Martijn Doolaard

Die Anzahl Hütten-im-Wald-Bauer bei YouTube ist in den letzten Jahren sicherlich stark gewachsen. Sich da ein wenig hervorzuheben ist schon schwierig. Zeitraffer-Aufnahmen und Drohnenvideos haben sie alle.

Martijn Doolaard schafft es, da deutlich herauszustechen. Der Niederländer hat einen kleinen Hof in den italienischen Alpen gekauft und renoviert dort an zwei Steinhäusern herum. Soweit erst einmal nichts besonderes. Doolaard sticht dadurch heraus, dass seine Videos irgendwie anders sind. Noch ein bisschen sorgsamer aufgenommen, als das bei allen anderen schon ist. Dazu kommt die Aussicht von seinen Hütten, die so unfassbar großartig ist. Ich könnte den ganzen Tag ein Standbild betrachten. Und dann diese Ruhe, die die Videos ausstrahlen. Sie sind lang, oft um die vierzig Minuten. Und manchmal schaut man ihm zu wie er handwerkt, gerne auch mal in Echtzeit.

Manchmal redet er: Ein bisschen philosophisches hier und da, aber vor allem bekommt man lang und breit erklärt, was er gerade warum und wie macht und was er sich dabei gedacht hat. Das wird irgendwie nie langweilig, denn man merkt (und sieht man auch beim Arbeiten), dass er kein Mann vom Fach ist, sondern gerade sehr viel lernt. Dazulernt, Dinge wieder anders macht.

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Doolaard ist eigentlich Fotograf und Filmemacher und das merkt man an seinen Videos dann auch an. Die Videos sind, das ist schwer in Worte zu fassen, irgendwie "schön", obwohl sie relativ alltägliches zeigen. Ich freue mich jede Woche auf eine neue Folge und nehme mir gerne die Zeit und die Ruhe, mich für eine kurze Weile auf einer Wiese am Hang auf knapp tausendfünfhundert Metern wiederzufinden.

In einer ruhigen Minute schaue ich mir die Videodokumentation seiner Reise von Kanada nach Patagonien auch noch an: "Two Years on a Bike - From Vancouver to Patagonia" klingt vielversprechend.

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Robert Harris: Vaterland

Es ist gute vierzehn Jahre her, dass ich "Vaterland" schon einmal las und sogar darüber bloggte! Das habe ich seinerzeit tatsächlich eher selten gemacht. Jedenfalls: Damals fand ich das Buch schon nicht schlecht, dieses Mal fand ich es glaube ich noch ein bisschen besser.

Polizeikommissar März aus Berlin trägt den Rang eines SS-Sturmbannführers. Aber die Geschichte spielt nicht im zweiten Weltkrieg, sondern in den Tagen vor Hitlers Geburtstag 1964. Die Nazis haben in unserer Geschichte nämlich den Krieg gewonnen und das Deutsche Reich erstreckt sich durch große Teile Europas, vor allem gegen Osten. Kommissar März ist nicht gerade der Prototyp eines linientreuen SS-Mannes und als er einen etwas rätselhaften Mordfall zugeteilt bekommt, entdeckt er Dinge, die hätte nicht entdecken sollen. Denn gerade nun, wo sich die Welt und andere Nationen mit Nazi-Deutschland scheinbar langsam arrangieren, sollten die dunkleren Kapitel der Kriegsgeschichte besser nicht ans Tageslicht geraten. März jedenfalls bandelt mit einer amerikanischen Journalistin an und zusammen versuchen sie Licht ins Dunkel zu bringen. Das ist gefährlich, die beiden werden verfolgt und trauen kann man sowieso niemandem.

"Vaterland" fand ich dieses Mal richtig spannend. Vor allem der Gedanke daran, in welcher Atmosphäre der ständigen Überwachung und Bespitzelung die Leute seinerzeit lebten und im Buch immer noch tun, macht mich beklommen. Harris beschreibt die Umgebung sehr eindrückend, ich konnte mich richtig gut in die Zeit hineinversetzen. Außerdem interessant zu lesen fand ich die Beschreibungen des Nachkriegs-Berlins mit den Speer'schen Bauten, die vermutlich alle sehr imposant gewesen wären.

Operation Schwarze Krabbe

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Eieieiei. Der Film hat mich deutlich mehr mitgenommen, als ich das gedacht hätte. Vielleicht ist mein Gemüt gerade nicht so richtig in Kriegsstimmung. Gestern Abend habe ich mir "Operation Schwarze Krabbe" angeschaut. Auf Schwedisch, mit deutschen Untertiteln.

