sagt die Frau am Untersuchungsgerät und schwenkt dabei den Ausdruck meiner Gehirnströme. Den restlichen Nachmittag verbringe ich mit einem Bummel durch die Bad Honnefer Fußgängerzone, ich trinke in aller Gemütsruhe einen Kaffee und schaffe es dann tatsächlich auch noch in den Baumarkt um Farbkarten für die anstehende Büro-Umgestaltung abzustauben.

Der arbeitstechnische Wochenabschluss sind zwei ziemlich durcheinanderliche Projekttage und ich bin wirklich froh, als es Freitag ist und ich den Computer zuklappen kann. Das Wochenende selbst ist dann wunderbar unaufregend: Ich schlafe einigermaßen aus, gammele mit Herrn Max rum und bis auf zwei kurze Ausflüge einmal Samstag zum Baumarkt und Sonntag zum Aegidienberger Adventsmarkt verlasse ich das Haus auch garnicht weiter. Es ist aber auch sehr kalt!

Und sonst so? Spotify "wrappt" das Jahr für mich. Ich habe viel Popmusik gehört: Miley Cyrus, Taylor Swift und Dua Lipa domininieren, Fred again... und Linkin' Park haben aber auch eine Rolle gespielt. Ich bin nicht überrascht.

Von Heizungen, einem Eishockeyspiel und einem Pfadfinderwochenende

Eieiei. Das ist eine ereignisreiche Woche.

Direkt zu Beginn wird unser Zeitplan für die nächsten drei Wochen komplett über den Haufen geworfen. Die Heizungsbaufirma hat sich entschlossen doch mal noch was zu unternehmen und so stehen nun mit "Fundament gießen und Kernbohrung vornehmen", "Elektrik vorbereiten" und "Heizung rausreißen und neue Anlage installieren" für jede der kommenden drei Wochen ein Event an. Ich bin erst einmal natürlich froh, dass das nun doch endlich was wird, freue mich allerdings eher nicht über die Anzahl der umzulegenden Termine und darüber, mitten im Dezember zwei bis drei Tage keine Heizung zu haben. Es wird also noch einmal spannend gegen Ende des Jahres.

Auch auf der Arbeit gibt es wieder etwas neues zu tun. Gemeinsam mit gleich zwölf anderen Menschen werde ich auf ein Projekt geworfen an dem einiges zu reparieren ist. Nach einer recht lustigen aber auch langwierigen Einführungsveranstaltung schnappe ich mir mit zwei Kolleginnen den Bereich Barrierearmut und schon bald haben wir zumindest bis zu Ende des Jahres ausreichend Arbeit zusammengesucht und in Tickets geschrieben. Jetzt muss ich nur noch aufhören ständig zu hinterfragen warum man den ganzen Quatsch überhaupt mit Next.js gebaut hat und wie man all die erkannten Probleme in den vielen ineinander verschachtelten JSX-Komponenten überhaupt lösen kann. Hatte ich erwähnt, dass es noch einmal spannend wird gegen Ende des Jahres?

Panoramablick über die abgedunkelte und von zahlreichen Handy-Lichtern beleuchtete Lanxess-Arena.

Am Freitag bin ich das erste mal für dieses Jahr im Büro und das erste Mal, seit die Firma dieses Büro hat, überhaupt zum Arbeiten dort. Außer mir sind nicht sehr viele Leute da und so verbringe ich einen ruhigen Arbeitstag in Köln, um dann am Abend in die Lanxess-Arena überzusiedeln. Dort schaue ich mir in unserer Loge das Spiel der Kölner Haie gegen die Straubing Tigers an, esse vom leckeren Buffet und halte ein wenig Smalltalk mit den eingeladenen Kunden. Das war ein guter Tag!

Samstag Morgen geht es dann direkt weiter, denn die Woche war noch nicht ausreichend erlebnisreich. Herr Max und ich brechen zum Pfadfinderwochenende mit meinem Stamm auf. Erkrankungsbedingt werden wir nicht so viele Leute sein, aber ich freue mich dennoch schon lange auf das Wochenende. Eigentlich wäre ich auch sehr gerne schon eine Nacht früher dagewesen. Rein zufällig hatte ich nämlich letztens meine Notiz an mich selbst aus dem vergangenen Jahr gelesen. Aber es ist wie es ist und so tauchen wir kurz vor Mittag in einem Landheim des DRK irgendwo in Rheinhessen auf. Herr Max ist schnell mit den anderen Kindern irgendwo verschwunden und ich sitze auf einem Sofa und quatsche.

Ein Ausflug auf den schneebedeckten Donnersberg steht auch auf dem Plan. Der kleine Rundweg macht mir Spaß, ich helfe Herrn Max beim Tragen seiner Schneebälle und Stöcke. Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich, nachdem ich all die Leute ein Jahr nicht gesehen und sehr selten gesprochen habe, gibt es viel zu erzählen. Die Kinder spielen sich derweil gegenseitig müde und so habe ich tatsächlich am kommenden Morgen die Gelegenheit halbwegs auszuschlafen. Und dann ist das Wochenende auch schon vorbei, Herr Max und ich düsen nach Hause, während die Fuchsbande im Radio gleich vier Abenteuer nacheinander erlebt.