Ich empfand den Film glaube ich vor allem als harte Kost, weil die Geschichte an vielen Stellen nicht fassbar ist. Sie spielt in einem nicht näher genannten Land, was ich aufgrund der Sprache, der Landschaft und den im Film vorkommenden Nordlichtern nach mal in Skandinavien ansiedeln würde. Wir starten mitten drin in einem Krieg, bekommen aber zu keinem Zeitpunkt erklärt worum es geht oder wie es dazu kam. Auch wer "der Feind" ist, bleibt offen.

Großartig finde ich die Bilder: Der zusammengewürfelte Trupp "Schwarze Krabbe", der zwei geheimnisvolle Kanister auf Schlittschuhen zu einer Forschungsbasis bringen soll, ist die meiste Zeit in der Weite einer Schärenlandschaft unterwegs. Vereinzelte Inseln, Nebel, unendliche Weite. Plötzlich auftauchende Feinde und andere unangenehme Überraschungen. Dazwischen vereinzelt Rückblicke in das Leben der Hauptdarstellerin Edh.

Christine Kerdellant & Éric Meyer: Die Versailles-Verschwörung

"Was mit Geschichte" mal wieder. Und Computern: Ein Hacker-Angriff hält die ganze Welt in Atem. Erst fällt das Internet aus, dann geht allerlei Industrie kaputt und explodiert. Menschen sterben. Teilweise als Folge der Hackerangriffe, teilweise aber auch gezielt. Mitten drin: Die Unternehmerin Emma Shannon, die eigentlich zu einer Konferenz in der Normandie ist. Dort trifft sie in all den Wirren auf einen Freund aus Studienzeiten und zusammen machen sie sich auf den Weg, das Weltproblem zu lösen. Sie hoffen, dass das mit Hilfe eines "Backdoors" in weitest verbreiteten Betriebssystem geht, was zufälligerweise die Firma von Emmas Ex-Mann vertreibt.

Und dann ist da noch die zweite Geschichte, die in Form eines Briefes die Erlebnisse von eben jenem Ex-Mann beschreibt, während er auf der Suche nach der in den Gärten von Versailles verborgenen geheimen Welten-Formel ist. Und wie es der Teufel will, hängt das alles irgendwie zusammen und irgendwann führen die beiden Geschichten ein bisschen überraschend zu einem Punkt. Einem Wendepunkt, tatsächlich.

"Die Versailles-Verschwörung" ist schon ziemlich spannend. Ein bisschen geht mir das Computer-Bashing auf die Nerven, aber so war das wohl in den frühen 2000ern. Ich erinnere mich. Ich habe das Buch gerne gelesen.

Dale Brown: Höllenfracht

Ich ziehe die Bücher zum Lesen ja relativ spontan und ohne groß zu gucken aus dem Regal. Dieses Mal: "Höllenfracht", welches den kalten Krieg wieder aufleben lässt. Als hätte man davon in den Nachrichten noch nicht genug. Jedenfalls: Die Sowjetunion hat einen fiesen Laser gebaut, mit dem man Satelliten zertören kann. Und Flugzeuge und alles andere was so herumfliegt. Die diplomatischen Bemühungen, im Rahmen der sowieso stattfindenden Abrüstungsverhandlungen eine Einigung zu erzielen, führen nicht zum Ziel. War aber auch irgendwie klar, denn sonst wäre das Buch schnell vorbei gewesen. Und so begleiten wir den Navigator Patrick McLanahan und eine buntgemischte Crew aus Zivilisten und Militärmenschen, wie sie mit Hilfe eines ziemlich alten, dafür aber um so aufgemotzteren Bombers versuchen die Laseranlage zu zerstören.

"Höllenfracht" ist einigermaßen schnell geschrieben und auch eigentlich ziemlich spannend. An mindestens einer Stelle hat das Buch mich dann auch mit einer nicht vorhersehbaren Wendung überrascht. Dennoch: Wie es ausgeht kann man sich natürlich denken.

The Adam Project

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Ryan Reynolds reist als Adam Reed durch die Zeit um seine Frau, gespielt von Zoe Saldana, zu retten. Denn er ist Zeitreise-Pilot. Dummerweise trifft er auf sein zwölfjähriges Ich und dann müssen die beiden zusammen das Unmögliche versuchen und die Zukunft ändern. Nun ist Ryan Reynolds bekanntlich nicht auf den Mund gefallen und sein Mini-Me auch nicht.

The Adam Project ist ein guter Wäschefalte-Film. Witzige Sprüche, Schlägerei, Schießerei, Verfolgungsjagd, Explosionen. Und dazu eine Priese Familienromantik. Hier noch der richtige Trailer.

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Patricia Lewin: Die letzte Schöpfung

Der ehemalige und nun versteckt lebende Geheimagent Ethan Decker bekommt von einer ebenso ehemaligen und versteckt lebenden Kollegin zwei Kinder vor der Haustür abgesetzt. Und kurz darauf ist eben jene Kollegin tot. Also zieht Decker los und kümmert sich, gemeinsam mit seiner Exfrau. Dabei werden die vier natürlich permanent von allerlei Mächten verfolgt und bedroht.

Im Folgenden lernen wir dann die Vorgeschichte des Geheimagenten, die fehlgeschlagene Einsätze, einige Tote und eine Scheidung beinhaltet. Nach und nach bildet sich daraus ein sehr unschönes Gesamtbild, insbesondere was die Experimente mit Kindern auf einer Insel vor der Küste angeht.

Die letzte Schöpfung ist so ein bisschen (hoffentlich) Utopie, aber drumherum vor allem ein ganz spannender Spionage-Roman.

Pine Gap

Pine Gap ist eine Spionage- und Abhörbasis, die von Australien und den USA gemeinsam im australischen Alice Springs betrieben wird. Von dort aus lauscht man in den asiatischen Raum. Und dann kommt es natürlich zu Spannungen: Erst mal zwischen Australien und den USA und dann auch noch zwischen den USA und China. Alle sitzen auch irgendwie in Alice Springs und müssen das ausbaden. Die (noch?) alliierten auf der Basis genau so wie der chinesische Investor, der sich um die Schürfrechte auf Ureinwohner-Land bemüht. Und natürlich: Spionage!

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Pine Gap ist sehr spannend. Ich habe die sechs Folgen der ersten und einzigen Staffel gerne geschaut. Eine Fortsetzung scheint stand heute nicht geplant zu sein.

Von Finanzdingen und Ausmistereien

Die Woche geht irgendwie schnell um, hat aber ihre Holprigkeiten. Dienstag Morgen sollen Fräulein Anna und ich eigentlich nur die endgültigen Kreditunterlagen bei der Bank unterschreiben. Einen Teil der Papiere unterzeichnen wir dann aber nicht, nachdem mit uns im Vorfeld niemand über den halben Prozent mehr an Zinsen geredet hat, die nun darauf stehen. Wir führen daraufhin ein paar Telefonate, erreichen einen der zuständigen Bankmenschen in seinem Urlaub auf den kanarischen Inseln und ärgern uns kurz, weil alle sich gegenseitig den schwarzen Peter und die Zuständigkeiten zuschieben. Am Ende verspricht dann aber die nette Frau, bei der wir eigentlich nur unterschreiben sollten, dass sie sich des Themas annimmt. Zwei unruhige Tage später haben wir dann per Mail die Bestätigung, dass alles seinen Weg wie beantragt gehen wird. Erleichterung.

Dafür werden wir an anderer Stelle eine Menge Geld los: Nachdem ich in der Vorwoche schon einen dicken Batzen an die Maklerfirma und etwas kleinere Beträge an die Justizkasse wegen der Grundbucheintragungen überwiesen hatte, will nun auch das Finanzamt seinen Teil: Fräulein Anna überweist sehr viel Grunderwerbssteuer.

Das Wochenende gehen wir ruhig an. Nichts vor zu haben hat sich in der letzten Zeit als ganz gut erwiesen. Bei sonnigem Wetter sind wir am Samstag draußen und spielen und trinken Kaffee. Außerdem misten wir ein bisschen aus, es wird Kleinkram verschenkt und beim Kleinanzeigenportal unseres Vertrauens eingestellt. Außerdem beenden wir das ewige Änderungs-Hin-und-Her mit dem Kücheneinrichtungsmann. Ich bin sehr gespannt, ob sie noch pünktlich kommt.

Justice League

Irgendwann letztens hatte ich mal zwei der DC-Comic-Verfilmungen geschaut und auch für nicht wirklich schlecht befunden. Henry Cavill als Superman war schon ganz gut, Batman vs Superman war auch ok und Wonder Woman hatte mir vor längerem ja auch gefallen. Aber über meinen Aquaman-Kinobesuch werde ich sicherlich nie hinwegkommen. Meine Güte.

Jedenfalls heute dann: Justice League. Wonder Woman, Batman, Aquaman und die filmlosen Flash und Cyborg treten gegen einen Weltraum-Fiesling namens Steppenwolf an, der mit der Unterstützung von allerlei Dämonentypen versucht die Welt zu zerstören in dem er drei Energie-Kisten zusammenbringt. So weit, so gut und unterhaltsam.

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Die DC-Filme sind schon ok. Da kann man nichts sagen. Auch Justice League hat mich wieder gut unterhalten. Dieses Mal hat man den Showdown in die russische Steppe gelegt, wo die angerichtete Zerstörung des Endkampfes nicht so schwer ins Gewicht fällt. Besser für all die Städte mit den Namen die ich mir nicht merken kann. Ich glaube, mir fehlt jetzt noch der zweite Film von und mit Wonder Woman und dann war es glaube ich auch schon wieder mit diesem DC-Universum.